VfB Stuttgart siegt beim SC Ilsfeld mit 11:1

Ilsfeld - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat ein Freundschaftsspiel beim Bezirksligisten SC Ilsfeld mit 11:1 (6:1) gewonnen. Trotz des regnerischen Wetters waren 3000 Zuschauer ins Dietersbergstadion gekommen.

Von Stephan Sonntag





Ilsfeld - Diese 6. Minute wird Philipp Röck nie vergessen. Irgendwann einmal wird er vielleicht seinen Enkeln erzählen, wie das denn an diesem 14. Mai 2010 war, wie er als letzter Spieler den Torwart Jens Lehmann bezwingen konnte. Der Torjäger des Bezirksligisten SC Ilsfeld nutzte am Freitagabend einen weiten Ausflug des 40-Jährigen im Trikot des VfB Stuttgart zum 1:1-Ausgleich. „Ich kann es nicht fassen. Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht“, sagte Röck. Am Ende setzte sich der Bundesligist mit 11:1 beim Unterländer Club durch – und alles drehte sich um Jens Lehmanns allerletztes Spiel.

Trotz des regnerischen Wetters waren 3000 Zuschauer zum Freundschaftsspiel ins Dietersbergstadion gekommen. Die mussten dann aber mit ansehen, wie der Erstligist schnell wieder auf dem Spielfeld in Führung ging und sie noch bis zur Pause auf 6:1 ausbaute. Das war auch nicht weiter verwunderlich, denn der VfB agierte mit elf Feldspielern.

Sprechchöre

Hielt sich Lehmann zu Beginn der Partie noch hauptsächlich an der Mittellinie auf, war er nach einer halben Stunde fast nur noch am Sechzehner der Gastgeber zu finden. Alles begann damit, dass seine Mitspieler ihn aufforderten, einen Freistoß aus gut 20 Metern auszuführen. Die Zuschauer schlossen sich mit „Lehmann, Lehmann“-Sprechchören an. Der Freistoß wurde dann allerdings von der Ilsfelder Abwehr zur Ecke abgewehrt.

Danach versuchte der VfB mehrfach seinen Keeper in eine gute Schussposition zu bringen. Lehmann sollte sich mit einem Tor verabschieden – doch es war zu sehen, warum der Mann aus Essen zeitlebens das Tor hütete, statt es unter Beschuss zu nehmen. In der 40. Minute wurde der 40-Jährige dann von VfB-Trainer Christian Gross ausgewechselt. Die VfB-Spieler rannten auf ihren Torwart zu, stemmten ihn in die Höhe und trugen ihn auf ihren Schultern vom Platz. Das war’s dann also für den Torwart Lehmann.

Ein schöner Abgang, der von Hunderten Fans flankiert wurde, die diesen Moment der Fußballgeschichte aus nächster Nähe miterleben wollten. Dass auch nach der 40. Minute noch Fußball gespielt wurde, ging im ganzen Trubel beinahe unter. Sven Schipplock erzielte drei Treffer. Am Ende hieß es 11:1 für den VfB. Und auch auf Ilsfelder Seite gab es einen Gewinner: VfB-Manager Horst Heldt steckte Philipp Röck noch ein kleines Souvenir zu: Lehmanns Torwarthandschuhe.

Gross: Urlaub in Spanien

Zur Weltmeisterschaft nach Südafrika fliegt er nicht. Viel Zeit, um sich fernab des Fußballs zu erholen, gönnt sich VfB-Erfolgstrainer Christian Gross aber auch nicht. „Im Juni mache ich zehn Tage Urlaub in Spanien“, erzählt der Schweizer. Am 25. Juni ist in Stuttgart dann der Trainingsauftakt. Am Tag darauf wird der VfB in sein erstes Vorbereitungslager nach St. Moritz reisen. Aufs Oberengadin freut sich Christian Gross, auch wenn es kein Urlaubsaufenthalt sein wird: „In St. Moritz ist es wunderschön. Allein das Licht da oben inspiriert.“ Ob man es den VfB-Profis später auf dem Platz ansehen wird?

SC Ilsfeld

Matthias Grimm, Marc Enchelmaier, Marius Gebhard, Markus Schuster, Marcel Kalmbach, Jochen Schmid, Michael Luithle, Daniel Wasczowicz, Philipp Röck, Jens Maile, Simon Röck, Uwe Kieseberg, Willi Wunder, Manuel Hekel, Nico Golembiewski, Nico Kraft, Nico Spohn, Holger Fischer, Christian Neher, Sascha Kraft, Simon Braun, Dominik Baumann, Clemens Knödler, Alexander Schütz

VfB Stuttgart

Jens Lehmann, Georg Niedermeier, Martin Lanig, Timo Gebhart, Arthur Boka, Christian Molinaro, Matthias Schwarz, Thomas Geyer, Daniel Didavi, Julian Schieber, Raphael Holzhauser, Timo Hammel, Ali Pala, Öztürk Karatas, Patrick Funk, Roberto Hilbert, Sven Schipplock, Sebastian Hertner.

Tore: 0:1 (5.) Boka, 1:1 (6.) Röck, 1:2 (7.) Boka, 1:3 (15.) Lanig, 1:4 (18.) Schieber, 1:5 (20.) Niedermeier, 1:6 (41.) Lanig, 1:7 (52.) Schieber, 1:8 (67.) Schipplock, 1:9 (82.) Schipplock, 1:10 (87.) Öztürk, 1:11 (89.) Schipplock

Schiedsrichter: Marcel Beck (Hohenlohe)