Kirsch rettet den Falken den Sieg

Eishockey  Mit 3:2 gewinnen die Heilbronner Falken am Freitagabend das umkämpfte Spiel gegen Weißwasser. Mit zwei Überzahltreffern macht Stürmer Justin Kirsch den so wichtigen Sieg perfekt.

Von Martin Peter

Heilbronner Falken im Duell gegen Weißwasser Foto: Andreas Veigel  

Das war knapp: Die Heilbronner Falken haben am Freitagabend im Duell mit einem direkten Konkurrenten um einen Pre-Playoff-Platz einen ganz wichtigen Sieg eingefahren. Mit 3:2 (1:0, 1:2, 2:0) kämpften die Gastgeber ihren aktuell ärgsten Verfolger Weißwasser nieder - und bauten ihren zuletzt bedenklich geschrumpften Vorsprung auf Platz elf wieder aus. Die Erleichterung bei Verantwortlichen und Fans war entsprechend groß – wenngleich ihr Team sie auf die Folter spannte.

Ohne den weiterhin verletzten Richard Gelke, aber mit dem wiedergenesenen Markus Eberhardt traten die Falken mit vier Sturmreihen an – mussten sich zunächst aber den Angriffen der Gäste erwehren. Die hatten bei gleich zwei Breaks binnen der ersten beiden Minuten die dicke Chance, in Führung zu gehen. Aber an Marcel Melichercik im Tor war kein Vorbeikommen, der Slowake behielt die Übersicht in einer von seinen Vorderleuten leicht konfusen Anfangsphase. Die Falken brauchten ein wenig, um in die Partie zu finden, ausgerechnet eine Unterzahlsituation sollte ihnen dabei helfen.

Drangphase der Falken
Als Marcus Götz auf der Bank Platz nehmen musste, drehten die Falken auf, drängten die Gäste in die Defensive – und hatten zu viert die besseren Chancen. Und das gab Selbstvertrauen: Gerade wieder komplett, erzielte der von Justin Kirsch vorbildlich bediente Jordan Heywood mit einem Schuss in den Winkel die Führung. Als ob sie das 1:0 noch rechtfertigen müssten, gaben die Falken weiter Gas, fuhren die Checks unter Applaus zu Ende und machten den Gästen die Hölle richtig heiß. Die Füchse verkrochen sich in ihrem Bau, offensiv waren sie zumindest nicht mehr zu sehen. Allerdings war auch die Führung der Falken ausbaufähig: Doch weder Corey Mapes (9.), Dennis Palka (11.) noch Heywood (15.) und Kevin Lavallée (16.) brachten den Puck im Tor unter. Stattdessen fingen sich die Falken vier Sekunden vor Drittelende noch eine Strafe ein.

 

Zwar wussten die Füchse damit nichts anzufangen, doch die Partie sollte sich im zweiten Durchgang dennoch drehen. Die Falken blieben zunächst besser, doch die Überlegenheit war ohne ein weiteres Tor trügerisch. Das verdeutlichten die Füchse in der 29. Minute: Blitzschnell lösten sie sich aus der Umklammerung, stürzten zu zweit aus ihrem Bau – und trafen zum 1:1. Der Finne Roope Ranta hatte den Konter nach Zuspiel von Jeff Hayes perfekt vollendet. Damit nicht genug: 92 Sekunden später erzielte Ryan Warttig das 2:1.

Desorientiert vor dem letzten Drittel

Heilbronner Falken im Duell gegen Weißwasser
Foto: Andreas Veigel  

Und dieser Treffer tat richtig weh: Denn die Falken waren in Überzahl, fingen sich aber zum wiederholten Male ein Break - und verloren die Kontrolle über das Spiel. In der Folge präsentierte sich Heilbronn erschreckend desorientiert und musste am Ende froh sein, nur mit einem knappen 1:2-Rückstand in die Pause gehen zu dürfen. Denn die besseren Möglichkeiten hatten nun eindeutig die Lausitzer Füchse.

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Und das verhieß nichts Gutes für den Schlussabschnitt, zumal es nach der Sirene noch eine Rangelei gab – und die Falken wieder in Unterzahl starten mussten. Doch das meisterten sie gut, hatten sogar die besseren Möglichkeiten – und waren kurz darauf selber in Überzahl. Und diesmal schlugen sie  zu: Nachdem sie sich die Gäste zurechtgelegt hatten, traf Justin Kirsch sehenswert zum Ausgleich (45.). Und ausgerechnet die ansonsten dürftige Überzahl der Falken sollte die Entscheidung bringen: Denn erneut mit einem Mann mehr auf dem Eis holte Kirsch die Führung zurück – der Rest war Zittern. Weil die Falken den Sieg aber über die Zeit brachten, machten sie am Ende einen großen Schritt in Richtung Pre-Playoffs. Am Sonntag um 17 Uhr ist Heilbronn beim souveränen Tabellenführer Bietigheim zu Gast.

Statistik

Tor: Melichercik, Frensel. Abwehr: Heywood – Kurz; Götz – Eckl, Martens – Kronthaler, Mapes. Angriff: Kirsch –Alderson – Maylan; Lavallée – Heatley - Helms; Palka– Ross – Bernhardt; Fink – Schlenker - Eberhardt. Tore: 1:0 (7.) Jordan Heywood, 1:1 (29.) Roope Rante, 1:2 (30.) Ryan Warttig, 2:2 (45.) Justin Kirsch, 3:2 (50.) Justin Kirsch. Strafminuten: 16/14. Schiedsrichter: Alfred Hascher, Robert Paule.