Es ist noch Platz auf dem Oberarm

Von unserem Redakteur Florian Huber

Es ist noch Platz auf dem Oberarm

"Stani und Babbel sind akribische Arbeiter."

Alexander Zorniger

 

Fussball - Ein bisschen Platz auf dem linken Oberarm hat Markus Babbel noch. Wappen und Schriftzüge aller seiner bisherigen Clubs zieren den muskulösen Arm des ehemaligen Nationalspielers. Da sind Tattoos der Bayern, vom VfB Stuttgart, dem FC Liverpool. Das HSV-Logo ist zu sehen, sogar seinen Jugendclub TSV Gilching hat er sich verewigen lassen. Es spricht viel dafür, dass die zuletzt um Hertha BSC ergänzte Sammlung mit dem Vereinswappen der TSG 1899 Hoffenheim Zuwachs bekommt. In der Eschelbacher Straße in Hoffenheim gibt es sogar ein Tattoostudio.

Heute soll Markus Babbel als neuer Trainer von 1899 Hoffenheim vorgestellt werden. Für 11.30 Uhr ist eine Pressekonferenz im Clubzentrum angesetzt. Auf der Tagesordnung: Die Präsentation des neuen Trainers. Schon morgen (15.30 Uhr) wird dieser dann bei Werder Bremen auf der 1899-Trainerbank Platz nehmen.

Profifußball ist ein Geschäft des steten Wandels. Eine Woche vor Heiligabend 2011 spielte Hertha BSC mit dem Trainer Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim. Die Pressekonferenz danach geriet zu einer lustigen Show, an deren Ende der damalige Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski zum Investigativ-Reporter mutierte: "Herr Babbel, glauben Sie, dass Sie bei der Weihnachtsfeier noch im Amt sein werden?" Babbel grinste und hauchte ein bayerisch-deftiges "Orschloch!" ins Mikrofon. Die beiden Trainer fielen sich um den Hals. Und Stanislawski hatte den richtigen Riecher.

Machtkampf Trotz des 1:1 in letzter Minute war Markus Babbel der große Verlierer. Einen Tag später war er nämlich seinen Job los, aufgerieben im Machtkampf mit Manager Michael Preetz. Babbel hatte zuvor angekündigt, seinen Vertrag beim Aufsteiger nicht zu verlängern. Die Berliner hatte er souverän aus der Zweitklassigkeit zurück in die Bundesliga geführt und dort eine passable Hinrunde gespielt.

Vergleich Einer, der beide Fußball-Trainer kennt, ist Alexander Zorniger. Der Trainer des Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach war 2009/2010 ein halbes Jahr Co-Trainer von Markus Babbel beim VfB Stuttgart. Zorniger (44) macht gerade seinen Trainerschein in Köln. Im Rahmen der Ausbildung hospitierte er zuletzt mehrere Wochen bei Holger Stanislawski. "Beides sind Trainer, die unglaublich gerade heraus sind. Beide sind akribische Arbeiter. Da sind sie sich sehr ähnlich", sagt Zorniger, der die komplette Vorbereitung auf die Rückrunde an der Seite Stanislawskis bestritt.

Zorniger kennt die Ohnmacht des Trainers bei der Entlassung. "Bei Babbel stand ich in Stuttgart in der zweiten Reihe, für den Cheftrainer ist so etwas immer viel heftiger."



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