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Forsche Töne von Ralf Rangnick
Von Andreas Öhlschläger

Fußball - Erfolglos oder erfolgreich? Das ist Ansichtssache. Ralf Rangnick sieht es so: „Wir sind seit sechs Spielen ungeschlagen.“ Hmm!? In der Bundesliga gab es fünf Unentschieden in Serie, davor die 1:4-Pleite gegen Leverkusen. Aber zuletzt hat 1899 Hoffenheim das Testspiel gegen Nürnberg mit 2:1 gewonnen. Der Trainer jedenfalls beharrt auf seiner rosaroten Sicht der Dinge. Dass die Hoffenheimer in vielen Medien zu einer Rückrunden-Krisentruppe gemacht worden sind, passt Ralf Rangnick (Foto: dpa) gar nicht. „Die Mannschaft hat alles probiert, ist immer wieder ans Limit gegangen.“ Angesichts der Verletzungsserie ist für den Trainer klar: Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll. Mindestens. „Aber darüber wird nicht geschrieben.“
Gut drauf
Forsch hat sich Rangnick vor dem Spiel am Samstag in Hamburg präsentiert. „Wir werden dort auf Sieg spielen.“ Dass der HSV momentan auf einer Erfolgswelle surft, dass die Hamburger von zwölf Liga-Heimspielen nur eines verloren haben? Er weiß es. „Aber ich glaube: Wir sind gut drauf.“ Die zuletzt ausgefallenen Asse Demba Ba (11 Saisontore), Chinedu Obasi (6) und Sejad Salihovic (5) werden in den Kader zurückkehren und womöglich auch von Beginn an spielen.
Ängstlich nach hinten schauen, weil der Tabellensechste VfB Stuttgart bis auf zwei Punkte herangekommen ist, das ist nicht die Sache des Hoffenheimer Trainers. Er geht in die Offensive. „Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln und aus den letzten neun Spielen so viel herausholen wie möglich. Es ist noch alles möglich.“ Also auch der Titel? „Unter den besten Sechs“, betont Rangnick, „kann jeder noch Meister werden - wie wahrscheinlich das ist, ist eine andere Frage.“
Mit einem Sieg beim HSV wäre Hoffenheim wieder voll dabei im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Die zu ihren Nationalmannschaften abgestellten Spieler sind alle gesund zurückgekehrt. Der von Bundestrainer Joachim Löw zwei Mal von Beginn an aufgebotene Rechtsverteidiger Andreas Beck hat seine Sache nach Ansicht von Rangnick „gut gemacht“.
Umgebaute Abwehr
Seine Defensiv-Viererkette muss der Hoffenheimer Trainer kräftig umbauen. Nach den schweren Verletzungen von Jaissle und Ibertsberger werden Per Nilsson (Innenverteidigung) und Christoph Janker (links) in die Startelf rücken. Beide, so Ralf Rangnick, hätten nun die Chance, sich Stammplätze für die kommenden Wochen zu sichern. Der 24-jährige Janker hofft, „dass ich mal über einen längeren Zeitraum spielen darf“. Gar so zuversichtlich wie sein Trainer geht er ans Spitzenspiel aber nicht heran: „Der HSV hat einen stärkeren Kader als wir. Und vom Trend her sind sie uns auch voraus. Wir fahren da als klarer Außenseiter hin.“
Die Sache mit dem Trend müsste intern vielleicht noch einmal besprochen werden. Die Hoffenheimer sind schließlich seit Wochen ungeschlagen. Ob nun in fünf oder sechs Partien, ist ja egal. Eines aber gibt sogar der Positivdenker Rangnick zu: „Mit Unentschieden kommt man nicht voran. Im Gegenteil: Da trittst du auf der Stelle.“ Deshalb soll jetzt ein Sieg her beim HSV.
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