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Eichner will kein Lückenbüßer sein
Von Florian Huber
Fußball - Christian Eichners Glück ist bedroht. Die Gefahr trägt am Donnerstagmittag Adiletten und eine schwarze Maske als Gesichtsschutz. Ein Hauch von Zorro umgibt Hoffenheims Andreas Ibertsberger, als er über den Hof des 1899-Trainingszentrums läuft. Vor nicht einmal vier Wochen hatte sich der Österreicher das Jochbein, die Augen- und Kieferhöhle gebrochen. Am Donnerstag trainierte der Linksverteidiger zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft. "Gut war's. Überraschend gut", sagt Ibertsberger.
Ibertsberger ist fit
Das freut seinen Trainer. "Wenn er der Belastung gewachsen ist, dann ist er ein Thema. Auch für die Startformation", sagt Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena. Einen kann das nicht wirklich freuen: Christian Eichner, ebenfalls Linksverteidiger. Sein Glück besteht momentan darin, Stammspieler bei 1899 Hoffenheim zu sein. "Ich bin froh, wenn alle fit sind", sagt er.
Muss er sagen. Natürlich. Mannschaftskameraden darf man ja nichts Schlechtes wünschen. Nur: "Das ist jetzt meine dritte Phase hier in Hoffenheim - und zum dritten Mal spiele ich, weil andere verletzt sind", sagt Eichner. Erst fehlte Andreas Beck, dann Andreas Ibertsberger. Nein, Lückenbüßer und Zeitarbeiter, das will er nicht mehr sein. Plötzlich spricht Eichner in der dritten Person von sich. "Es soll einfach endlich heißen: Der Eichner, der spielt auch, wenn alle fit sind", sagt der Sulzfelder. Gegen Köln in der Vorwoche glänzte er mit einer Flanke, die Chinedu Obasi zum 2:0 einköpfte.
Es läuft eigentlich ganz gut. Persönlich und mit 1899 Hoffenheim. "Diese Heimniederlage gegen Wolfsburg, die geht mir immer noch wahnsinnig auf den Sack", sagt er. Selbst nach dem 4:0 in Köln auf der Heimfahrt im Bus nach Sinsheim nagte dieses 1:2 an ihm. "Mensch, wo könnten wir mit nur drei Punkten mehr in der Tabelle stehen", sagt er vor dem Heimspiel Hoffenheims (4.) gegen Dortmund (9.).
Im Frühjahr 2008 hatte er ein Angebot vom BVB. "Das hat mich damals schlaflose Nächte gekostet", erzählt er: "Ich war damals noch nicht so weit." Er blieb beim KSC, stieg ab mit seiner Jugendliebe - und irgendwie doch nicht. Denn jetzt ist er ja in Hoffenheim.
Nur Zweiter
Am Dienstag feierte Eichner seinen 27. Geburtstag. Ausgerechnet die Zuschauer der ARD verweigerten ihm ein besonderes Geschenk. Ganze 350 Stimmen fehlten Eichner bei der Wahl zum Tor des Monats Oktober. "Klar war ich enttäuscht. So knapp Zweiter zu werden, das ist bitter", sagt er. Aber irgendwie hatte er ja vermutet, dass es nicht ganz reichen würde für diesen phänomenalen Fernschuss zum 1:0 gegen Nürnberg.
Als Osnabrücks Angelo Barletta wenige Tage später per Fallrückzieher den BVB aus dem DFB-Pokal katapultierte, lag Christian Eichner auf der heimischen Couch vor dem Fernseher. "Das war's jetzt, habe ich zu meiner Freundin gesagt", erinnert er sich: "Die Kollegen haben gemeint, dass ich nun halt nachlegen muss." Im Kampf um den Stammplatz und in Sachen Tor des Monats. Fallrückzieher zu üben, könnte für Letzteres hilfreich sein.
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