Wellington und Sejad Salihovic schießen 1899 Hoffenheim zum 2:0 bei Arminia Bielefeld

Der Almtraum
Der Schuss zum 1:0: Wellington Luis de Sousa nutzt einen Abwehrschnitzer des DSC Arminia Bielefeld zur Führung für 1899 Hoffenheim aus.Foto: dpa 
Fussball - Wellington kam sich vor wie im Traum. Mit geschlossenen Augen rannte der Angreifer von 1899 Hoffenheim querfeldein über den Rasen der Schüco-Arena, dann richtete der 21-Jährige ein paar Stoßgebete in Richtung Himmel. Endlich hatte er es wieder geschafft. Zum ersten Mal seit dem 7. Februar, dem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach, hatte er wieder ein Tor geschossen - gestern Abend. Es war der Treffer zur 1:0-Führung im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld. Am Ende hatte der Fußball-Bundesligist aus dem Kraichgau dank eines Foulelfmeters von Sejad Salihovic mit 2:0 (82.) die Nase vorn.

Guter Riecher

Ralf Rangnick hatte es kommen sehen, was in Wellington steckt. Schon nach dem 2:0 gegen den 1. FC Köln hatte der Trainer der Fußball-Bundesligisten seinen stürmischen Brasilianer gelobt - auch wenn er leer ausgegangen und kaum zum Torschuss gekommen war. Aber er hatte gekämpft und war fast jedem Ball hinterher gehechelt. „Er macht Fortschritte. Und er ist sehr engagiert“, sagte Rangnick.

Auf der Bielefelder Alm war Wellington zum richtigen Zeitpunkt auf der Höhe. Kapitän Per Nilsson hatte in der 25. Minute einen langen Ball nach vorne gespielt, den Arminia-Verteidiger Andre Mijatovic mit der Brust annahm - und Wellington genau vor die Füße legte. Der machte kurzen Prozess. Aus der Drehung zog er mit seinem rechten Fuß ab, unhaltbar für Torwart Dennis Eilhoff, zum 1:0 ins lange Eck.

Für „Hoffe“ war es eine der wenigen Sternstunden an diesem Mittwochabend. Arg viel mehr wollte den Kraichgauern nicht gelingen, und letztlich hatten sie es ihrem Glück, dem Torpfosten und einem überragenden Timo Hildebrand im Tor zu verdanken, dass sie den zweiten Sieg in Folge feiern durften. In der 4. Minute, nach einem Volleyschuss von Oliver Kirch, rettete der Außenpfosten für „Hoffe“ - genauso wie in der 10. Minute, nach einem Kopfball des unglücklichen Mijatovic. In der 12. Minute klärte Hildebrand bei einem Schuss ins kurze Eck von Christopher Katongo, in der 29. Minute mit dem Knie gegen Kirch. Seine stärkste Parade zeigte der Mann für alle Bälle in der zweiten Halbzeit, als er einen Gewaltschuss von Artur Wichniarek reaktionsschnell mit der rechten Hand zur Ecke lenkte (58.). Später sorgte Salihovic mit dem Foulelfmeter zum 2:0 für die Entscheidung.

Wellington sah man es nach dem Schlusspfiff an: Er war glücklich und zufrieden. Manchmal hat man Albträume, wenn man in Bielefeld Fußball spielt. Wellington erlebte gestern Abend etwas ganz, ganz anderes: einen großen Almtraum. esc



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