Sehr gutes Zwischenzeugnis für Sinsheim

Von Lars Müller-Appenzeller

Seelenbalsam in schwerer Zeit

Fussball - Steffi Jones tut, was sie besonders gut kann: Sie strahlt. Gestern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim hat sie besonders gestrahlt. Weil die Präsidentin des Organisationskomitees (OK) der Frauen-WM 2011 ein besonders gutes Zeugnis bekommen hat. „Alle Stadien sind absolut für die WM geeignet und topmodern“, lobte Tatjana Haenni. Die Schweizerin ist Leiterin der Inspektionsgruppe, die zehn Tage lang 2513 Kilometer durch Deutschland fuhr, um die neun WM-Stadien, 43 Hotels und 26 Trainingsplätze unter die Lupe zu nehmen. Das Stadion von 1899 Hoffenheim kommt besonders gut weg: „Es ist absolut perfekt“, sagt Haenni, „alles ist voll durchdacht.“ Und das zählte bei dieser Inspektion mehr als 800 Tage vor dem Eröffnungsspiel - die 32 Spiele gehen vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 über den Rasen.

Steffi Jones strahlte also. „Danke, das ist ein sehr schönes Zwischenzeugnis.“ Die 36-Jährige wurde sachlich: „Aber wir wollen uns nicht darauf ausruhen.“ Der Mädchen- und Frauenfußball soll nachhaltig weiter nach vorne gebracht werden. Das könnte klappen. Was die Stadien betreffe, habe Deutschland ein Zeichen gesetzt, so Tatjana Haenni. Hausaufgaben gebe es keine: „Was das Organisatorische, die Stadien, Hotels und so betrifft, da müssen wir nicht aktiv involviert sein“, sagt die Fifa-Funktionärin. Die größere Herausforderung werde es sein, alle Tickets zu verkaufen. Da wolle man helfen.

Nicht zu helfen Grundsätzlich ist dem OK erst einmal nicht zu helfen. Es gilt, Entscheidungen zu treffen. Jetzt werden die Hotels rausgesucht. Die sollen in der Nähe der Stadien sein und müssen bis zu vier Mannschaften á 35 bis 40 Personen plus um die 20 Fifa-Offizielle aufnehmen können. „Tendenziell sollen alle im gleichen Hotel untergebracht sein“, sagt Heike Ullrich, die Abteilungsleiterin Turnierorganisation. So große Hotels bietet der Kraichgau eher nicht. Gestern wurden deshalb unter anderem Hotels in Heidelberg begutachtet - das OK orientiert sich in Richtung Rhein-Neckar-Region und nicht Richtung Heilbronn. Somit ist auch nicht zu erwarten, dass die ein oder andere der 16 Mannschaften auf Sportplätzen der Region zu sehen sein wird. Denn die Trainingsanlagen müssen in Hotel-Nähe liegen.

Eine Frage bei der Pressekonferenz lautete, ob die Staus rund um die Rhein-Neckar-Arena bei der Inspektion ein Thema gewesen seien. Tatjana Haenni sagte: „Nein“. Steffi Jones ergriff das Wort: „Ich war beim Spiel Hoffenheim gegen Cottbus und stand im Stau. Mir wurde gesagt, dass sich die Situation verbessert habe und bis zur WM an den Strukturen gearbeitet wird.“ Auch wenn Steffi Jones die Pressekonferenz mit einem Strahlen beendete: Ein bisschen Hausaufgaben gibt es doch - zumindest für Sinsheim.

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Sehr gutes Zwischenzeugnis für Sinsheim
Ein Präsent zum Abschied: Steffi Jones (links) mit Tatjana Haenni.Foto: Müller 
Sehr gutes Zwischenzeugnis für Sinsheim
Sonnenschein über der Rhein-Neckar-Arena: Das WM-Stadion wird gelobt - wenngleich es noch das Stau-Problem zu beseitigen gilt.Foto: Archiv/Veigel 


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