Clevere Falken besiegen hektische Huskies

Eishockey  Das war playoffwürdig: Mit einer absoluten Topleistung haben dezimierte Heilbronner Falken am Dienstagabend einen in der Höhe verdienten 5:2 (2:1, 1:0, 2:1)-Sieg bei den Kassel Huskies eingefahren. Der Vorsprung auf Rang elf beträgt nun acht Punkte.

Von Stephan Sonntag

Clevere Falken besiegen hektische Huskies
Kevin Lavallée erzielte das wichtige 4:1 für die Falken. Foto: Archiv/Veigel  

Zweikampfstark, diszipliniert und abgeklärt präsentierte sich das Team von Trainer Gerhard Unterluggauer beim drittbesten Heimteam der DEL 2. Gleich ein Sturmquartett fehlte den Falken in Nordhessen. Kyle Helms, Justin Kirsch, Richard Gelke und Mark Heatley mussten passen. Zusammen erzielten sie rund ein Drittel aller Saisontore. Immerhin bekamen die Falken noch drei komplette Sturmreihen zusammen.

Der Start verlief verheißungsvoll, gleich mit dem ersten Angriff hatte Kapitän Jordan Heywood die Chance zum 1:0, traf aber nur das Außennetz. Im Gegenzug folgte die kalte Dusche. Ex-Falke Adriano Carciola erzielte die Führung für die Huskies. Corey Mapes und Kevin Lavallée waren jeweils zu spät gekommen und der wieder ins Tor gerückte Marcel Melichercik machtlos.

Doch die Falken spielten ungerührt weiter. Diszipliniert und simpel, so wie sich Unterluggauer das wünscht. Das wurde belohnt. Lavallée machte seinen Fehler beim 0:1 durch Zweikampfstärke an der Bande wett, bediente den freistehenden Dennis Palka, der locker zum 1:1 einschob (3. Minute).

Carciola darf frühzeitig duschen

In Sachen Disziplin hatten die Gastgeber ihre Schwierigkeiten. Drei Strafen kassierten sie im ersten Drittel, Torschütze Carciola zudem eine zehnminütige Disziplinarstrafe. Im dritten Anlauf wussten die Falken eine Überzahlsituation zu nutzen. Tim Bernhardt überwand Markus Keller im Huskies-Tor mit einem frechen Bauerntrick (18.).

Carciola war im zweiten Drittel kam wieder auf dem Eis, als er nach einem weiteren Ellenbogencheck endgültig duschen gehen durfte. Die Huskies wurden jetzt bissig, attackierten selbst in Unterzahl hitzig. Doch viele Aktionen waren viel zu hektisch, wodurch die Falken immer wieder leicht in Puckbesitz kamen. Von der Erregtheit der Gastgeber ließen sie sich nicht anstecken, spielten weiter mit kühlem Kopf.

Eine Nicht-Chance aus unmöglichem Winkel verwandelte Topscorer Brandon Alderson zum 3:1. Goalie Keller war die Scheibe unglücklich an den Schlittschuh geprallt und von dort über die Torlinie. Justin Maylan (31.), Bernhardt (33.), Heywood (34.) und noch einmal Maylan (36.) hätten sogar auf 4:1 erhöhen können. Auf der anderen Seite rettete Melichercik grandios im Sitzen (39.). Keller war dann Sekunden vor Drittelende nochmal mit einem Monster-Save gegen Bernhardt zur Stelle.

Kein Sturmlauf der Gastgeber

Der erwartete Sturmlauf der Huskies im Schlussdrittel blieb aus. Mit kompletten vier Sturmreihen angetreten hätte der Tabellenvierte eigentlich über die größeren Kraftreserven verfügen müssen. Doch eine ganz fix gespielte Aktion von Palka auf Lavallée sorgte schnell für die Vorentscheidung zum 4:1 (44.). Der Rest war starke Verteidigungsarbeit und ein nahezu unüberwindbarer Melichercik dahinter.

Ex-Falke Tyler Gron traf zwar in doppelter Überzahl noch zum 2:4 und die Falken mussten noch weitere 1:49 Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis überstehen. Doch Brad Ross beendete schließlich jegliches Zittern mit seinem Empty-Net-Goal zum 5:2-Endstand (60.).

 

Tor: Melichercik, Frensel; Abwehr: Heywood - Kurz, Mapes - Götz, Martens - Kronthaler, Eckl; Angriff: Alderson - Maylan - Ross, Lavallée - Bernhardt - Palka.

Tore: 1:0 (1.) Carciola, 1:1 (3.) Palka, 1:2 (18.) Bernhardt, 1:3 (30.) Alderson, 1:4 (44.) Lavallée, 2:4 (56.) Gron, 2:5 (60.) Ross

Strafminuten: 28/10

Zuschauer: 1951.

Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Daniel Ratz