Falken holen Schwung fürs Derby

Eishockey  So macht jubeln Spaß. Nach einem Heimsieg. Und noch mehr Spaß macht es direkt vor einem Derby. Am Freitagabend gewannen die Heilbronner Falken vor 1312 Zuschauern in der Kolbenschmidt-Arena gegen die Lausitzer Füchse mit 5:2 (1:1,3:0,1:1).

Von Marc Schmerbeck

Falken holen Schwung fürs Derby

1:1, elfte Minute: Falken-Stürmer Mark Heatley (links) überwindet Maximilian Franzreb, den Torhüter der Lausitzer Füchse.

Foto: Marc Schmerbeck

 

Am Sonntag (17 Uhr) geht es zum Erzrivalen nach Bietigheim. Auch die Fans stimmten sich schon mal auf das Nachbarschaftsduell gegen die Steelers ein. "Wir hassen Bietigheim", war unter anderem aus dem Heilbronner Fanblock zu hören.

Aber auch die Bietigheimer gehen mit einem Sieg ins Derby. 2:0 hieß es in Bad Tölz. Für das Selbstvertrauen brauchten die Steelers dies im Gegensatz zu den Falken nicht. Das hat der DEL-2-Tabellenführer auch so. Und nach dem Aufschwung der Falken zuletzt darf auch ein stimmungsvolles Derby erwartet werden. Unter der Woche waren bereits 3200 Tickets für das Spiel in der Egetrans-Arena verkauft.

Früher Rückstand 

Nach Aufschwung sah es gegen Weißwasser zunächst aber nicht auf. Die Falken begannen pomadig. Langsam im Angriff, ohne Ideen, ohne Durchschlagskraft. Heilbronn fand keinen Weg durch die Abwehr der Gäste. Die ersten zehn Minuten gehörten den Füchsen. Nach einem Puckverlust der Falken im neutralen Drittel schalteten die Füchse schneller, und Feodor Boiarchinov schloss schlau und hart ab − 0:1 (3. Minute). Die Falken rannten mal wieder einem Rückstand hinterher. Mit der ersten gelungenen Offensivaktion gelang Mark Heatley das 1:1 (11.). Verdient war das zu diesem Zeitpunkt nicht.

Erst nach einer Viertelstunde wurden die Gastgeber stärker. Langsam kam der Angriff ins Laufen. Doch noch fehlte das Glück im Abschluss. Zwei Mal scheiterte Brad Ross an Maximilian Franzreb. Dann rettete der Füchse-Goalie gegen Justin Kirsch (17.) und Kevin Lavalleé (18.) Die Gäste konnten sich nun kaum noch befreien. Eine Falken- Führung wäre möglich gewesen. Doch sie fiel erst im zweiten Drittel.

Schwache Füchse im Mitteldrittel

Nach einem abgefangenen schlampigen Pass der Füchse schloss Kirsch zum 2:1 ab. Ein erstes Powerplay ließen die Falken danach verstreichen, obwohl sie schnell in die Formation fanden. Beim zweiten Versuch hieß es dann 3:1. Anders Eriksson saß auf der Strafbank, Kyle Helms lief unbedrängt links durch, passte punktgenau auf Lavalleé (32.), der ohne Mühe aus kurzer Distanz einschob. Beim 4:1 durfte dann die vierte Reihe ein Erfolgserlebnis feiern. Dennis Palka war in der 36. Minute der Torschütze zum 4:1. Die Füchse hatten im Mitteldrittel außer einem Lattenkracher keine klaren Möglichkeiten. Zu spielfreudig agierten die Heilbronner.

Im letzten Drittel wechselten sich die Lausitzer zunächst auf der Strafbank ab. Heilbronn konnte die Dauer-Überzahl in den ersten Minuten des letzten Abschnittes aber nicht nutzen. Wenn sich mal eine Möglichkeit ergab, war Franzreb zur Stelle. Als mit Stefan Kronthaler dann ein Heilbronner zum Abkühlen musste, hatten die Gastgeber in den zwei Minuten Unterzahl gar die beste Chance. Richard Gelke (49.) lief nach einem klugen Pass von Jonas Schlenker aufs Füchse-Tor zu, doch wieder blieb der Torhüter Sieger. Dafür betrieb Anders Eriksson (56.) mit dem 4:2 noch etwas Ergebniskosmetik, bevor Brad Ross eineinhalb Minuten vor dem Ende noch das 5:2 gelang.

Fans fordern Derbysieg 

Die Falken fahren schwungvoll nach Bietigheim. Um beim Spitzenreiter etwas holen zu können, ist aber noch mal eine Leistungssteigerung nötig. Der Sieg gegen die Lausitzer Füchse war auf dem Weg zum angestrebten Ziel Pre-Playoffs sicher der wichtigere. Ein Erfolg gegen die Steelers wäre Balsam für die Heilbronner Fanseele. Die Anhänger skandierten zumindest: "Wir wollen den Derbysieg".

 


Heilbronner Falken

Abwehr: Kurz, Heywood - Götz, Martens - Kronthaler, Eckl. Angriff: Ross, Maylan, Aderson - Helms, Heatley, Lavalleé - Kirsch, Schlenker, Bernhardt - Palka, Gelke, Fink. Tore: 0:1 (3.) Fedor Boiarchinov, 1:1 (11.) Mark Heatley, 2:1 (23.) Justin Kirsch, 3:1 (32.) Kevin Lavalleé, 4:1 (36.) Dennis Palka, 4:2 (56.) Anders Eriksson, 5:2 (59.) Brad Ross. Strafminuten: 2/10. Zuschauer: 1312.