Mehr Eigensinn für mehr Tore bei den Falken

Eishockey  In diesen Tagen stand bei den Heilbronner Falken Abschlusstraining auf dem Programm. Ob es hilft? Am Freitagabend steht die Partie in Weißwasser an, am Sonntag steigt das Heim-Derby gegen Bietigheim.

Von Martin Peter

Die Falken, hier Brad Ross in der Partie gegen Kassel, haben unter der Woche speziell Angriffssituationen trainiert. Foto: Veigel

Schießen, schießen und nochmals schießen: Dieses beinahe banale Rezept hat Gerhard Unterluggauer den Heilbronner Falken in dieser Woche verordnet. Es sind die Lehren, die der Trainer aus der DEL-2-Partie am Sonntag gegen die Kassel Huskies gezogen hatte. Mehr als 50 Mal hatten die Falken auf das gegnerische Tor geschossen − aber lediglich einmal getroffen und damit 1:2 verloren. Das müsse besser werden an diesem Freitag (19.30 Uhr) bei den Lausitzer Füchsen und im Derby am Sonntag (17 Uhr) gegen die Bietigheim Steelers.

Dafür müsse sich gar nicht wahnsinnig viel ändern, meint der Österreicher. "Wer so viele Torchancen kreiert, der hat vieles richtig gemacht", sagt der Trainer. Nur: "Der Puck muss auch mal reinspringen." Damit das dieses Wochenende besser klappt als gegen die Huskies, hat Unterluggauer am Abschluss gearbeitet. "Wir haben viele Zwei-gegen-Eins-Situationen und Drei gegen Zwei geübt und immer wieder alles wiederholt."

Auch ins Gewissen hat er seinen Spielern geredet. "Die Jungs müssen in einigen Situationen eigensinniger denken" − und eben nicht den Puck bis ins Tor tragen wollen. "Das ist vielleicht weniger schön anzuschauen, bringt uns aber mehr."

Vorletzter Platz im Klassement

Vor allem mehr Punkte, denn die haben die Falken bitter nötig: Mit lediglich vier Punkten aus sechs Spielen sind sie Vorletzter der Liga − unmittelbar hinter dem nächsten Gegner aus der Lausitz.

Umso bedeutender ist also ein Sieg in Weißwasser. Die Chancen dafür sieht Unterluggauer naturgemäß gut. "Wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden. Es sind nur Kleinigkeiten, die wir ändern müssen. Und die haben wir, Gott sei Dank, in der eigenen Hand." Er habe seine Mannschaft zuletzt deutlich verbessert erlebt. "Wir haben unsere letzten Spiele alle dominiert." Abgesehen von eklatanten Schwächen im Abschluss hatten die Falken auch zu viele dumme Strafen kassiert, die auch gegen Kassel am Ende zur Niederlage geführt haben.

"Im Derby kann alles passieren"

Gegen Bietigheim, so der Trainer, dürfe man sich solche Dummheiten nicht erlauben. Die Vorfreude aufs Derby ist bei den Falken − speziell bei Unterluggauer − groß. "Die Halle wird voll sein, die Stimmung gut: Die Jungs werden extrem motiviert sein." Zwar seien die Heilbronner Cracks nur Außenseiter gegen ein Topteam, das noch einmal mehr Tiefe gewonnen habe. Doch der Österreicher sagt auch: "In einem Derby kann alles passieren." Erst recht, wenn sein Team wieder trifft.