Mit Kältetechnik in die heiße Phase

Von unserem Redakteur Eric Schmidt

Mit Kältetechnik in die heiße Phase
Auf dem Sprung in die Verbandsliga? Kapitän Timo Schwab und der VfB Eppingen nehmen in diesem Jahr den nächsten Anlauf.Fotos: Eric Schmidt 

Fussball - Marc Söder trug schwarze Handschuhe, Andreas Schilling hatte eine Wollmütze und einen dicken Schal an. Der VfB Eppingen, er wurde kalt erwischt. Als sich der Fußball-Landesligist am Montagabend zum ersten offiziellen Training im neuen Jahr traf, herrschten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Minus 3 Grad. Werner Habiger störte sich nicht am kühlen Empfang, der ihm und seiner Mannschaft bereitet wurde. "Das geht. Den Spielern wird’s schon noch warm", sagte der Trainer mit einem Lächeln im Gesicht.

Es wird wieder Ernst für die Kicker aus dem Kraichgau. Nach einer Auszeit von eineinhalb Monaten hat der VfB mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen. Fünf Wochen Zeit hat der Tabellendritte, um sich fitzumachen und sich einzuspielen für den Auftakt am Samstag, 3. März, bei der Spvgg. Sandhofen.

Vollversammlung

Beim Trainingsstart herrschte Vollversammlung auf dem Kunstrasen im Hugo-Koch-Stadion. Bis auf Torwart José Quintana (Grippe), Verteidiger Jan-Philipp Kubasta (Weisheitszahn-Operation) sowie den beiden Stürmern Muharrem und Erhan Kara (beruflich verhindert) waren alle Mann an Bord − insgesamt 27 Spieler. Neue Gesichter? Die gibt es nicht. Der VfB vertraut seinem seinem großen, gut bestückten Kader. Auch in Sachen Abgängen hat sich nicht viel getan. Lediglich Pascal Winter kehrte dem Verein den Rücken und greift nun für seinen Heimatclub, den VfB Bad Rappenau, an.

"Es will keiner mehr weg aus Eppingen. Das zeigt, dass wir so viel nicht falsch machen hier", sagt Habiger. Klar, in seinem letzten halben Jahr als VfB-Coach ist der Trainerfuchs besonders motiviert. Ein Aufstieg zum Abschied − es gäbe nichts Schöneres für den Mann aus Bonfeld. In einer mehrminütigen Ansprache stimmte der 54-Jährige die Spieler ein auf das "große Ziel". Man habe jetzt nur noch Endspiele, das verlange volle Konzentration. Wer sein Nachfolger werde, sei geregelt. "Wenn jemand meint, er kann für Unruhe sorgen, dann hau’ ich dazwischen. Dann spielt er nicht", stellte der Trainer klar.

Dass der VfB als Meister in die Verbandsliga aufsteigt, so vermessen ist niemand der Verantwortlichen. Spitzenreiter SV Sandhausen II hat neun Punkte Vorsprung, das ist viel − zu viel. Die Kraichgauer orientieren sich lieber an der SG HD-Kirchheim, die nur drei Zähler mehr hat auf dem Konto. "Auf Heidelberg müssen wir aufpassen. Die habe ich im Visier. Platz zwei ist mein Ziel", sagt Habiger und hofft auf einen besseren Start als in der Hinrunde. Drei Niederlagen in den ersten vier Spielen. Schlimme Schlappen vor eigenem Publikum wie das 1:4 gegen Aufsteiger VfB Gartenstadt. Der VfB, er hatte bedenklich gewackelt, ehe er mit fünf Siegen in den letzten sechs Spielen vor der Winterpause noch auf Platz drei stürmte. "Der Anfang war katastrophal. Andere Mannschaften hätten sich da nicht mehr rausgezogen. Wir aber haben uns gefunden und uns stabilisiert. Unsere Neuzugänge haben einfach Zeit gebraucht", sagt Habiger.

Schwerpunkt

In der Vorbereitung legt der Coach Wert auf Ballarbeit. Zu Leichtathleten, die im Kraichgaustadion im Kreis rumrennen, will Habiger seine Kicker nicht ausbilden. Stattdessen gibt es Koordinationsübungen an der Koordinationsleiter, Dehnungs- und Kräftigungsübungen und jede Menge Spielformen. "Wenn ich sehe, die Spieler nehmen es zu locker, nehm’ ich ihnen den Ball wieder weg. Dann wird halt doch gelaufen", sagt Habiger. Was die Taktik betrifft, so setzt er auf das System, das sich im Verlauf der Vorrunde als das beste bewährt hat: auf ein 4-4-2, mit Simon Mairhofer als zweiter Spitze neben Stefan Beierle. "Dass wir Simon vorne installiert haben, hat unserem Spiel gut getan", erklärt der VfB-Trainer. "Stefan braucht jemanden, der Dampf macht neben ihm."

Ob es auch in der Rückrunde funktioniert? Seinen ersten Stresstest hat der VfB bereits am Samstag, 15 Uhr, wenn Verbandsligist FC Heidelsheim auf dem Kunstrasen in Eppingen gastiert. Dann ist vor allem Kältetechnik gefragt. Es soll noch frostiger werden am Wochenende. Minus sechs Grad.

Mit Kältetechnik in die heiße Phase
Das nennt man Anspannung: Verteidiger Marc Söder bei den Dehnübungen. 
Mit Kältetechnik in die heiße Phase
Bleibt bei der Stange − zumindest für ein halbes Jahr: Trainer Werner Habiger. 


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