Falsches Rot: Fähnle muss zuschauen

Von unserem Redakteur Klaus Apitz

Falsches Rot: Fähnle muss zuschauen

"Wir hatten ein kleines Tief, uns fehlte es zuletzt hinten an Aggressivität."

Stefan Fähnle

 

Handball - Die Horkheimer sind an diesem Samstag (20 Uhr) beim TV Hochdorf im Einsatz und Stefan Fähnle darf nicht mitspielen. Der Abwehrchef des Tabellenzweiten der 3. Liga Süd hat vor einer Woche eine Rote Karte kassiert, mit der er noch immer hadert.

Im Handball geht es nicht zimperlich zu. Es ist eine Sportart, die mit großem körperlichen Einsatz geführt wird. Nach einem Spiel geht kaum einer ohne blaue Flecken vom Feld. Und es passieren im Eifer des Gefechts Fouls. Stefan Fähnle kennt sich da aus. Hat auch schon mal Rote Karten erhalten, weil er die dafür vorgesehene Grenze von drei Zeitstrafen erreicht hatte. Doch wegen angeblich übermäßiger Härte direkt vom Feld zu fliegen, das ist ihm in zehn Aktivenjahren jetzt erstmals passiert.

Robuster Einsatz

Es war vor einer Woche im Spiel gegen den Vorletzten TSG Söflingen. Die Horkheimer führten mit 36:35 und wollten in den letzten Sekunden ein Gegentor verhindern. Da wurde ein Angreifer der Gäste im dichten Pulk mit robustem Einsatz abgedrängt. Die Schiedrichter pfiffen, hatten Fähnle als Sünder ausgemacht. Und irrten sich, was immer mal wieder vorkommt. "Vor mir stand noch einer von uns", war Fähnle völlig frustriert, dass es ihn traf, der den Gefoulten gar nicht berührt hatte. Und als die Unparteiischen auch noch einen Bericht wegen besonders rohen Spiels verfassten, war er bedient. Das bedeutet nämlich zwei Wochen Sperre. "Eine krasse Fehlentscheidung", sagt Trainer Volker Blumenschein.

Nun muss Fähnle zuschauen. "Mir geht es nicht so gut", sagt er auf Anfrage, denn nicht mithelfen zu können, obwohl er fit ist, das sei bitter. Zumal er gerade jetzt mit seinen Mitstreitern in der Abwehr hätte beweisen können, dass es besser geht. Besser als in Neuhausen und gegen Söflingen, als eine der besten Defensivreihen der Liga 36 Tore zuließ.

"Wir hatten ein kleines Tief, es fehlte uns zuletzt hinten an Aggressivität und die Torhüter waren auch nicht so stark wie sonst ", sagt Fähnle. Doch Blumenschein wiederum setzt auf den Faktor, dass die Truppe sich ohne Fähnle wieder richtig reinhängt. "Wir wollen uns anders präsentieren", so der Trainer. Das wird auch nötig sein, denn die Hochdorfer haben in der Offensive ein gefährliches Trio. Kai Zimmermann, Tim Beutler und Steffen Dietz haben es zusammen auf 225 Tore gebracht. Und sie haben als Ballverteiler einen wie den erfahrenen Matthias Polifka, der schon in der zweiten Liga gespielt hat. Und vor einem Jahr noch ein Horkheimer war.

Spitzenspiel

Es ist ein Spitzenspiel in der Südpfalz, denn der Gastgeber TV Hochdorf hatte zuletzt einen Lauf von 7:1 Punkten. Hat sich klammheimlich aus dem grauen Mittelfeld auf Rang vier vorgepirscht. Und Fähnle? Den ärgert es zwar noch immer, dass er zum Zuschauen verdammt ist. Doch er geht davon aus, dass es in der Defensive wieder besser läuft. "So wie sie zuletzt gegen den Erstligisten Göppingen gespielt haben, mache ich mir keine Sorgen." Und kann sich damit trösten, dass es weitaus wichtigere Sachen als den Handball gibt. Denn privat sind es für ihn gute Zeiten, er wird im Sommer seine langjährige Freundin Heike Wagner heiraten.

14 Tage, fünf TSB-Spiele

Sie sind Amateure mit einer kleinen Nebeneinkunft. Doch dieser Tage müssen die Horkheimer Handballer ran, als wären sie Profis. Fünf Spiele in 14 Tagen, da sind die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Der Marathon begann vor einer Woche gegen Söflingen, am Dienstag folgte das Benefizspiel gegen Göppingen, jetzt geht es nach Hochdorf. Kommenden Dienstag spielt der TSB im Pokalviertelfinale in der Stauwehrhalle gegen Söflingen. Ende mit Stress ist dann am kommenden Samstag zu Hause gegen Obernburg. kap
 




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