3:4 nach Verlängerung - Falken verspielen dreimalige Führung

Eishockey  Der Heilbronner Eishockey-Zweitligist verliert am Sonntagabend in der Verlängerung gegen Ravensburg. Ein Grund: die Falken haben nur noch fünf fitte Verteidiger - und am Ende zu wenig Energie.

Von Stephan Sonntag

Falken verspielen dreimalige Führung

Ravensburgs Adam Lapsansky (links) foult hier den Heilbronner Brandon Alderson. In der Verlängerung sorgte er für den Siegtreffer der Gäste. Foto: Andreas Veigel

 

Lediglich einen Punkt konnten die Falken am Wochenende ergattern. Nach der 1:3-Niederlage am Freitag in Bad Tölz unterlagen die Heilbronner am Sonntag auf heimischem Eis den Ravensburg Towerstars mit 3:4 n.V. (2:1, 1:1, 0:1). "In den ersten beiden Dritteln haben wir mit viel Druck und sehr körperbetont gespielt. Im Schlussdrittel waren wir leider zu passiv und sind keine Checks mehr gefahren", sagte Trainer Gerhard Unterluggauer.

Einmal mehr hatten die Falken nach der Verletzung von Patrick Kurz mit nur fünf Verteidigern antreten müssen. Stephan Kronthaler rückte für "Shorty" an die Seite von Kapitän Jordan Heywood. Das zweite Pärchen bildeten Henry Martens und Marcus Götz. Christoph Eckl ergänzte die Abwehr als fünfter Mann. "Am Ende sind uns schon ein bisschen die Kräfte ausgegangen", gab Unterluggauer hinterher zu.

Falken mit gutem Start

Heilbronner Falken gegen Ravensburg. Foto: Andreas Veigel  

Trotz dieses Handicaps erwischten die Falken den besseren Start. Der zuletzt wegen seiner Abschlussschwäche in die Kritik geratene Justin Maylan erzielte mit einer starken Einzelaktion die frühe 1:0-Führung (6. Minute). Keine Minute später war ein lautes "Pliiiing" in der Kolbenschmidt-Arena zu vernehmen: Ein abgefälschter Schuss von Martens landete am Lattenkreuz.

Statt der Heilbronner jubelten kurz darauf die Gäste. Ein Verlegenheits-Bandenpass ging genau in den Lauf von Adam Lapsansky, der Brian Roloff mustergültig zum 1:1-Ausgleich bediente (10.).

Überzahltor für die Falken

Heilbronner Falken gegen Ravensburg. Foto: Andreas Veigel  

Eine Minute später kassierte Sören Sturm die erste Strafzeit für die Gäste. Das schwächste Überzahlteam der DEL 2 nutzte die Gelegenheit überraschend umgehend. Zwar war das Powerplay 1:51 Minuten wenig überzeugend, aber Justin Kirsch gewann einen verlorenen Puck mit langem Stock zurück und Kevin Lavallée traf durch die Schoner von Jonas Langmann zum 2:1 (13.)

Der Deutsch-Kanadier hätte auch der Mann des Mitteldrittels werden können. Doch keine seiner vier Großchancen führten zu weiteren Treffern. Die Monster-Gelegenheit hatte er gleich nach Wiederbeginn. Doch Langmann parierte aus kürzester Distanz. Ebenso in der 32. Minute. "Jonas hat uns in den ersten beiden Dritteln im Spiel gehalten", sagte Ravensburgs Trainer Jiri Ehrenberger.

Dann kassierten die Falken in Person von Tim Bernhardt ihre erste Strafzeit und mussten prompt den Ausgleich durch David Zucker hinnehmen (34.).

Praktisch im Gegenzug vergab Lavallée eine hochkarätige Doppelchance und schien schon die traurig-symbolische Gestalt zu werden. Doch mit einem Schuss aus unmöglichem Winkel, bei dem Langmann ganz schlecht aussah, sorgte Justin Kirsch für die erneute Führung (37.).

Verdienter Ausgleich

Das Schlussdrittel dominierten dann die Gäste. In der 43. Minute traf David Pfaffengut den Pfosten, zwei Minuten später erging es Robin Just ebenso. Das Falken-Glück war jetzt aber aufgebraucht. Drei Sekunden vor Ende der zweiten Unterzahlsituation traf Jakub Svoboda mit einem satten Schlagschuss zum verdienten 3:3-Ausgleich (46.).

In der Folge hatten die Towerstars weitere Chancen, um die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch Andrew Hare hielt immerhin den einen Punkt fest.

In der Overtime war der Falken-Goalie bei einem Alleingang von Adam Lapsansky ebenfalls zur Stelle. Doch die Schiedsrichter hatten ein Foul gesehen und entschieden auf Penaltyshot. Diese zweite Chance ließ sich Lapsansky nicht mehr entgehen.

Statistiken

Tor: Hare, Frensel. Abwehr: Kronthaler - Heywood; Martens - Götz, Eckl. Angriff: Ross - Maylan - Alderson; Helms - Heatley - Lavallée; Kirsch -Schlenker - Bernhardt; Palka - Gelke - Fink.

Tore: 1:0 (6.) Maylan, 1:1 (10.) Roloff, 2:1 (13.) Lavallée, 2:2 (34.) Zucker, 3:2 (37.) Kirsch, 3:3 (46.) Svoboda, 3:4 (63.) Lapsansky

Strafminuten: 4/6.

Schiedsrichter: Sascha Westrich, Jens Steinecke

Zuschauer: 1393.