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Sebastian Kienle gewinnt City-Triathlon
Von Andreas Öhlschläger
>>Alle Ergebnisse sind hier abrufbar Bildergalerie: City-Triathlon Zieleinlauf 12:30 - 13:45 Uhr | 13.06.
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Bildergalerie: City-Triathlon Zieleinlauf 13:45 - 14:35 Uhr | 13.06.
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Bildergalerie: City-Triathlon Zieleinlauf 14:35 - 15:20 Uhr | 13.06.
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Bildergalerie: City-Triathlon Zieleinlauf 15:20 - 15:51 Uhr | 13.06.
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Heilbronn - Er ist es gewohnt, aufholen zu müssen. Sebastian Kienle (Foto: Andreas Veigel) schwimmt einfach zu schwach, um nach der ersten Triathlon-Disziplin zu den Besten zu gehören. Aber diesmal war der Rückstand enorm. Die zwei Kilometer im Neckar? „Katastrophal.“ Der ersehnte Sieg des Lokalmatadors vom Tri-Team Heuchelberg schien bei der Premiere des stark besetzten Sparkassen City-Triathlons in Heilbronn kaum noch möglich. „Ich habe wirklich gezweifelt“, erzählt Kienle – grinsend. Denn er ist doch noch als Erster ins Ziel gekommen.
Auf der Lufstrecke hat der 25-Jährige sich den Heim-Triumph gesichert, nachdem er auf den 70 Radkilometern durchs Zabergäu schon viel Zeit gutgemacht hatte. Radfahren, das ist Kienles Stärke. Andreas Böcherer ist allerdings mit rund 75 Sekunden Vorsprung in die letzte Disziplin gestartet. Der 27-jährige Freiburger war zuletzt krank. Erst am Mittwoch hat er sich „zum ersten Mal gesund gefühlt“. Böcherer war am Ende platt. „Die letzten fünf Kilometer waren einfach nur hart.“
Als Sebastian Kienle im Zielbereich feiert, steht der Zweitplatzierte würgend abseits, gestützt von seiner Frau, umringt vom Rettungsdienst. Aber Böcherer erholt sich schnell von der Strapaze. „Ich war aber absolut an der Obergrenze“, sagt er, „total überrascht“ von der Leistungsstärke, die er trotz des Trainingsrückstands drauf hatte.
Traumhaft
Viel Spaß hat es dem 27-Jährigen gemacht, als Führender die Radstrecke hinaus ins Zabergäu zu absolvieren: „Mit Polizeieskorte durch die Dörfer zu brettern, das war echt der Hammer.“ Noch mehr Lob hat Andreas Böcherer für die Laufstrecke entlang des Neckars und durchs Herz der Stadt parat: „Ein absoluter Traum.“ Aus dem Wasser ist er als Zweiter hinter Daniel Unger gekommen, dem Weltmeister von 2007 auf der olympischen Distanz. „An ihm habe ich mich rangeklemmt, aber das war, wie wenn ein Hamster in einem Rad rennt, das sich ein bisschen zu schnell dreht.“ Unger ist ein ganz starker Schwimmer.
Der Ex-Weltmeister hat den Heilbronner Mitteldistanz-Wettbewerb als Experiment bestritten. Bis Olympia 2012 will er der kürzeren Strecke treu bleiben, dann sucht er eine neuer Herausforderung. Beim City-Triathlon ist Unger Vierter geworden, hinter Ironman-Europameister Timo Bracht aus Eberbach. „Das hat super viel Spaß gemacht“, lacht Unger im Ziel. „Die Macher haben in Heilbronn wirklich einen tollen Triathlon hingezaubert.“
So sieht es auch Sebastian Kienle, der Sieger. Und freut sich, dass ihm nach seinem Sturz vom Rad eine Woche zuvor bei der Challenge Kraichgau ein so starker Wettkampf gelungen ist: „Ich hatte schon ganz schön Wut im Bauch, weil ich da auf der Straße gelandet bin.“
Gruß ans Straßenbauamt
Das Radfahren ist Sebastian Kienles Sahnedisziplin. Aber Freunde wollten ihm noch ein bisschen Extraschub geben und pinselten seinen Namen fleißig auf die Radstrecke. „Ich hoffe mal, das Straßenbauamt drückt wegen der neuen Straßenmarkierungen ein Auge zu“, sagte Kienle im Ziel. „Immerhin hat’s ja einen Heimsieg gegeben.“
Drei Verletzte an Radstrecke
Auf einer Gefällstrecke an der 70 Kilometer langen Radstrecke bei der Mitteldistanz des City-Triathlons kam es zu einem Unfall mit drei Verletzten. Bei der Abfahrt nach Kleingartach war ein Radfahrer von der Strecke abgekommen und in eine Zuschauergruppe gefahren. Dabei wurden der Athlet sowie ein Vater mit seinem Kind verletzt. Ein Rettungswagen brachte die Verletzten ins Krankenhaus. Während Vater und Kind kurze Zeit später wieder nach Hause geschickt werden konnten, musste der Radfahrer zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus bleiben.
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Sonja Tajsich ist nicht zu schlagen
Nicole Leder kommt aus der falschen Richtung. Als die Siegerin Sonja Tajsich (Foto: Andreas Veigel) jubelnd die letzten Meter der Laufstrecke absolviert, beklatscht vom Publikum auf dem Heilbronner Marktplatz, nähert sich Nicole Leder von hinten dem Zielbogen. Die Startnummer trägt sie in der Hand. Nach 20 Kilometern ist die Mitfavoritin beim ersten Heilbronner City-Triathlon vom Rad gestiegen. „Ich habe nach dem Schwimmen Kreislaufprobleme bekommen.“In Topform
Man sieht es der 38-Jährigen an, dass sie sich den Tag ganz anders vorgestellt hat. Sonja Tajsich bekommt derweil das Lachen gar nicht mehr aus dem Gesicht – warum auch? Das Jahr 2010 könnte für sie nicht besser laufen. Ende April hat Tajsich den Ironman Südafrika gewonnen. Nun folgte gegen starke Konkurrenz der Sieg beim Sparkassen City-Triathlon in Heilbronn. Mit schon 34 Jahren ist sie besser als je zuvor – und das nach einer Babypause im Jahr 2008.
Sonja Tajsich gratuliert noch schnell Heidi Jesberger, der Weltklasse-Triathletin vom TSV Assamstadt, die gerade als Dritte ins Ziel kommt, bevor sie ihre starke Form erklärt: „Ich habe in allen Disziplinen mindestens 50 Prozent Training draufgepackt im Vergleich zu vorher.“ Sie hat gearbeitet, bis Tochter Lisa zur Welt gekommen ist. „Jetzt ist das komplette Familienleben auf meine Triathlonaktivitäten ausgerichtet.“ Spät hat die Bayerin ihre sportliche Leidenschaft voll professionalisiert – „jetzt passt einfach alles“.
Auf der 15-Kilometer-Laufstrecke zieht Sonja Tajsich schnell an Mignon Vatlach vorbei, die sich beim Schwimmen im Neckar die Spitzenposition gesichert und sie auf dem 70-Kilometer-Radkurs ganz knapp verteidigt hat. Vatlach, die Medizinstudentin aus Tübingen, ist trotz des verpassten Sieges zufrieden: „Ich habe schließlich in einer Woche Staatsexamen.“ Die Freundin von Felix Schumann, der beim City-Triathlon als Fünfter ins Ziel gekommen ist, hatte auch anderes zu tun, als zu trainieren.
Sonja Tajsich träumt nun vom großen Coup in Hawaii, beim legendären Ironman-Klassiker. „Dort unter die besten Zehn zu kommen, das wäre super. Und alles, was das noch übertrifft, ist dann wirklich ein Traum.“
Aus Heilbronn nimmt die in der Nähe von Regensburg lebende Spitzenathletin viel gute Laune mit. „Es war so toll. Es gibt an diesem Wettkampf nichts zu verbessern. Das war unglaublich schön: die Strecken, die Organisation, die Stimmung.“ Auch von Heidi Jesberger bekommt die Premierenausgabe des Heilbronner City-Triathlons die Note eins: „Es war ein super Wettkampf. Die Stimmung war gigantisch.“
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13. Juni 2010
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