Falken: Es droht die Rückkehr in den Krisenmodus

Eishockey  Der Durchhänger der Falken droht sich in eine veritable Krise auszuwachsen. Gegen den EHC Freiburg ging am Freitagabend das dritte DEL-2-Spiel in Folge verloren. Am Sonntag geht es nach Kaufbeuren.

Von Stephan Sonntag


Der Durchhänger der Falken droht sich in eine veritable Krise auszuwachsen. Gegen den EHC Freiburg ging am Freitagabend das dritte DEL-2-Spiel in Folge verloren. Das zweite hintereinander zudem gegen einen direkten Konkurrenten um einen Pre-Playoffplatz. Das Bedenkliche dabei: Die 1:4 (1:2, 0:2, 0:0)-Niederlage war einfach nur verdient. Freiburg war das engagiertere, energetischere, kurzum das bessere Team.

Immerhin sieben Verteidiger, aber nur neun Stürmer standen im Aufgebot der Falken. Kurzfristig war auch noch Brad Ross krankheitsbedingt ausgefallen. Daher spielten die Sturmreihen in einer Besetzung zusammen, die es in den 41 Saisonspielen zuvor noch nicht gegeben hatte (siehe Stenogramm).

Der Beginn war durchaus vielversprechend. Im Gegensatz zum vergangenen Heimspiel gegen Bad Nauheim war Heilbronn von Beginn an präsent und setzte den Gegner unter Druck. Doch es fehlte sowohl bei Gleichzahl wie bei einer ersten Überzahlsituation die nötige Dynamik und Effektivität.

Leichte Gegentore

Anders bei den Gästen: Falken-Verteidiger Henry Martens hatte gerade auf der Strafbank Platz genommen, da durfte er vorzeitig schon wieder runter. Aus einem Bully vor dem Heilbronner Tor generierte Freiburg das 1:0 (6. Minute). Jannik Herm durfte ungestört vorm Falken-Gehäuse entlang fahren, Kevin Lavallée behinderte Goalie Marcel Melichercik und der Freiburger schob die Scheibe locker ein.

Der Rückstand beirrte die Gastgeber indes nicht. Heilbronn blieb am Drücker und wurde in der elften Minute belohnt. Einen Pass von Kyle Helms verwandelte Brandon Alderson zum verdienten 1:1. Doch mit einem Pfostentreffer von Mark Mancari endete die Falken-Herrlichkeit abrupt. Herm und Enrico Saccomani mit einer Doppelchance sowie Tobias Kunz vergaben in der Folge das Freiburger 2:1. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 109 Sekunden vor Drittelende brachte Kai Herpich die Gäste in Front. Melichercik hatte schon pariert, doch nicht gesehen, dass die Scheibe frei vor der Torlinie lag. Herpich reagierte am schnellsten – und die Falken gingen mit einem Rückstand in die Kabine. 

Viele individuelle Fehler

Mit Wut und neuem Elan kamen die Falken aus der Kabine. Doch wegen zu vieler individueller Fehler, ungenauer Pässe und Missverständnisse im Aufbauspiel, verpuffte die Energie. Alles blieb Stückwerk. Die besseren Chancen hatte weiterhin Freiburg und am Ende des Drittels offenbar auch wieder mehr Luft. Dennis Meyers Schuss wurde in der 37. Minute noch von der Latte gestoppt. Doch in Überzahl fand Marc Mancari den völlig blanken Herpich, der zum 3:1 verwandelte (38.). Und weil nun mal aller guten Dinge drei sind, legte der Stürmer von Freiburgs DEL-Kooperationspartner Schwenningen seinen dritten Treffer nach. Ein Fehlpass von Justin Maylan war der Ausgangspunkt für einen der vielen schnellen Freiburger Gegenangriffe. Herpich erwischte Melichercik im kurzen Eck. Mit Pfiffen wurden die Heilbronner anschließend in die Kabine geschickt.

Mit Leon Frensel im Tor und komplett neuer Reihenzusammenstellung gingen die Falken ins Schlussdrittel. Zwei Top-Reihen mit Alderson, Justin Kirsch und Justin Maylan sowie Kyle Helms mit Kevin Lavallée und Mark Heatley sollten es jetzt richten. Eine echte Verbesserung war aber nicht zu sehen. Einzig erwähnenswert war noch die Spieldauerstrafe gegen Heatley nach einem Ellenbogencheck.

Am Sonntag reisen die Falken nach Kaufbeuren. Die Allgäuer verloren am Freitag mit 3:4 nach Verlängerung gegen die Bayreuth Tigers.

Tor: Melichercik (1. bis 40.), Frensel (41. bis 60.); Abwehr: Kurz - Heywood, Kronthaler - Martens, Mapes - Eckl, Götz; Angriff: Palka - Helms - Alderson, Schlenker - Heatley - Lavallée, Kirsch - Maylan - Fink.
Tore: 0:1 (6.) Herm, 1:1 (11.) Alderson, 1:2 (19.) Herpich, 1:3 (38.) Herpich, 1:4 (40.) Herpich
Schiedsrichter: Nicole Hertrich, Carsten Lenhart
Strafminuten: 31/4.
Zuschauer: 1256