Freiburg-Spiel ist Wegweiser für die Falken

Eishockey  Die Heilbronner Falken stehen am Freitagabend vor einem wegweisenden Spiel gegen den EHC Freiburg. Mit einem Sieg könnten die Breisgauer in der Tabelle entscheidend distanziert werden.

Von Stephan Sonntag

Freiburg-Spiel ist Wegweiser für die Falken

Der Trainer nimmt die angespannte Personalsituation mit österreichischer Gelassenheit. Wer tatsächlich zu dem eminent wichtigen Spiel am Freitagabend (20 Uhr) für die Heilbronner Falken gegen den EHC Freiburg aufs Eis der Kolbenschmidt-Arena gehen wird, war für Gerhard Unterluggauer nach dem Training am Donnerstag noch nicht absehbar.

Klar ist nur, dass der Kader ähnlich dünn sein wird, wie beim jüngsten Null-Punkte-Wochenende. Keine guten Voraussetzungen, auch nicht für die DEL-2-Auswärtspartie am Sonntag (17 Uhr) in Kaufbeuren.

"Wir müssen das Spiel simpel halten, die Scheibe laufen lassen", fordert Unterluggauer von seinem verbliebenen Häuflein. Voraussichtlich wird der Coach die Special Teams umstellen, damit die Eiszeiten der Leistungsträger nicht ausufern. Das war sicher ein Grund, warum die Sonntagsapartie gegen den direkten Konkurrenten Bad Nauheim mit 1:2 verloren ging. "Wir müssen einfach wieder mehr Tore schießen", fordert Unterluggauer. "Mit nur einem Treffer kannst du ein Spiel nicht gewinnen."

Ausgedünnter Kader

Angesichts des ausgedünnten Kaders dürfte es aber schwer werden, die dafür nötige Leichtigkeit, die das Spiel der Falken um den Jahreswechsel auszeichnete, zurückzugewinnen. Muss nicht doch schnell auf dem Transfermarkt gehandelt werden? Trainer und Falken-Manager Atilla Eren verneinen diese Frage. Aus mehreren Gründen. Das Transferfenster steht noch bis 28. Februar offen. Bis dahin ist für viele Teams europaweit die Saison sportlich gelaufen und Spieler werden aus Kostengründen aussortiert.

"Sich an Rudis Resterampe zu bedienen, ist aber riskant. Wie viel Motivation bringt ein solcher Spieler mit? Das kann auch kontraproduktiv enden", gibt Eren zu Bedenken. Unterluggauer sieht es ähnlich: "Ein neuer Spieler muss zu uns wechseln wollen, nicht müssen. Sonst ist er kaum bereit, 100 Prozent für uns zu geben."

Ein zweiter Grund, der aus Sicht der Verantwortlichen gegen Blitztransfers spricht, ist die Tatsache, dass ein Ende der Personalmisere absehbar ist. "Wir haben keine Langzeitverletzten. Bei allen besteht die Aussicht, dass sie relativ schnell wieder aufs Eis gehen können", sagt Unterluggauer. Jetzt Spieler zu holen, die später nur auf der Tribüne sitzen, sind in aller Regel nicht eben dienlich fürs Mannschaftsklima.

Freiburg-Partie ist ein Sechs-Punkte-Spiel

Mit Christoph Eckl kehrt zumindest ein Verteidiger zurück. Dafür fehlten aber Patrick Kurz und Marcus Götz am Donnerstag krankheitsbedingt im Training. Ein Einsatz von Stürmer Tim Bernhardt ist fraglich, Richard Gelke wird nach seiner Gehirnerschütterung mindestens noch dieses Wochenende pausieren müssen. Mehr als drei Sturmreihen und maximal drei Verteidigerpärchen dürfte Unterluggauer kaum aufbieten können. "Wir müssen trotzdem so gut wie möglich unsere Leistung abrufen", sagt der Trainer.

Denn die Freiburg-Partie ist ein Sechs-Punkte-Spiel. Mit einem Sieg könnten die zehntplatzierten Falken den Vorsprung auf die Breisgauer auf 13 Punkte ausbauen. Das dürfte in dann noch verbleibenden elf Spielen für die Freiburger kaum aufzuholen sein. Das Team von Trainer Leos Sulak kommt nach einem Sechs-Punkte-Wochenende mit gewachsenem Selbstvertrauen ins Unterland, müssen mit dem gesperrten Radek Duda aber auf einen wichtigen Stürmer verzichten. Die Statistik spricht für Freiburg. Die bisherigen drei Duelle in dieser Saison hat immer das Auswärtsteam für sich entschieden.