4:1: Falken schlagen auch Frankfurt

Eishockey  Die Heilbronner Falken sind das Team der Stunde in der DEL 2: Wenige Tage nach dem Sieg gegen die Kassel Huskies zähmte die Mannschaft von Trainer Gerhard Unterluggauer am Mittwochabend auch die Frankfurter Löwen.

Von Martin Peter

Nach einer ganz starken Vorstellung schickten die Falken den Vorjahresmeister mit 4:1 (0:0, 2:1, 2:0) wieder nach Hause – und setzten ihren Höhenflug fort.

Das erste Drittel: es gehörte alleine den Falken. Dass auch der Meister auf dem Eis stand, war zu keinem Zeitpunkt spürbar. Nach 20 Sekunden hatte Brad Ross mit seinem Schuss auf das Tor von Brett Jaeger die Richtung vorgegeben, in die es gehen sollte. Die Falken spielten, was sie bereits in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte: gradliniges Eishockey.

Zunächst Chance um Chance vergeben

Das war gut anzuschauen, zumal Heilbronn eine Chance nach dem anderen kreierte, jedoch noch nicht traf. Unterbrochen wurde der Sturmlauf nach fünf Minuten durch die erste Strafe. Doch auch in Unterzahl machten die Falken ihre Sache gut, mehr als ein Schuss gelang Frankfurt, mit 130 Toren stärkstes Offensivteam der DEL 2, nicht.

Immerhin durfte auch Falken Torhüter Marcel Melichercik mal mitwirken, ansonsten war der Keeper beschäftigungslos. Sein Gegenüber hatte da weitaus mehr zu tun, die Falken liefen Sturm, in der achten Minute vergaben Justin Kirsch und im Nachschuss Richard Gelke noch die dicksten Chancen. Brad Ross wollte dem in nichts nachstehen – und setzte den Punk drei Minuten später nach einer Traumkombination nur an den Pfosten.

Auch ihre zweite Überzahl ließen die Falken wenig später trotz bester Chancen ungenutzt. Danach gönnten sich die Gastgeber eine Mini-Verschnaufpause – blieben aber das gefährlichere Team. Nur die Tore: sie fehlten.

Fink sorgt für die Führung

Doch auch damit war nach 35 Sekunden im zweiten Drittel Schluss: Einen Fehler im Aufbau der Gäste nutzte die vierte Reihe der Falken zu einem Konter. Jonas Schlenker passte quer auf Michael Fink, der das 1:0 besorgte. Mitte des zweiten Drittels kam Frankfurt besser ins Spiel. Nun hatte sich auch gelohnt, dass sich  Melichercik warm gemacht hatte. Der Keeper stand in der 31. Minute im Zentrum des Geschehens, in der die Löwen die Scheibe gleich dreimal gefährlich aufs Tor droschen. Der 31-Jährige war jedoch der gewohnt sichere Rückhalt.

In der 37. Minute lag die Scheibe dann aber  im Tor: Nachdem ein Foul an Richard Gelke nicht geahndet wurde, nutzten die Gäste die Aufregung - und erzielten das 1:1. Doch die Falken in ihrer aktuellen Form haben auch darauf eine Antwort: In doppelter Überzahl erzielte Justin Kirsch auf Vorarbeit von Ross das 2:1. Sollte etwa wieder ein Meister Federn in Heilbronn lassen?

Die Gastgeber drückten jedenfalls aufs Tempo, wollten das wohl vorentscheidende 3:1 erzwingen. Allein: Es glang zunächst nicht. Dabei waren Chancen da. Doch auch Frankfurt war noch im Spiel: Das merkten die Falken spätestens bei einem Pfostentreffer (45.). So blieb es spannend. Zumal die Gastgeber vier Minuten in Folge in Unterzahl agierten. Die Löwen bissen sich jedoch die Zähne aus.

Zuschauer sind aus dem Häuschen

Letztlich kam es für die Einheimischen noch besser: Kaum wieder komplett, traf Mark Heatley zum 3:1 und verwandelte die Kolbenschmidt-Arena in ein Tollhaus. Die Zuschauer hielt nichts mehr auf den Rängen, sie trugen die Falken mit Gesängen bis zur Schlusssirene. Die dankten es mit dem zum 4:1 durch Alderson.

Tor: Melichercik, Frensel. Abwehr: Heywood – Kurz; Martens – Götz, Kronthaler – Eckl, Mapes. Angriff: Alderson, - Maylan - Ross, Helms – Heatley – Bernhardt, Kirsch – Gelke – Palka, Lavallée – Schlenker – Fink. Tore: 1:0 (21.) Michael Fink, 1:1 (37.) Tyler Gron, 2:1 (40.) Justin Kirsch, 3:1 (52.) Mark Heatley, 4:1 (55.) Brandon Alderson. Strafminuten: 10/12. Schiedsrichter: Marcus Brill und Cori Müns.