Falken sind im Derby lange Zeit nur Passagier

Eishockey  Beim 3:4 bei Tabellenführer Bietigheim sind die Heilbronner Falken über weite Strecken harmlos. Während die Stimmung in den Zuschauerreihen geladen ist, spielen die Derby-Rivalen der Falken ihren Stiefel souverän herunter.

Von Martin Peter

Eishockey DEL2 SC Steelers Bietigheim vs. Falken Heilbronn
Jordan Heywood von den Falken und Max Lukes von den Steelers schenken sich nichts. Foto: Pressefoto Baumann  

Kurzum: Das war nichts. Die Heilbronner Falken haben im Derby bei den Bietigheim Steelers lange Zeit auf verlorenem Posten gestanden und unterlagen am Ende 3:4 (0:2, 1:2, 2:0). Vor mehr als 4000 Zuschauern hatte das Team von Trainer Gerhard Unterluggauer zu einem gelungenen Derby zwei Drittel lang nichts beizutragen - und blieb beim souveränen Tabellenführer der DEL 2 weitgehend blass. „Wir waren heute 40 Minuten lang nur Passagier im Derby und nicht bereit zu arbeiten“, sagte der Österreicher. Dennoch wurde es am Ende noch einmal spannend.

Falken überlassen Steelers das Feld

Die Falken waren den Erwartungen in den Anfangsminuten nicht wirklich gewachsen: Mutlos überließen sie den Steelers das Feld – und der Tabellenführer nahm die Einladung an. Scheiterte Tyler McNeely in der zweiten Minute noch an Torhüter Andrew Hare, kannte Matt McKnight eine Minute später keine Gnade: Er hämmerte die Scheibe am überraschten Hare vorbei ins kurze Eck -1:0.

Dieser Treffer zeigte Wirkung: In einer anschließenden Überzahlsituation waren die Falken völlig indisponiert, trauten sich kaum in des Gegners Endzone. So war es kein Wunder, dass nicht mehr als ein kläglicher Schuss heraussprang - Harmlosigkeit vom Feinsten.

Unaufgeregte Gastgeber

Ihre erste wirkliche Chancen spielten die Falken in der sechsten Minute heraus: Doch der freistehende Dennis Palka brachte die Scheibe nicht an Ilay Sharipov vorbei. Die Steelers machten es in der Folge im Stile eines Spitzenteams, spielten unaufgeregt, versuchten nicht einmal zu glänzen. Für Heilbronn, das an der starken Defensive verzweifelte und kaum zu Chancen kommt, reicht es. Zumal die Falken ihre Überzahlsituationen ungenutzt verstreichen, immerhin aber eine Steigerung erkennen ließen. So sorgte Marcus Götz in der 13. Minute mit einem Schuss aufs kurze Eck immerhin für ein Lebenszeichen.

Die Steelers beeindruckte das wenig: In der 18. Minute ließen sie das 2:0 folgen. Norman Hauner schüttelte Kevin Lavalleé ab und knallte den Puck ins lange Eck.

Heilbronn bemüht, Bietigheim souverän

Den Falken war anzumerken, dass sie es im zweiten Abschnitt besser machen wollten - allein: Es klappte nicht. Zwar hatte Brad Ross noch die erste Chance. Das Tor machte aber wieder Bietigheim: Wie schon beim 2:0 überwand Hauner den Falken-Torhüter, der beim Schuss ins kurze Ecke wieder an den Hare der ersten Spiele erinnerte. In diesem Stil ging es weiter: Heilbronn war zwar bemühter, aber die Tore machten die Steelers, die ihren Stiefel souverän herunterspielten.

Ließ Heilbronn seine Überzahl verstreichen, brauchten die Gastgeber bei ihrer nur wenige Sekunden, um das 4:0 (28.) zu erzielen. McKnight stocherte den Puck vorbei an Hare und beendete damit den Arbeitstag des Kanadiers. Unterluggauer schickte Leon Frensel zwischen die Pfosten. Besserung brachte das nur  bedingt. Die Steelers blieben, ohne sich anstrengen zu müssen, überlegen, doch Frensel hielt sein Tor bis zur Pause sauber. Immerhin. Vor des Gegners Kasten aber suchte man die Falken vergebens, sie waren eines Derbys bis dahin unwürdig. Darüber vermochte auch das 1:4 in letzter Sekunde des zweiten Drittels nicht hinwegtäuschen.

Falken kommen dem Ausgleich noch mal nahe

An eine Aufholjagd schien ohnehin niemand ernsthaft zu glauben. Allerdings war Heilbronn nun präsenter, ohne dass sich am Spielstand etwas änderte. „Das letzte Drittel war dann ganz okay“, sagte Unterluggauer, dessen Team noch einmal hoffen durfte. In der 56. Minute traf Kevin Lavalleé zum 2:4, 20 Sekunden später lag die Scheibe erneut im Tor: Kyle Helms besorgte das 3:4 und brachte die Spannung zurück ins Derby, das seinem Namen nun gerecht wurde. Heilbronn war dem Ausgleich nah - doch das wäre des Guten zu viel gewesen. Es blieb beim 3:4.

Unflätige Fans

Dass die Fans der Heilbronner Falken und der Bietigheim Steelers in tiefster Abneigung verbunden sind, das machten sie gestern vor Spielbeginn einmal mehr deutlich. Abwechselnd brüllten sich die Anhänger aus den Kurven zum Warmmachen unflätigste Beleidigungen entgegen – nicht eine davon kann hier guten Gewissens wiedergegeben werden. Immerhin: die Stimmung war gut - und geladen. 

Sorgen um Mapes

Nach einer überstandener Gehirnerschütterung stand Corey Mapes im Derby am Sonntag wieder auf dem Eis. Und doch bleibt der Verteidiger das Sorgenkind: Bei einem Zweikampf in den Schlussminuten landete Mapes in der Bande und blieb verletzt auf dem Eis liegen. Er hatte sich an der Schulter verletzt und wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. „Es sieht nicht gut aus“, sagte Gerhard Unterluggauer, der hofft, dass zumindest keine Bänder gerissen sind.

Tor: Hare, Frensel. Abwehr: Kurz – Heywood; Martens – Götz, Kronthaler – Eckl; Mapes. Angriff: Ross – Maylan – Alderson; Helms – Heatley – Lavallée; Kirsch - Schlenker – Bernhardt; Palka – Gelke - Fink.

Tore: (3.) 1:0 Matt McKnight, 2:0 (18.) Norman Hauner, 3:0 (22.) Norman Hauner, 4:0 (28.) Matt McKnight, 4:1 (40.) Mark Heatley, 4:2 (56.) Kevin Lavalleé. 4:3 (56.) Kyle Helms.

Strafminuten: 16/14.

Schiedsrichter: Markus Krawinkel, Bastian Haupt.

Zuschauer: 4012.