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Rangnick will Trainer in Hoffenheim bleiben
Von Eric Schmidt und Holger Luhmann

Fußball - Solche Geschichten liebt die „Bild“-Zeitung. Knatsch. Krach. Streit. Im Fall von 1899 Hoffenheim drechseln die Wortakrobraten vom Boulevard besonders gerne Überschriften. „Vom Herbstmeister zu Zoffenheim“ kalauerte Deutschlands dünnste Zeitung gestern und ist nun neugierig auf Volkes Stimme: „Muss Hopp Rangnick rausschmeißen?“ So lautet eine Leserumfrage, die „Bild“ ins Leben gerufen hat.
Kein Verständnis
1899 Hoffenheim kommt nicht zur Ruhe. Das einstige Fußball-Paradies aus dem Kraichgau hat seinen nächsten Sündenfall. Nach der Doping- und der Handtaschen-Affäre, „Brutalo-Fouls“ („Bild“) und einer Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie liefern sich nun Mäzen Dietmar Hopp und Ralf Rangnick ein internes Scharmützel. Wieso diese bissige Diskussion um künftige Ziele und das dafür nötige Geld angezettelt wurde, kann Hopp auch drei Tage nach der 0:4-Pleite beim VfL Wolfsburg nicht verstehen. „Ich weiß nicht, warum der Trainer diesen Weg gewählt hat. Vielleicht war er über die Niederlage in Wolfsburg so verärgert, keine Ahnung“, sagte er der Heilbronner Stimme.
Gestern ist Rangnick ein Stück zurückgerudert. „Ich habe kein Problem mit Dietmar Hopp und er auch nicht mit mir“, versicherte der Trainer und schloss seinen Rücktritt aus: „Ich werde meinen bis 2011 laufenden Vertrag auf jeden Fall erfüllen.“ Rangnick war auf Auslandsreise. Nach seiner Rückkehr werde es ein klärendes Gespräch geben, sagte er.

Klar ist: Gar so leicht, wie der Trainer es darstellt, werden die atmosphärischen Störungen nicht aus der Welt zu schaffen sein. Rangnicks Kritik hat bei Mäzen Hopp Spuren hinterlassen - zumal der Übungsleiter erst einmal nachgelegt und die Auseinandersetzung forciert hatte. „Wir haben ein Plateau erreicht, wo wir abgleichen müssen, ob unsere Vorstellungen noch deckungsgleich sind“, hatte der 50-Jährige gesagt und einen Rücktritt in den Raum gestellt: „Es kann keiner glauben, dass ich bedingungslos bleibe.“ Nun ist die Frage, ob man in Hoffenheim noch möchte, dass der Trainer bleibt. Rangnick will seine Aussagen „nicht als Drohung oder Forderung“, sondern als „Weckruf“ verstanden wissen. In der Sache bleibt er hart. Für die neue Saison hat er den Europacup ins Visier genommen und hält dies ohne Verstärkungen nicht für machbar.
Wechselgerüchte
Schnell wurde in Hoffenheim über einen Weggang von Rangnick nach Wolfsburg spekuliert. Zudem machte der Name Jürgen Klinsmann die Runde - auch wenn Dietmar Hopp die Personalie gegenüber unserer Zeitung als „Quatsch“ abgetan hat. Dennoch: Klinsmann gilt als großer Befürworter des Modells Hoffenheim. Und Ralf Rangnick hat viel dafür getan, seine eigene Position zu schwächen. Jan Schindelmeiser versucht nun, die Wogen zu glätten. Der Manager, der sowohl von Hopp als auch von Rangnick geschätzt wird, hat die Rolle des Streitschlichters übernommen. Er sei fest überzeugt, dass man die Unstimmigkeiten in den nächsten Tagen aussteuern könne, sagte Schindelmeiser und sieht die Verantwortlichen „deckungsgleich in allen Grundüberzeugungen“.
Der Fall Holtby
Auch Schindelmeiser will der Mannschaft „Substanz zuführen“ und sprach sich für Verstärkungen unter anderem mit „reiferen Spielern“ aus. Allerdings warnte er, „sich schon mit Bayern München oder dem HSV zu messen, die im Etat jenseits von 100 Millionen Euro liegen“. Das sei gefährlich.
Fest steht: Lewis Holtby wird nicht nach Hoffenheim wechseln. Das Talent aus Aachen hat 1899 einen Korb gegeben. „Es ist ein weiterer Fall, in dem uns ein Transfer nicht gelingt. Obwohl der Spieler mir vor zwei Wochen zu verstehen gab, dass er kommt, wenn die Modalitäten passen“, moserte Rangnick.
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05.05.2009
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