Falken: Den Kopf auf Erfolg programmieren

Eishockey  Gerhard Unterluggauer arbeitet an der Mentalität der Heilbronner Falken. Da kommen die Gegner gerade recht. Am Freitagabend spielen die Falken in Bad Tölz, am Sonntag zu Hause gegen Ravensburg.

Von Martin Peter

Den Kopf auf Erfolg programmieren

Die Falken hatten zuletzt wieder mehr zu lachen: In dieser Szene bejubeln die Spieler einen Treffer von Richard Gelke (Zweiter von links), der sich für seinen Einsatz zuletzt ein Sonderlob vom Trainer verdiente.

Foto: Andreas Veigel

 

Pressekonferenzen direkt nach einem Spiel sind nicht die Sache von Gerhard Unterluggauer. Der Trainer der Heilbronner Falken macht daraus auch keinen Hehl. "Ich mag das so kurz nach dem Spiel nicht", verrät der Österreicher.

Eine objektive Bewertung falle ihm zu diesem Zeitpunkt schwer. "Du glaubst zu wissen, was gut oder schlecht gelaufen ist. Wenn du dir dann das Video anschaust, dann sieht die Sache wieder ganz anders aus."

Falken kommt mit 3:0-Sieg im Rücken

Das war im Derby in Bietigheim der Fall. Hatte der Trainer seine Mannschaft da für die ersten beiden Drittel noch angezählt, musste er das später revidieren. "Das war nicht so schlecht", sagte er.

In Crimmitschau unter der Woche, als die Falken 3:0 gewannen, schien der Trainer in der Pressekonferenz angetan. Hinterher sah Unterluggauer aber Sachen, die ihm während des Spiels nur bedingt auffielen. "Wir waren im ersten Drittel schlampig."

Siegermentalität implantieren

Mit einer Siegermentalität hatte das wenig zu tun, doch genau die will der Österreicher seinen Spielern implantieren. "Wir müssen dazu das Setting im Kopf neu programmieren." Das hat sich der Trainer auf die To-do-Liste geschrieben. "Die Jungs müssen verstehen, dass Siege nicht einfach so kommen, sondern harte Arbeit sind."

Dazu gehöre, dass jeder Spieler mehr Selbstverantwortung übernimmt. "Jeder muss hinterher in den Spiegel schauen und dann sagen: Das war gut, das weniger und sich dann fragen, warum es so gewesen ist." In Crimmitschau dürfte der Blick in den Spiegel bei den meisten positiv ausgefallen sein.

In der Summe stellt auch Unterluggauer ein gutes Zeugnis aus. "Wir waren anfangs vielleicht nicht überzeugend, haben aber trotzdem einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen." Dazu gehört neben dem Glück des Tüchtigen auch, dass die Falken sogar die Drittel positiv gestalten, in denen sie nicht dominant sind − wie eben jener erste Durchgang bei den Eispiraten, als Heilbronn eine 1:0-Führung mit in die Pause brachte.

Am Wochenende: In Tölz und gegen Ravensburg

In Bad Tölz diesen Freitag um 19.30 Uhr und im Heimspiel am Sonntag gegen Ravensburg sollen nach Vorstellung des Trainers die nächsten kleinen Schritte hin zu einem Siegerteam folgen. Zwei gute Gradmesser. "Die Tölzer spielen mit Stolz, die Mannschaft besteht zu 80 Prozent aus Tölzern, die sehr hart arbeiten", hat Unterluggauer im Video beobachtet. "Da wird jeder Shift umkämpft sein, da müssen wir gegenarbeiten."

Wohingegen mit den Towerstars am Sonntag ein Topteam in der Kolbenschmidt-Arena weilt. "Die haben einen brutalen Speed", lobt Unterluggauer. Er will in dem Spiel auf Konter setzen. Die Partie beginnt an diesem Familientag mit vergünstigten Eintrittspreisen um 17 Uhr.

In Überzahl läuft es nicht

Spätestens bis dahin soll auch das Überzahlspiel besser laufen: Aktuell sind die Falken in dieser Statistik mit unterirdischen 10,9 Prozent Schlusslicht der DEL 2. "Ich weiß auch nicht warum, aber da ist der Wurm drin", sagt der Trainer. In der vergangenen Saison war das Powerplay der Falken zeitweise überragend. "Da hat auch keiner gewusst warum."

Unterluggauer sagt: "Nun brauchen die Jungs mal ein Erfolgserlebnis." Weil sie im fünf gegen fünf häufig ein Powerplay aufziehen, rät der Trainer, den Kopf in Überzahl auszutricksen. "Sie sollen sich den imaginären fünften Gegner vorstellen."