Mit Plihal in die Pre-Playoffs: Kein Wunderheiler, aber ein Hoffnungsträger

Eishockey  Neuzugang Tomas Plihal soll den Falken helfen, auf der Zielgeraden der Hauptrunde die Pre-Playoffs zu sichern. Noch fehlen den Heilbronnern drei Punkte, um das Ziel zu erreichen.

Von Martin Peter

Kein Wunderheiler, aber ein Hoffnungsträger

Ein neuer Falke: Kurz nachdem er von seinem alten Verein die Freigabe erhalten hatte, machte sich Tomas Plihal auf den Weg nach Heilbronn, wo er am Donnerstag zum ersten Mal mit den neuen Kollegen auf dem Eis stand.

Foto: Andreas Veigel

 

Erledigt lässt sich Gerhard Unterluggauer auf seinen Stuhl fallen, die Schlittschuhe noch an den Füßen. Es ist gefühlt das erste Mal seit Wochen, dass der Trainer der Heilbronner Falken kurz durchschnaufen kann. "Ich habe wenig geschlafen, war ständig nur am Telefon gehangen", sagt er.

Sein Lohn: anfangs überschaubar. Ein paar nette Gespräche, vielleicht. Aber ein Neuzugang? War nicht drin. Zumindest bis Mittwoch. Kurz vor Toreschluss hat es noch geklappt. "Gott sei Dank", sagt der Österreicher, der mit Tomas Plihal einen neuen Center an Land gezogen hat.

Plihal: ein gestandener Profi

"Da haben wir einen richtig guten Griff gemacht", ist Unterluggauer zufrieden, dass er vor dem letzten Wochenende in der DEL-2-Hauptrunde, an dem es für die Falken noch um alles geht, einen gestandenen Profi bekommen hat.

Bei dem Deal hat auch das Glück etwas nachgeholfen. Ein gemeinsamer Freund hat den Trainer und den dringend benötigten neuen Spieler zusammengebracht, anders wäre ein Stürmer mit einer solchen Vita für Heilbronn nur schwer zu bekommen gewesen. "Die Leute stellen sich das alles immer einfach vor. Die denken, wenn du einen Spieler willst, kriegst du den auch."

Die meisten aber interessiere als erstes, was sie da verdienen. Und spätestens, wenn sie erfahren, um welche Liga es geht, winken sie ab. "Die DEL 2 wird von vielen total unterschätzt", sagt Unterluggauer. Für Tomas Plihal aber ist sie eine Chance. "Der Kerl will spielen", sagt der Trainer, der ganz angetan ist.

Mit dem Auto direkt nach Heilbronn

Bei seinem alten Arbeitgeber, EBEL-Club Orli Znojmo, war der 34-Jährige nicht mehr glücklich, wollte weg. Am Dienstag stand der Stürmer für die Tschechen noch auf dem Eis, nach der Freigabe Mittwochmorgen hat er sich sofort ins Auto gesetzt und ist nach Heilbronn gefahren. "Das sagt schon viel aus", findet Unterluggauer, der im wichtigen Heimspiel an diesem Freitag um 19.30 Uhr gegen Frankfurt dank der Neuverpflichtung - sofern die Lizensierung erwartungsgemäß über die Bühne geht - erstmals wieder ein volles Line-up zur Verfügung hat.

Aufgrund der vielen Ausfälle seien die letzten Wochen hart gewesen, gerne hätten sich die Falken ein Finalwochenende erspart. "Es ist, wie es ist", sagt der Trainer mit Blick auf die drei noch fehlenden Punkte, die zur Teilnahme an den Pre-Playoffs reichen. Diese zwei Spiele entscheiden über eine ganze Saison.

Für den Trainer steht zwar fest, dass es seine Spieler verdient haben, die fehlenden Punkte für die Pre-Playoffs und damit auch den Klassenerhalt zu holen. "Sie haben den Großteil der Saison gutes Eishockey gespielt." Alles, was sie jetzt noch machen müssten: cool bleiben. "Sie haben ja gesehen, dass sie es können."

Plihal könnte sofort weiterhelfen

In Sachen Coolness könnte Tomas Plihal vorangehen. "Das ist ein komplett relaxter Typ", sagt der Trainer nach einer ersten gemeinsamen Einheit am Donnerstag. Der 34-Jährige habe schon auf einem anderen Level gespielt - unter anderem für die San Jose Sharks in der NHL und sei in der Lage, ein Spiel auch zu lesen. Und er treffe auf dem Eis gute Entscheidungen. "Er ist sicher kein Wunderheiler, der einfach raus geht und acht Tore schießt", sagt der Österreicher.

Aber Tomas Plihal gebe dem Kader mehr Tiefe und könne den Falken sofort weiterhelfen. In jedem Fall erhofft er sich vom Neuen einen positiven Effekt. "Wegen der vielen Ausfälle war die Mannschaft unruhig, irgendwie unrund", findet er. Mit Plihal soll die Stabilität zurückkehren und blieben. Denn im Idealfall geht es am Dienstag gleich weiter. In den Pre-Playoffs. In diesem Fall verzichtet Unterluggauer gerne auf Zeit zum Durchschnaufen.


Andrew Hare ist wieder da - aber nicht bei den Falken

Am Montagabend tauchte sein Name in der Kaderliste des SC Riessersee auf der Internetseite der DEL 2 auf, um danach wieder zu verschwinden. Nun aber ist klar: Torhüter Andrew Hare ist zurück. Der Keeper, der bis Ende November bei den Heilbronner Falken unter Vertrag stand und durch Marcel Melichercik ersetzte wurde, wechselt zum SCR - als eine Art Playoff-Versicherung. Garmischs Kevin Reich ist derzeit beim EHC Red Bull München gefordert, Matthias Nemec muss sich noch von einer Verletzung erholen. Daher könnte Hare schon heute in Bietigheim spielen.