Falken: Hohes Tempo mitnehmen nach Crimmitschau

Eishockey  Die Leistung bei der 3:4-Niederlage im Derby in Bietigheim war besser als Trainer Gerhard Unterluggauer dachte. Der Falken-Trainer machte beim Videostudium erfreuliche Entdeckungen, die Mut machen für das Spiel am Dienstagabend in Crimmitschau.

Von Martin Peter

Hohes Tempo mitnehmen nach Crimmitschau

Gerhard Unterluggauer

 

Ein wenig verloren stand Gerhard Unterluggauer da, Sonntagabend auf dem Presse-Podest irgendwo in den Katakomben der Arena in Bietigheim. Mit leerem Blick kaute der Falken-Trainer auf seiner Unterlippe, während er nach dem gerade erst zu Ende gegangenen Derby auf den Start der obligatorischen Pressekonferenz wartete, offenbar auf der Suche nach den richtigen Worten für das Geschehene.

Fündig wurde er zunächst nur bedingt. "Was soll ich schon großartig sagen?", fragte er rhetorisch, um seiner Mannschaft dann für die ersten beiden Abschnitte des Derbys kein gutes Zeugnis auszustellen. Zugesehen habe sein Team, anstatt hart zu arbeiten. "Man muss die Zweikämpfe annehmen. Macht man das nicht, dann sieht man schlecht aus."

Einen Tag und ein Videostudium später jedoch revidierte der Österreicher dies, zumindest in Teilen. Natürlich hätten sich die Falken unter Wert verkauft, vielleicht zu viel Respekt vor Bietigheim gehabt. "Aber es war gar nicht so schlecht, wie ich direkt nach dem Spiel noch gedacht habe."

Charakter gezeigt

Der Auftritt seiner Spieler sei vom Charakter her gut gewesen, zudem habe man die Gastgeber phasenweise unter Druck gesetzt - und Chancen herausgespielt. "Wir haben einige Sachen sogar richtig gut gemacht." Dazu gehörten vor allem auch die hinteren Reihen, die Unterluggauer, der mit seinem Team Dienstagabend (20 Uhr) bei den Eispiraten Crimmitschau erneut auswärts gefordert ist, unmittelbar nach Spielende schon lobte. "Respekt vor der dritten und vierten Linie, die uns im letzten Drittel die Hauptenergie gebracht hat, dass wir noch die Tore machen konnten."

In der Tat war zuletzt auf die vierte Linie Verlass: Sie brachte nicht nur die nötige Erholungszeit für die Top-Reihen. Sondern war in den vergangenen Spielen selber gefährlich.

Eispiraten haben Selbstvertrauen

"Wann immer es geht, will ich mit vier Reihen spielen", betont Unterluggauer stets. Damit sollen heute Abend auch die Eispiraten unter Druck gesetzt werden, die aktuell auf dem fünften Platz der DEL 2 rangieren. Dafür müssen die Falken aber an die letzten zwanzig Minuten des Derbys anknüpfen und das hohe Tempo mitnehmen.

"Crimmitschau ist eine sehr gute Mannschaft mit viel Selbstvertrauen", sagt der Österreicher. Mit Olivier Roy hätten die Eispiraten einen Torhüter zwischen den Pfosten, der seine Mannschaft lange im Spiel hält. Spiele gegen Crimmitschau seien daher meist eng - damit ist auch heute zu rechnen.

Verzichten müssen die Falken auf Corey Mapes: Der Verteidiger hatte sich am Sonntag an der Schulter verletzt, die genaue Diagnose steht erst am Dienstag fest. Die Lücke soll Christoph Eckl schließen, der nun zeigen darf, was er drauf hat. Spätestens im Video sieht es auch der Trainer.