Spiel um die Pre-Playoffs: Von Panik ist bei den Falken keine Spur

Eishockey  Trotz der mageren Ausbeute von zwei Siegen in den letzten acht Spielen gehen die Heilbronner Falken selbstbewusst ins Duell mit Weißwasser. Viel steht auf dem Spiel.

Von Martin Peter

Von Panik keine Spur

Da war noch alles gut: Anfang Januar bejubelten die Heilbronner Falken gegen Bietigheim ihren Derbysieg − es war zugleich das Ende der Hochphase.

Foto: Archiv/Veigel

 

Zwei Siege aus acht Spielen: Es mag in dieser Saison eine Zeit gegeben haben, da wären die Heilbronner Falken mit der Ausbeute schon zufrieden gewesen. Aktuell aber hat die Mannschaft in der DEL 2 ihren komfortablen Vorsprung auf die Pre-Playoff-Plätze beinahe aufgebraucht und steht heute Abend unter Druck.

Das Heimspiel an diesem Freitag gegen die Lausitzer Füchse (20 Uhr) - das Duell des Zehnten gegen den Tabellenelften - ist ein echtes Endspiel. Mit einem Dreier kann Weißwasser den Abstand auf gerade noch zwei Punkte verringern. Umgekehrt wäre den Falken bei einem Erfolg die Teilnahme an den Pre-Playoffs kaum mehr zu nehmen (die Mannschaften von Platz 7 bis 10 schaffen es in die Pre-Playoffs). Und genau daran lassen die Falken-Verantwortlichen keinerlei Zweifel.

Zuletzt nur zu zwölft

"Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen", sagt Geschäftsführer Atilla Eren mit Blick auf die fünf Punkte, die die Falken vor dem heutigen Duell in Front liegen. Dass die Tendenz gerade nach unten zeigt: geschenkt. "Wir waren immer am stärksten, wenn wir mit vier Reihen spielen konnten", sagt der Trainer. Beim 1:3 in Kaufbeuren standen Gerhard Unterluggauer aber nur noch zwölf Spieler zur Verfügung.

 

 

"Wenn ein paar Teile fehlen, wird es schwer, als Team zu funktionieren." Doch die Zeiten, in denen er morgens noch nicht wusste, wer am Abend aufs Eis gehen kann, scheinen vorbei. "Wir wollen es bitte nicht verschreien", sagt Unterluggauer, dem abgesehen von Stürmer Richard Gelke das volle Line-up zur Verfügung steht.

Eberhardt kehrt in den Kader zurück

Bisher ohne Pflichtspieleinsatz in dieser Saison: Markus Eberhardt. Foto: Archiv/Veigel

Da passt es nur zu gut, dass mit Markus Eberhardt ein Stürmer ins Team zurückkehrt, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. "Das ist eine besondere Geschichte", sagt der Trainer über die schon wundersame Genesung des 23-Jährigen, der sich bei einem Motorradunfall im vergangenen Sommer das Schien- und Wadenbein sowie auf der anderen Seite noch den Knöchel gebrochen hatte.

Und das Unglaubliche: Eberhardt ist topfit. Dabei trainiert er erst seit vergangener Woche wieder voll mit der Mannschaft. "Das Herz pumpt", sagte der 23-Jährige gestern, nachdem er den obligaten Test beim Kardiologen hinter sich gebracht hatte.

Neben dieser schönen Geschichte macht den Falken der Auftritt des Rumpfkaders in Kaufbeuren Mut: Es habe keiner nach Ausreden gesucht, auch in den letzten Minuten der Partie habe sein Team nie aufgegeben und wenigstens kein Tor mehr kassiert. "Das hat mich stolz gemacht", sagt Unterluggauer, wertet es als gutes Omen für das "Big Game".

Normales Stresslevel

Besonderen Druck verspürt der Österreicher nicht. "Profisport bedeutet jeden Tag Stress." Dennoch geht er davon aus, dass seine Spieler wüssten, worum es geht. "Die wissen, was ihr Job ist." Zwar könne er sein Team auf Situation und Gegner vorbereiten, den Weg müssten seine Jungs indes selber gehen. "Mein Einfluss endet am Eis, am Spieltag bin auch ich nur Passagier."

Deswegen hat sich Unterluggauer einiges einfallen lassen, er wird die Reihen etwas verändert ins Spiel schicken. Wie genau, will er nicht verraten - so groß ist das Selbstvertrauen doch nicht. Nur eines steht fest: "Was Weißwasser macht, ist mir völlig wurscht. Wir müssen machen, was uns in dieser Saison schon ausgemacht hat." Dann fällt die Bilanz besser aus.