Hoffenheim verpflichtet Sigurdsson - Camoranesi-Transfer zum VfB perfekt

Gylfi Sigurdsson wechselt nach Hoffenheim Der Neuzugang des Bundesligisten 1899 Hoffenheim, der Isländer Gylfi Sigurdsson (Mitte) präsentiert am Dienstag mit Trainer Ralf Rangnick (rechts) und Manager Ernst Tanner in Zuzenhausen sein Trikot. Foto: dpa


Fußball - Bundesligist 1899 Hoffenheim verstärkt sich im Mittelfeld mit dem Isländer Gylfi Sigurdsson. Der 20-Jährige wechselt vom englischen Zweitligisten FC Reading, wie die Nordbadener am Dienstag kurz vor Ende der Transferperiode mitteilten. Er erhält einen Vertrag bis 2014. Die Ablösesumme soll zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen.

Strafstoß-Experte

Der 1,86 Meter große Sigurdson gilt als torgefährlich und Experte für Strafstöße. Für Islands U-21-Nationalelf hatte er Anfang August beim 4:1 gegen die deutsche Nachwuchsauswahl die 2:1-Führung erzielt. „Gylfi Sigurdsson ist trotz seiner erst 20 Jahre ein torgefährlicher, offensiver Mittelfeldspieler, bei dem wir noch sehr großes Entwicklungspotenzial sehen“, sagte 1899-Manager Ernst Tanner.

Der Neuzugang reiste nach seiner Vertragsunterzeichnung am Dienstag direkt weiter zur isländischen A-Nationalmannschaft, für die in den nächsten Tagen EM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen (3.9.) und Dänemark (7.9.) anstehen.

Jungtalent

Das junge Talent Sigurdsson war bereits mit 16 Jahren aus seiner Heimat Island in die Jugendabteilung des FC Reading gewechselt, von wo aus er den Sprung zu den Profis schaffte.

Der italienische Weltmeister Mauro Camoranesi unterschrieb in Stuttgart einen Vertrag bis 2011 plus Option. Foto: Archiv / dpa

Camoranesi-Transfer zum VfB Stuttgart perfekt

Am letzten Tag der Wechselfrist hat auch der VfB Stuttgart auf dem Spielermarkt noch einmal zugegriffen: Mauro Camoranesi von Juventus Turin ist schon da, Mamadou Bah von Racing Straßburg soll ihm folgen. Der Transfer von Mladen Petric scheiterte dagegen.

Der ehemalige Weltmeister und das Talent aus Guinea sollen dem VfB Stuttgart aus der Krise helfen: Mauro Camoranesi unterschrieb am Dienstag einen Einjahresvertrag plus Option beim Fußball-Bundesligisten, der defensive Mittelfeldspieler Mamadou Bah wird ihm noch folgen. „Es gab auch andere Angebote, aber Stuttgart hatte absolute Priorität. Das ist der richtige Moment für einen Wechsel, ich bin dem VfB dankbar“, sagte Camoranesi bei seiner Vorstellung.

Zuletzt hatte der bevorzugt im rechten Mittelfeld wirbelnde Italiener acht Jahre bei Juve gespielt, Italiens Rekordmeister erhält nach Medienberichten eine Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro für den 33-Jährigen. Camoranesi soll beim VfB all das einbringen, was dem Team bei seinen beiden Auftaktniederlagen in der Bundesliga fehlte: Routine, Spielkultur und Selbstvertrauen. „Seine Erfahrung tut uns gut“, sagte Sportdirektor Fredi Bobic. „Wir sind glücklich, dass wir so einen Spieler verpflichten konnten. Er hat einen großen Namen und ein Potenzial, das er immer noch abrufen kann.“

Unruhe nach verpatztem Start

Der Kauf eines gestandenen Profis zeigt, dass der schwache Saisonstart die Verantwortlichen unruhig gemacht hat. Denn zuvor hatte der Verein für die vakante Position im rechten offensiven Mittelfeld vor allem junge Spieler wie Stefan Aigner (1860 München) im Blick. Dafür spricht auch, dass sich die Stuttgarter am letzten Tag der Wechselfrist massiv um Stürmer Mladen Petric vom Hamburger SV bemühten. „Wir haben bis zur letzten Minute um ihn gekämpft. Mit dem Spieler waren wir klar, mit dem Verein nicht“, sagte Bobic.

Die angestrebte Verpflichtung von Bah ist auch als Antwort auf die Ausfälle von Philipp Degen und Johan Audel zu verstehen. „Wir erhoffen uns von ihm, mehr Alternativen zu haben“, erklärte Bobic. Er bezeichnete den 22 Jahre alten Nationalspieler Guineas als „sehr aggressiven, hoch talentierten Spieler“. Bah sollte noch am Nachmittag medizinisch untersucht werden, einen Vertrag unterzeichnen und zu seinem Nationalteam zurückreisen. Der französische Zweitliga Absteiger Straßburg verlangte für ihn geschätzte 500.000 Euro.

Noch größer als der Neuaufbau in Stuttgart ist der Umbruch, dem Camoranesi bei Juventus Turin zum Opfer fiel. In den vergangenen Wochen sortierte der Club viele Altstars aus, auch Fabio Cannavaro und David Trezeguet. „Das letzte Jahr war nicht leicht für mich. Ich freue mich auf die große Chance, wieder spielen zu können“, sagte der in Argentinien geborene Techniker.

Camoranesi war über die Jahre sowohl bei Juve (216 Ligaspiele) als auch in der Nationalelf (55 Länderspiele) gesetzt. Obwohl er zuletzt aufgrund zahlreicher Verletzungen viel von seiner Dynamik und Filigranität eingebüßt hatte, wurde er auch für die WM in Südafrika nominiert. „Körperlich fühle ich mich sehr, sehr gut“, meinte er.

Gross: Camoranesi eine Bereicherung

2006 war Camoranesi mit Italien in Deutschland Weltmeister geworden. Nach Luca Toni, Massimo Oddo (beide Bayern München), Andrea Barzagli und Christian Zaccardo (beide VfL Wolfsburg) ist er bereits das fünfte Mitglied jener Mannschaft, das es in die Bundesliga zog. „Er ist eine Bereicherung“, sagte VfB-Verteidiger Cristian Molinaro. Der spielte mit Camoranesi schon bei Juventus zusammen.


termine12besenkalenderverkehrspiele

Tippen & gewinnen

bundesliga-trainer

Fußball in der Region | Ergebnisse & Tabellen

fussball_in_bw


Archivsuche