Bus kontrolliert wegen angeblich fehlender Genehmigung

Heilbronn  Am Freitag wurden die Mannschaftsbusse der Heilbronner Falken und der Bietigheim Steelers durchsucht. Für die Aktion verantwortlich ist das Landratsamt Heilbronn, Ziel war der Busunternehmer. Die Steelers müssen wegen der Kontrolle am Dienstag ein Spiel nachholen.

Von Friedhelm Römer und Stephan Sonntag

Heilbronner Falken Bus durchsucht
Der Bus der Heilbronner Falken wurde am Freitag durchsucht. Grund waren angeblich fehlende Genehmigungen. Foto: Archiv/HSt

Laut des Heilbronner Landratsamts gab es einen triftigen Grund, weshalb die Mannschaftsbusse der Heilbronner Falken und der Bietigheim Steelers am vergangenen Freitagnachmittag auf dem Weg zu ihren Spielen in der DEL 2 von der Polizei angehalten und kontrolliert wurden.

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"Nach unserer Erkenntnis hat der betreffende Busunternehmer seit August 2017 keine Genehmigung zur Personenbeförderung mehr für seinen Betrieb", erklärte Landratsamt-Pressesprecher Manfred Körner gegenüber der Heilbronner Stimme. Sowohl die Steelers als auch die Falken werden vom gleichen Busunternehmen bedient.

Busunternehmer will sich bisher nicht zu dem Fall äußern

Der Busunternehmer, so Körner weiter, sei im zurückliegenden halben Jahr bereits einmal von der Polizei bei einer Personenbeförderung erwischt worden. Körner weiter: "Die Polizei hat im Interesse der Sicherheit gehandelt. Für die Personenbeförderung muss man schließlich zuverlässige Leute haben."

Der betroffene Busunternehmer wollte sich ohne vorherige Akteneinsicht nicht öffentlich zu dem Fall äußern. Die kann er aber erst am Montag beantragen. Falken-Manager Atilla Eren kündigte an, das Gespräch mit dem Unternehmer zu suchen. "Wir sind jetzt natürlich sensibilisiert. Es muss garantiert sein, dass wir nächsten Sonntag nach Crimmitschau fahren können."

Falken ließen die Kontrollen entspannt über sich ergehen

Dabei lief die Kontrolle des Falken-Mannschaftsbusses am vergangenen Freitag relativ unspektakulär ab. Gerade als die Schranke an der Kolbenschmidt-Arena passiert werden sollte, wurde das Gefährt von der Polizei und einem Zivilfahrzeug gestoppt. "Die Kontrolle dauerte etwa 25 Minuten. Die Beamten haben sich Fahrzeupapiere und den Fahrauftrag zeigen lassen", berichtet Eren.

Der Manager ließ sich den Zeitverlust schriftlich bescheinigen, für den Fall, dass die Falken zu spät in Bayreuth angekommen wären. Letztlich war die Kontrollaktion keine große Sache. "Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren mit dem Unternehmen zusammen und hatten bisher nie Probleme." Im Fall der Steelers ging die Sache nicht so glimpflich aus.

War die Aktion verhältnismäßig?

Einige Fragen blieben am Wochenende allerdings noch offen. Warum wurde diese konzertierte Kontrollaktion - es wurde zeitgleich auch noch der Fanbus der Falken überprüft - ausgerechnet am Freitag durchgeführt? Laut Landratsamt liegt ja bereits seit fünf Monaten keine Genehmigung mehr vor, in dieser Zeit sind allein die Mannschaftsbusse jedes Wochenende unterwegs gewesen.

War die Aktion verhältnismäßig? Immerhin wurde in der Folge ein teures Profispiel abgesagt. Warum durfte der Falkenbus weiterfahren, während in den beiden anderen Fällen Ersatzbusse organisiert werden mussten? Es herrscht noch Klärungsbedarf.

Bietigheim gegen Crimmitschau wird am Dienstag nachgeholt

Die am Freitag wegen der Kontrollen abgesagte Partie zwischen den Eispiraten Crimmitschau und den Bietigheim Steelers wird am Dienstag, 27. Februar, um 20 Uhr nachgeholt. Dies entschied die DEL 2 am Sonntag. In der offiziellen Mitteilung heißt es: "Das Ermittlungsverfahren gegen Bietigheim hat ergeben, dass eine schuldhafte verspätete Anreise nicht vorlag [...]. Es liegt kein Verstoß gegen §12 Absatz 3 der Spielordnung vor."

Der genannte Paragraf verpflichtet den Gastverein, Reisen so zu planen, dass die Beteiligten mindestens zwei Stunden vor Spielbeginn am Spielort eintreffen. Für Busse wird dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern angenommen.

Steelers kamen nach der Polizei-Kontrolle zu spät

Erhebliche Verzögerung Im Grunde also eine ganz einfache Rechnung. Die Steelers sind rechtzeitig losgefahren und wurden von der Heilbronner Polizei bei Weinsberg gestoppt. Wegen einer fehlenden Genehmigung zur Personenbeförderung durfte der Bus nicht weiterfahren. Die Beschaffung eines Ersatzbusses zog sich hin.

Als er zur Verfügung stand, war er zu klein für die Spieler plus Ausrüstung. Also wurde noch überlegt, ob die Mannschaft mit dem Ersatzbus voraus fährt und der ursprüngliche Bus das Material hinterherfährt. Die früheste Ankunftszeit der Steelers in Crimmitschau wäre dann aber 22.30 Uhr gewesen. Zu spät, um das Spiel noch zu beginnen.

Unmut bei den Eispiraten

Bei den Eispiraten sorgte die Liga-Entscheidung am Sonntag für erheblichen Unmut. Die Fans hatten gehofft, dass das Spiel mit 5:0 Toren und drei Punkten zugunsten ihres Teams gewertet würde. In den sozialen Netzwerken war viel von einer angeblichen Diskriminierung der Ostvereine zu lesen.

Sportliche Klärung

"Eine Spielwiederholung ist aus meiner Sicht die einzig richtige Lösung, den Steelers ist aus meiner Sicht nichts vorzuwerfen", sagte Falken-Manager Atilla Eren bereits am Samstag. "Die Frage, wer den Sprung in die Pre-Playoffs schafft, sollte rein sportlich geklärt werden."

Unberührt von dieser Liga-Entscheidung können die Eispiraten Schadenersatz gegen die Steelers, respektive gegen das Busunternehmen geltend machen. Schließlich fallen schon in der Vorbereitung eines Spieltags Kosten an, zudem kommen zu einem Dienstagsspiel erheblich weniger Zuschauer als zu einem Freitagsspiel. In der DEL-2-Spielordnung ist diese Schadenersatzsumme bei schuldhaften Verhalten des Gastvereins auf 15 000 Euro gedeckelt. In einem Zivilverfahren könnten sie auch höher sein.