In Tölz ticken die Uhren halt anders

Eishockey  Heilbronner Falken kommen mit dem Spiel des Tabellenletzten aus Oberbayern nur bedingt zurecht und verlieren 1:3.

Von unserem Redakteur Martin Peter

Rückschlag für die Heilbronner Falken: Drei Tage nach dem Sieg in Crimmitschau hat die Mannschaft von Trainer Gerhard Unterluggauer am Freitagabend beim EC Bad Tölz mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:1) verloren. Vor 1291 Zuschauern bissen sich die Falken gegen den Tabellenletzten der DEL 2 regelrecht die Zähne aus. Die Gäste ließen viele Chancen, abgesehen von einer, ungenutzt und ärgerten sich zurecht über eine am Ende unnötige Niederlage.

Die lange Anreise nach Oberbayern steckte den Falken scheinbar in den Knochen: Die Partie war gerade 22 Sekunden jung, als die Löwen die erste Riesenchance hatten. Stürmer Joonas Vihko ging allein auf das Tor zu, fand aber in Andrew Hare seinen Meister. Die Löwen zeigten sich wie erwartet bissig und gingen in Führung. Der Schuss von Christian Kolacny von der blauen Linie landete im Tor. Jedoch bemühten die Unparteiischen noch den Videobeweis, um auf Tor zu entscheiden: 1:0 für Tölz (3.). Kurz darauf kassierten die Gastgeber ihre erste Strafe, die perfekte Gelegenheit für die Falken, erst einmal anzukommen. Ein Tor gelang dem schlechtesten Überzahlteam der Liga erstmal nicht. Die Löwen blieben etwas besser, die Falken noch leicht desorientiert. Bis zur achten Minute: Ein Zuspiel von hinter dem Tor donnerte Brandon Alderson in Überzahl direkt zum 1:1 in die Maschen. In der Folge hatten die Falken noch zwei Chancen, scheiterten jedoch beide Male. Obwohl die Falken nun die Zügel in der Hand hatten, gehörte den Bad Tölzern die dickste Chance (18.): Chris St. Jacques stand allein vor Hare, der zum Glück aber parierte.

Im zweiten Drittel lief die Uhr, die zuvor vorwärts zählte, wieder rückwärts – und auch auf dem Eis hatten sich die Zeiten geändert: Die Löwen waren etwas aktiver. Zumindest bis zu ihrer nächsten Strafe, der sechsten. Doch die ließen die Falken trotz guter Torchancen ungenutzt. Dafür stand Heilbronn defensiv nun richtig gut, ließ nicht viel zu. Und vorne? Da wollte die Scheibe nicht rein. So kam fast Langeweile auf, zumal sich beide Mannschaften viele Fehlpässe leisteten. So lief die Uhr immer weiter runter, ohne, dass Nennenswertes passierte. Die Falken waren besser, fanden aber keinen Weg, Andreas Mechel im Kasten der Löwen zu überwinden. Es blieb beim 1:1.

Alleingang

Das letzte Drittel startete verheißungsvoll: mit einem Alleingang von Brad Ross – doch auch er blieb erfolglos. Nach überstandener Unterzahl hatte Götz die Chance, den zweiten Treffer für die Falken zu erzielen, doch daraus wurde nichts. Auch die Tölzer kamen zu einigen Chancen, doch Hare war da. In der 46. Minute blieb Patrick Kurz nach einem bösen Check zunächst auf dem Eis liegen, wurde später erkennbar benommen in die Kabine gebracht. Als die Oberbayern nach der folgenden Strafe wieder komplett waren, markierte Johannes Sedlmayr zu allem Überfluss auch noch das 2:1 (50.) für die Gastgeber.

Heilbronn biss sich vorne indes die Zähne aus. Justin Kirsch scheiterte sogar gleich zweimal an Mechel – dem besten Löwen. Die Falken drängten weiter, Tölz war nur noch auf Zerstörung aus und hatte Glück. Statt den Ausgleich zu erzielen, kassieren die Falken noch das 1:3 ins leere Tor.

Tor: Hare, Frensel. Abwehr: Kurz - Heywood; Martens - Götz, Kronthaler - Eckl. Angriff: Ross - Maylan - Alderson; Helms - Heatley - Lavallée; Palka - Gelke - Fink; Kirsch - Bernhardt.
Tore: 1:0 (3.) Christian Kolacny, 1:1 (8.) Brandon Alderson, 2:1 (50.) Johannes Sedlmayr, 3:1 (60.) Florian Strobl. Strafminuten: 14/6. Schiedsrichter: Roland Aumüller; Bastian Haupt. Zuschauer: 1291.