Falken-Kommentar: Wegbleiben!

Eishockey  Am Auftaktwochenende der DEL2 setzte es für die Heilbronner Falken zwei Niederlagen. Unser Kollege kommentiert die aktuelle Situation.

Von Andreas Öhlschläger

Ganz am Ende des düsteren Eishockey-Sonntagabends ging in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena die Sonne auf. Inmitten des ansonsten menschenleeren Haupttribünen-Foyers stand Claus Böhm, der frühere Vorsitzende des Heilbronner EC, ein strahlendes Lachen im Gesicht. Böhm ist über den Punkt längst hinaus, an dem er sich von der Leistung der heimischen Eishockeycracks die Laune hat vermiesen lassen. Eigentlich hätte er weinen müssen nach dem Heim-4:7 gegen Crimmitschau.

Erinnerung an die vergangenen Jahre

Die Art und Weise dieser Niederlage erinnerte fatal an all die vielen Jammer-Auftritte der Heilbronner Falken in den vergangenen Katastrophenjahren. Leidenschaft? Kampfgeist? Disziplin beim Einhalten eines Spielplans? Fehlanzeige.

Stattdessen gab es Fehler zuhauf − wie in den unrühmlichen Zeiten der Erfolglos-Trainer Igor Pawlow, Mannix Wolf und Fabian Dahlem. Die Falken-Fans reagierten in den Internet-Foren mit Wut, Verzweiflung und Galgenhumor. Einer schrieb: "Reicht schon wieder... was ich heute gesehen habe, lässt mich den nächsten Sonntag entspannt auf der Couch verbringen."

Die Aufbruchstimmung ist weg

Das ist der entscheidende Punkt. Natürlich, es sind erst zwei von 52 Hauptrundenspielen in der DEL 2 vorbei. Der letzte Tabellenplatz hat jetzt noch keine große Bedeutung. Aber die Aufbruchstimmung nach der guten Vorbereitung ist zerstört. Mit Fabian Dahlems Standardausrede "Wir brauchen Zeit und Geduld" braucht bei den Falken keiner daherzukommen, nicht Trainer Gerhard Unterluggauer und erst recht nicht Geschäftsführer Atilla Eren. Sie hatten einhellig und in den höchsten Tönen den Kader und die Testphase gelobt. Jetzt muss Leistung her. Ohne Kompromisse. Ohne Wartezeit. Ansonsten gilt: lieber auf der Couch bleiben.

Es gibt nach der jahrelangen Tristesse bei den Falken absolut keinen Grund mehr, mit einem Vertrauensvorschuss Geld in die Eishalle zu tragen. Die Mannschaft steht in der Bringschuld. Erstmal müssen regelmäßig starke Leistungen gezeigt werden. Bis dahin gilt: Wegbleiben ist eine ziemlich gute Idee.