Klarer Sieger im Chancenvergeben

Eishockey  Was für ein bitterer Abend für die Heilbronner Falken: Obwohl über weite Strecken der Partie klar überlegen, kassierte das Team von Trainer Gerhard Unterluggauer am Sonntagabend eine völlig unnötige 1:2 (1:0, 0:1, 0:1)-Niederlage im DEL-2-Spiel gegen die Kassel Huskies.

Von Martin Peter

Klarer Sieger im Chancenvergeben

Falken-Torwart Leon Frensel vereitelt hier eine Torchance von Evan Mc Grath. Nur zwei Mal wurde Frensel von den Kassel Huskies bezwungen. Doch damit war die Heilbronner 1:2-Niederlage perfekt.

Foto: Andreas Veigel

 

Die Gastgeber hatten sich die Pleite selber zuzuschreiben: Sie waren Meister im Auslassen bester Chancen. Unterluggauer fand hinterher nur schwer Worte für das Geschehen. "Wir haben heute einen Weg gefunden, das Spiel zu verlieren", sagte er enttäuscht.

Wie schon in Dresden erwischten die Falken einen guten Start, gingen mit Tempo zu Werke, überrollten Kassel in den ersten Minuten förmlich. Die Gäste wussten gar nicht, wie ihnen geschah − und kassierten nach drei Minuten prompt die erste Strafe. Die Überzahl nutzte Heilbronn: Nach einem Bullygewinn von Matthew MacKay im Drittel der Huskies landete die Scheibe bei Justin Kirsch, der einen Schritt nach innen machte und die Scheibe über den Innenpfosten zum 1:0 ins Tor drosch.

Die Falken ließen nicht locker: Immer wieder liefen sie auf das Tor der Gäste, verpassten es aber wie schon am Freitag, einen zweiten Treffer nachzulegen. Kassel fand in den ersten Minuten gar nicht statt, zeigte Schwächen im Aufbau. Zum ersten Mal in die Nähe des Tores der Falken, das wieder Leon Frensel hütete, kamen die Huskies nach sechs Minuten. Gefährlich war aber auch das nicht.

Im Gegensatz zur achten Minute: Nach einem Fehler im Aufbau der Falken lief Manuel Klinge allein auf auf Frensel zu, der sein ganzes Können aufbieten musste und von den Fans mit Sprechchören bedacht wurde. Heilbronn ließ sich nicht schocken, machte munter weiter, zeigte sich engagiert und leidenschaftlich. Um die neunte Minute herum sah es bei fünf gegen fünf so aus, als hätten die Falken einen Mann mehr auf dem Eis. Sie zündeten ein Feuerwerk. Einzig die Chancenauswertung: Sie war in der Summe ungenügend.

Drei, vier Tore hätten die Gastgeber locker machen müssen, zumal Kassel Probleme hatte, die angriffslustigen Falken unter Kontrolle zu kriegen. Erst nach einer knappen Viertelstunde waren die Huskies besser im Spiel, ohne aber Frensel ernsthaft zu fordern.

Nach der ersten Pause kamen die Huskies mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch aus der Kabine, zeigten Biss und verlagerten das Spiel mehr in das Drittel der Falken, die in dieser Phase nur noch reagierten. Doch zwingend waren die Mannen von Trainer Rico Rossi nicht. Nach einer halben Stunde waren die Falken wieder da, tauchten binnen kürzester Zeit mehrmals gefährlich vor dem Tor der Huskies auf − blieben aber ohne Erfolg. Brad Ross vergab einen Alleingang kläglich.

In der 37. Minute rächte sich die mangelnde Chancenverwertung der Falken: Nach einem Pass von hinter dem Tor landete die Scheibe im Slot bei Stefan Della Rovere, der das 1:1 erzielte. Ein Spiel auf ein Tor wurde es dann im letzten Abschnitt, die Falken erarbeiteten sich Chancen zuhauf, Kassel fand minutenlang nicht statt. Doch die Falken ließen auch eine doppelte Überzahl ungenutzt, wofür sie böse bestraft wurden. In der 54. Minute trafen die Huskies in doppelter Überzahl durch Andre Reiß − 1:2.

Noch war aber genug Zeit, doch was die Falken vor 1321 Zuschauern auch anstellten: Den starken Markus Keller im Tor überwanden sie nicht mehr. "Wir müssen diese Woche im Training einiges ansprechen", sagte Trainer Unterluggauer.