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Ein bisschen Säbelrasseln
Von Florian Huber
Fußball - Ach ja, Fußball wird auch gespielt. Am Samstag um 15.30 Uhr in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim. Elf Hoffenheimer Profis treffen auf elf Dortmunder. Das Säbelrasseln im Vorfeld haben andere übernommen. Nur bedingt geht es dabei ums Sportliche.
"Es darf nicht sein, dass die großen Clubs wie Schalke, der HSV und wir die Folklore abliefern, und Clubs aus Hoffenheim und Wolfsburg die Sahne aus dem Thema lutschen", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans Joachim Watzke in dieser Woche auf der Mitgliederversammlung des BVB. Als Stein des Anstoßes diente ihm dabei die Verteilung der Fernsehgelder.
Einen Tag später hat sich Watzke per offenem Brief an die eigenen Fans gewandt. "Ich bitte Euch darum eindringlich, Dietmar Hopp nicht erneut Ziel unflätiger Beschimpfungen werden zu lassen", gab Watzke ihnen mit auf den Weg nach Sinsheim. Das finden sie in Hoffenheim ja alle auch recht toll, wichtig und verantwortungsvoll. Nach all dem, was im Vorjahr an Beschimpfungen und Bedrohungen ("Hasta la vista, Hopp") beim Dortmunder Gastspiel vorgefallen war. Nur es passt nicht so recht zusammen, was Watzke sagte und schrieb.
"Ich hoffe ja auch, dass es ehrlich gemeint ist, mir fehlt da nur ein bisschen die Authentizität nach seiner Aussage vom Vortag", sagt Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser: "Auf diesen Vorwurf der fehlenden Folklore kann man nicht ernsthaft eingehen."
Watzke will die Fernsehgelder nach Tradition und Fanaufkommen verteilen. "Dabei ist die Liga doch nur so ausgeglichen, weil die Gelder fair verteilt werden", findet Schindelmeiser.
Interessanter Vorschlag
1899-Trainer Ralf Rangnick macht einen anderen verteilungspolitischen Vorschlag. Verkürzt lautet dieser: mehr Geld für mehr Fernsehzuschauer. "Ein Sender wie Sky kann so etwas ermitteln", sagt Rangnick, der diese Zahlen auch kennt. "Da können wir selbstbewusst sagen, dass wir nach den Bayern im Pay-TV ganz vorne dabei sind", sagt Jan Schindelmeiser - dank der attraktiven Spielweise des Tabellenvierten.
Am Samstag soll es Action auf dem Rasen geben - und nicht auf den Zuschauerrängen. Beim Hoffenheimer 4:0 in Köln gab es zuletzt wieder Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp. Verharmlosen, aufbauschen. Was ist besser? "Wir setzen auf die Vernunft der Fans", sagt Manager Jan Schindelmeiser: "Es kann doch nicht sein, dass wir vor 14 Tagen bei Robert Enke einen besseren Umgang miteinander anmahnen. Da muss doch etwas hängengeblieben sein." Am Samstag um 17.20 Uhr wissen Schindelmeiser und der Rest der Republik mehr.
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