Falken zu zwölft in die Krise

Eishockey  Willkommen zurück in der Krise: Beim 1:3 (0:1, 1:2, 0:0) beim ESV Kaufbeuren haben die Heilbronner Falken am Sonntagabend ihre vierte Niederlage in Folge einstecken müssen.

Von Martin Peter

Zu zwölft in die Krise
Kyle Helms (links) und Brandon Alderson. Foto: Archiv/Veigel

 

Die war angesichts der personellen Misere erwartbar: Für das Duell mit den Allgäuern standen Trainer Gerhard Unterluggauer gerade noch zwölf Feldspieler zur Verfügung. Die brachten eine Energieleistung aufs Eis, spielten clever, waren das bessere Team. Allein: Reichen sollte das nicht.

Der Beginn passte zur aktuellen Situation der Falken: Nach nur 50 Sekunden lag die Scheibe im Kasten von Leon Frensel, der überraschenderweise den Vorzug vor Marcel Melichercik erhalten hatte. Die Allgäuer nutzten einen Fehler der Falken: Steven Billich passte auf den völlig freien Sami Blomqvist und der ließ dem fast bedauernswerten Frensel keine Chance. Auch danach waren zunächst die Gastgeber präsenter, scheiterten mit ihren Chancen aber am jungen Keeper der Falken. Der machte seine Sache ordentlich, was sein Team beflügelte. In der fünften Minute hatten die FalkenPech: Das 1:1 gaben die Unparteiischen nicht, da Justin Maylan bei seinem Schuss zugleich in Kaufbeurens Keeper gefahren war - und zurecht auf die Strafbank musste.

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Den Falken war in dem konfusen Spiel jedoch nicht anzumerken, dass sie personell auf der letzten Rille daherkamen: Sie waren heiß, spielten aggressiv nach vorne und erarbeiteten sich peu à peu ein leichtes Übergewicht. Eine erste Überzahl jedoch wussten sie, wie so oft, nicht zu nutzen - und liefen ihrem frühen Rückstand weiter hinterher. Probleme bereitete den Falken, dass sie bei jedem Wechsel mit veränderten Reihen aufs Eis zurückkamen - die Abstimmung litt. Dafür agierte Kaufbeuren defensiv zuweilen fahrlässig, unter anderem auch, weil Heilbronn ein gutes Forechecking spielte. Das war angesichts der personellen Misere überraschend - aber ein probates Mittel. Die Frage war nur: Wie lange würden sie das durchhalten?

Passierte im ersten Drittel nichts mehr, nahm die Partie nach der Pause an Fahrt auf. Die Heilbronner waren nun klar überlegen - und belohnten sich diesmal auch: Mark Heatley erzielte den längst überfälligen Ausgleich. Zunächst deutete er in einer 2:1-Überzahlsituation einen Pass an, um doch selber abzuschließen.

Falken hatten große Chancen

Die Falken wollten mehr und hatten auch die große Chance, in Führung zu gehen: Doch eine eineinhalbminütige, doppelte Überzahl ließen sie ungenutzt. Und das sollte sich bitter rächen: Ausgerechnet in einer Druckphase unterlief Heilbronn ein Fehler: Corey Mapes unterschätzte als letzter Mann das Tempo des heraneilenden Blomqvist. Der Finne schnappte sich die Scheibe, ging an Mapes vorbei und schob zum 2:1 (30.) ein.

Als die Falken binnen Sekunden zwei Strafen kassierten, war es geschehen: Die Allgäuer nutzten die doppelte Überzahl, Joseph Lewis traf zum 3:1 (35.). Eine schwere Bürde für zwölf Feldspieler, an deren Einstellung es bis zum Ende nichts auszusetzen gab. Die Laufbereitschaft stimmte. Und noch hatten die Falken nicht fertig. Sie drücktenweiter auf die Tube, erarbeiteten sich Chancen - im Gegensatz zu blassen Gastgebern. Doch egal, ob Alderson, Maylan, Schlenker oder wer auch immer: alle vergaben. Da half es wenig, dass die Falken das Spiel bis zum Ende offen hielten. Sie gingen wieder nur leer aus.

Tor: Frensel, Melichercik. Abwehr: Heywood - Kurz, Kronthaler - Martens, Mapes. Angriff: Kirsch - Alderson - Maylan, Heatley - Schlenker - Helms, Fink. Tore: 1:0 (1.) Blomqvist, 1:1 (23.) Mark Heatley. 2:1 (30.) Blomqvist, 3:1 (35.) Lewis. Strafminuten: 14/12. Schiedsrichter: Mischa Apel, Volker Westhaus. Zuschauer: 2489.