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Klötzchen stapeln in Köln
Von Andreas Öhlschläger
Fussball - Es ist bei 1899 Hoffenheim wie im Kindergarten: Jetzt müssen sie die Klötzchen wieder aufeinanderstapeln, die sie selbst umgeworfen haben. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg stand Verteidiger Marvin Compper vor dem Kabinentrakt der Rhein-Neckar-Arena und ärgerte sich über die leichtfertig abgegebenen Punkte. "Es ist wie ein Turm, den man sich aufbaut - und dann einfach kaputt macht."
Mit einem Sieg hätten es die Hoffenheimer im Idealfall auf den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga schaffen können. Nun reisen die Kraichgau-Kicker als Siebter zum 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). "Das Niveau des Spiels ist zweitrangig. Was zählt sind die drei Punkte", hat Trainer Ralf Rangnick klargemacht. Eine Pleite beim bislang so offensivschwachen Dreizehnten - Hoffenheim verschwände im grauen Mittelmaß der Bundesliga.
Dort aber will der ehrgeizige Rangnick gewiss nicht hin. Die Europa League ist das Ziel. Fünfter sollten sie schon werden, die Hoffenheimer. Ansonsten droht der vorzeitige Verlust von Top-Spielern. Wichtig ist vor allem eines: Die Spieler müssen in Köln mental voll da sein, vom Anfang bis zum Ende. In Erinnerung ist noch das Eingeständnis von Linksverteidiger Christian Eichner nach dem Wolfsburg-Spiel: "15 Minuten lang haben wir alles vermissen lassen, was man braucht, um erfolgreich Fußball zu spielen."
Soldo lobt 1899
Der Kölner Trainer Zvonimir Soldo denkt ans andere Gesicht der Hoffenheimer Mannschaft, wenn er vor dem Duell der beiden Aufsteiger des Sommers 2008 sagt: "Die sind sehr stark, die haben einen sehr guten Kader." Das zeigt allein die große Zahl der Länderspiel-Abstellungen. Die Nationalspieler sind ohne ernsthafte Blessuren nach Hoffenheim zurückgekehrt. Und Zoff gab es auch nicht - ganz im Gegensatz zum 1. FC Köln.
Beim Tabellen-Dreizehnten, der sich vor knapp zwei Wochen durch das glückliche 1:0 in Berlin ein wenig Luft verschafft hat, sorgten ausgerechnet zwei Erfolgstypen der Woche für Ärger. Die slowenischen Nationalspieler Milivoje Novakovic und Miso Brecko nahmen nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2010 noch am Staatsempfang teil und wollten erst am Freitag nach Köln zurückkehren. Das aber passte den FC-Bossen gar nicht. Sie ließen Novakovic und Brecko am Donnerstagabend mit einem Charterflug zurückholen. Novakovic nannte das Vorgehen des Vereins "respektlos". Dies wiederum ärgerte Trainer Zvonimir Soldo maßlos. "Sowas habe ich noch nie in meiner Profikarriere erlebt, dass einer sowas sagt", motzte er. Die Freude war dahin, dass zwei Spieler "Selbstvertrauen tanken konnten" - wie im Übrigen auch Problemstürmer Lukas Podolski, der fürs deutsche Nationalteam zwei Mal gegen die Elfenbeinküste traf.
Zwei Duelle, zwei Siege
Im dritten Erstliga-Duell mit dem 1. FC Köln wollen die Hoffenheimer ihre bislang makellose Bilanz erhalten. 3:1 gewannen sie in der Vorsaison auswärts, 2:0 zu Hause. Auch jetzt müssen es drei Punkte werden. Ralf Rangnick hat es seinen Mannen mit auf den Weg gegeben. Unterschätzen sollte man die Kölner aber nicht. In zwölf Spielen kam der FC zwar nur auf die klägliche Marke von 28 Torchancen. Aber mit nur zwei Toren - jeweils durch Novakovic - holte das Team in den letzten fünf Spielen acht Punkte.
1899-Torjäger Vedad Ibisevic möchte nur allzu gerne den Frust über die mit Bosnien knapp verpasste WM verdrängen: "Wir wollen an den Plätzen oben dranbleiben. In unsere Leistungen müssen wir noch mehr Konstanz bringen." Es macht einfach keinen Spaß, den Turm immer wieder von Neuem aufzubauen.
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