FC Wangen siegt und setzt Verfolger unter Zugzwang

Das Wetter gab dem FC Wangen eine Steilvorlage zum Ausbau seiner Spitzenpostion. Denn in der Landesliga konnte nur das Reichsstädter-Derby in Isny am Samstag ausgetragen werden. Als Vorteil erkannt, nahmen die Wangener die Vorlage an. Am Ende stand es nämlich 1:3 für den Tabellenführer, dessen Auftritt auch für einiges vor zwei Wochen geleistetes wieder versöhnte.


Von FC-Pressesprecher Michael Scheidler


Es war zu aller erst eine Versöhnung der Spieler des FC Wangen mit sich selbst. Sie hatten letztlich den Rohrkrepierer zwei Wochen zuvor verursacht. Nun, am Samstag beim FC Isny zählte dies nur mehr als Mahnung, welche unter dem Strich beherzigt worden ist. Die Mittel waren jedem Akteur bewusst, hatte Herbert Breher diese in den zwei Spiel-losen Wochen ohne Ende gepredigt.

Ähnliches war auch dem FC Isny nach zu sagen, der fußballerisch nun nicht die Möglichkeiten wie die Wangener aufweisen kann, dafür aber mit Leidenschaft und Einsatz dagegen halten wollte. Entsprechend gestaltete sich das Spiel beider so eng wie die räumlichen Verhältnisse des Isnyer Kunstrasen.

Doch aller Isnyer Kampfesmut reichte nicht, den abgezockteren FC Wangen in die Schranken zu weisen. Nur zweimal gelang es den Platzherren, die Wangener Abwehr zu düpieren. Doch Ferry Balaeis Treffer fand wegen unredlicher Mittel (Handspiel) keine Anerkennung (30.). Hingegen zählte das Tor zum 1:1 durch Dominic Wagner (55.). Da hatte der FC Wangen bei eigenem Eckball nicht auf einen schnellen Konter gerechnet. Die Vorarbeit von Christian Schmähl war zugleich dessen beste Leistung im Spiel.

Gemessen am Auftritt des FC Isny nach dem Wechsel war das 1:1 verdient. Doch durften die Mannen von Martin Berkmann im Grunde froh sein, dass die in Blau spielenden Roten vor der Pause ihren Ruf als Chancentod fast so unter Beweis stellten wie später ihren Siegeswillen. Alleine Philipp Boenke hatte zweimal die Führung auf der Stirn bzw. auf dem Fuß. Doch zuerst überrascht von der durchkommenden Flanke (16.), dann mit einem Alu-Treffer (20.) brachte er die Wangener Anhang schon zum Grübeln. Es reichte dennoch zu seinem 18. Treffer, da er den Querpass von Alex Nikolaidis zuerst sicherheitshalber stoppte, dann einschob (40.).

Die Entscheidung fiel durch zwei Spieler, deren vielseitige Mittel im Spiel immer wieder die Effektivität übertrafen. Zunächst „bediente“ Jean-Luc Perlas nach Flanke von Philipp Boenke per Pfostentreffer den mit gelaufenen Alex Nikolaidis (85.). Kurz darauf revanchierte sich der wuselige Grieche und bediente seinen Kollegen aus Togo (88.). Bei allem Glück belegten die beiden Treffer auch den Abstand in der Tabelle. Denn Wangen hatte gegen Ende nochmals zulegen können, wollte den 17. Dreier einholen. Dem hatte Isny nichts mehr entgegen zu setzen.


Für Herbert Breher war die Freude von großer Erleichterung geprägt. Mehr als er zugeben wollte, hatten ihn die beengten Verhältnisse gesorgt. Mit Einsatz und Präsenz einerseits, mit spielerischen Momenten zwischendurch und dem nötigen Schussglück aber nahmen ihm seine Spieler diese Sorgen. Breher selbst nannte den Sieg enorm wichtig, schon weil der FC Wangen seine Verfolger weiter unter Zugzwang setzt.

Bald wichtiger aber ist, dass der FC Wangen wieder in der Wettkampfpraxis steht, daraus Sicherheit für die kommende schwere Aufgabe gegen Biberach gewinnen konnte.


FC Isny: Fabian Doubek, Michael Riechel, Daniel Hail, Alexander Odemer, Johannes Zähringer (75. Jan-Philipp Raab), Tobias Kirchmann, Dominic Wagner, Tobias Fuchs (46. Cüneyt Besen), Björn Ludwig, Farhad Balaeikoradel, Chris Schmähl (85. Kai Ludwig)

FC Wangen 05: Michael Schmähl - Markus Hengge, Benjamin Mähr (90+1. Christos Karelas) - Jochen Frey, Jean-Luc Perlas, Artur Müller (88. Daniel Wellmann), Christian Karrer, Niklas Klawitter, Simon Lang (71. Manuel Galbusera) - Alexandros Nikolaidis, Philipp Boenke

Kader: Philipp Birker, Matthias Hepp, Daniel Allgäuer

Tore: 0:1 Philipp Boenke (40.); 1:1 Dominic Wagner (55.); 1:2 Alexandros Nikolaidis (85.); 1:3 Jean-Luc Perlas (88.)

Schiedsrichter: Alexander Paul

Zuschauer: 300 Kunstrasen



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