Zwei Punkte für die Moral: Falken gewinnen in Verlängerung

Eishockey  In einem über weite Strecken zerfahrenen Spiel gewinnen die Heilbronner Falken in Dresden mit 4:3. Nach einem guten Start, muss der Heilbronner Eishockey-Zweitligist am Ende noch in der Verlängerung zittern.

Von Martin Peter

Zwei Punkte für die Moral

Schaut kritisch: Brad Ross erzielte gestern Abend in Dresden bereits in der dritten Minute den Führungstreffer für die Falken, die es in der Folge verpassten, nachzulegen. Foto: Archiv/Andreas Veigel

 

Mit einem engagierten, spielerisch aber glanzlosen Auftritt haben sich die Heilbronner Falken gestern Abend zwei Punkte verdient: Vor 1760 Zuschauern gewann das Team von Trainer Gerhard Unterluggauer in Dresden mit 4:3 (1:1, 0:1, 2:1, 1:0) nach Verlängerung. Nach gutem Start lagen die Falken in einem über weite Strecken zerfahrenen Spiel längere Zeit zurück, bewiesen vor allem im letzten Abschnitt aber Moral und sicherten sich ihre Punkte Nummer drei und vier in der noch jungen DEL-2-Saison. Dabei wäre auch mehr möglich gewesen.

Denn das Spiel begann verheißungsvoll für die Falken: Zwar gaben die Gastgeber nach fünf Sekunden einen ersten, aber harmlosen Warnschuss ab. Das erste Tor aber erzielte Heilbronn: Eine doppelte Überzahl spielte das Team von Unterluggauer lehrbuchmäßig aus, Brad Ross donnerte den Puck aus spitzem Winkel unhaltbar für Torhüter Marco Eisenhut in die Maschen − 1:0 für die Falken in der dritten Minute.

Warum die Schiedsrichter im Anschluss den Videobeweis bemühten, blieb das Geheimnis der vier Unparteiischen. In der folgenden, gut 80 Sekunden andauernden Überzahl jedoch offenbarte sich das schon bekannte Dilemma der Mannen von Unterluggauer: Nicht einmal schoss das Team in dieser Zeit auf das Tor − und vergab damit die Chance auf eine höheren Vorsprung fahrlässig. Dafür war der feine Spielzug von Ross und Justin Maylan in Minute vier einen Treffer wert, doch wieder war bei Eisenhut Endstation.

Neuer Torhüter für Andrew Hare

Sein Gegenüber war bis dato arbeitslos. Nachdem Andrew Hare zuletzt gegen Kaufbeuren nicht der gewohnt starke Rückhalt war, bot Unterluggauer in Dresden den jungen Leon Frensel auf. Der musste zum ersten Mal nach fünf Minuten eingreifen, als er einen abgefälschten Pass abfing und sich auf die Scheibe warf. Chancenlos war der 20-Jährige dann in der achten Minute: Tomas Schmidt traf für Dresden per Schlagschuss zum 1:1. Zuvor hatte die Defensive der Falken schlicht gepennt und sich zu sehr auf den Scheiben-Führenden konzentriert. Dessen Querpass landete beim freistehenden Tschechen, der sich nicht zweimal bitten ließ. Die Partie blieb fahrig, mit Chancen auf beiden Seiten. Für Heilbronn vergaben Ross und Justin Kirsch mit einem Alleingang. Gegen Ende des Drittels verflachte die Partie, viele Aktionen basierten auf Zufall. Es blieb beim 1:1.

Im zweiten Drittel überstanden die Falken zu Beginn eine Unterzahl, verteidigten gut, ließen kaum Chancen zu. Auch in der Folge blieben sie dran, versuchten, die keineswegs sicheren Hausherren zu Fehlern zu zwingen. In der 26. Minute hatte Kyle Helms folgerichtig die Führung auf dem Schläger, sein Schuss landete aber nur an der Latte. Das Meiste aber, was die beiden Teams im weiteren Verlauf diesem Drittels boten, war glanzloses Stückwerk. Dazu passte auch die 31. Minute, als sich Brandon Alderson irgendwie durch wurschtelte, in Eisenhut aber seinen Meister fand. Da hatten die Eislöwen nur eine Minute später im Spiel vier gegen vier mehr Erfolg: Dominik Grafenthin erzielte aus einer an sich ungefährlichen Situation das 2:1. Die Falken: nur Statisten. Und auch Frensel sah schlecht aus. Mehr als den einen Treffer hatte der mittlere Abschnitt tatsächlich nicht zu bieten. Immerhin durften sich die Falken darüber freuen, dass ihr Unterzahlspiel funktionierte und nicht mehr passierte.

Nach dem Rückstand zeigt Heilbronn Moral

Unterhaltsamer wurde es im letzten Drittel, auch, weil die Falken nun aggressiver zu Werke gingen. So belohnte sich Kirsch für sein vehementes Nachsetzen vor dem Tor mit dem 2:2. Ärgerlich: 50 Sekunden später ging Dresden durch den Treffer von Matt Siddall in Überzahl erneut in Führung. Frensel hatte zuvor gut pariert, doch seine Vorderleute ließen ihn im Stich und brachten die Scheibe nicht weg, zur Freude von Dresden. Doch Heilbronn zeigte Moral, kam nach überstandener doppelter Unterzahl zurück. Alderson war in der 54 Minute gedanklich schneller als der Gegner, schnappte sich die freiliegende Scheibe und drosch sie ins lange Eck zum 3:3. Weil das Niveau wieder nachließ ging es in die Verlängerung. Und dort war Jordan Heywood zur Stelle und veredelte einen Konter zum 4:3 (61.).