Was halten Experten aus der Region von der WM-Auslosung?

Fußball  Die deutschen Gegner heißen Mexiko, Schweden und Südkorea. So sehen Rüdiger Rehm, Guido Buchwald, Ralf Kettemann und David Pfeiffer die Chancen bei der WM Mission 2018.

Von unserer Redaktion

Die deutschen Vorrundengegner bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 stehen fest. Gebannt wurde die Auslosung auch in der Region verfolgt. Wir haben Fußball-Experten nach ihren Einschätzungen befragt.

 

Expertenmeinungen zur WM-Auslosung

Rüdiger Rehm

Foto: Veigel

Rüdiger Rehm (39), Fleiner Trainer des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden:

Es gab sicherlich schon einfachere Vorrundengruppen für deutsche Mannschaften bei Weltmeisterschaften. Schweden hat in den Playoffs gegen Italien gezeigt, was es heißt, intensiv zu verteidigen. Das wird auch für Joachim Löws Mannschaft schwierig. Die Südkoreaner und Mexikaner sind sehr laufstarke Mannschaften, die in Europa immer so ein bisschen unterschätzt werden.

Die Mexikaner haben bei der WM 2014 mit einer Fünferkette agiert, das fand ich beeindruckend. Das ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich die Mexikaner damals für den Trainerlehrgang analysiert habe. In Europa ist es im Moment angesagt, auf eine stabile Defensive und viel Ballbesitz zu setzen. Vom Niveau der EM in Frankreich vor zwei Jahren war ich − wie viele andere auch − enttäuscht. Ich denke aber nicht, dass es nun bei der Weltmeisterschaft wieder so viele Spiele mit wenigen Toren und wenig Spektakel gibt. Denn die Südamerikaner, Asiaten oder Afrikaner spielen etwas anders Fußball.

 

Expertenmeinungen zur WM-Auslosung

Ralf Kettemann

Foto: Schmerbeck

 

Ralf Kettemann (31), Spielertrainer des Verbandsligisten TSV Ilshofen:

Für Deutschland ist ja fast von jedem Kontinent etwas dabei − eine spannende, aber auch machbare Gruppe. Als Weltmeister sollte man schon den Anspruch haben, jeden zu schlagen. Wobei die Gegner gegen den Weltmeister natürlich auch nochmal besonders motiviert sind.

Am meisten Gegenwehr erwarte ich von Mexiko. Die legen viel Herzblut rein, sind flink und wollen auch Fußball spielen. Für Schweden müsste Deutschland gut genug sein − ob mit oder ohne Zlatan Ibrahimovic. Südkorea ist schwer einzuschätzen. Asiatische Mannschaften sind aber immer sehr diszipliniert. Unterschätzen sollte man die Südkoreaner auf keinen Fall.

 

Expertenmeinungen zur WM-Auslosung

Guido Buchwald

Foto: Archiv

 

Guido Buchwald (56), Fußball-Weltmeister des VfB Stuttgart von 1990:

Von den Namen her wirkt die deutsche Gruppe nicht so richtig schwer, aber jede Mannschaft hat ihre Qualitäten. Die Schweden haben die Italiener rausgehauen, die Koreaner sind äußerst kampfstark und Mexiko ist aus meiner Sicht der stärkste Gegner. Trotzdem traue ich der deutschen Mannschaft zu, sehr weit zu kommen, durchaus auch den Titel zu verteidigen.

Das hat es in der Geschichte zwar nur ganz selten gegeben, aber die lässt sich ja weiterschreiben. Natürlich muss die Form zum richtigen Zeitpunkt stimmen, aber schon beim Confed-Cup war zu sehen, dass wir sehr viele sehr gute Spieler in der Hinterhand haben. Der größte Konkurrent dürfte Frankreich sein. Die Südamerikaner haben wir hier immer nicht so im Fokus, aber mit Argentinien und Brasilien ist natürlich immer zu rechnen.

 

Expertenmeinungen zur WM-Auslosung

David Pfeiffer

Foto: Klaus Krüger

 

David Pfeiffer (34), Trainer des Verbandsligisten VfB Eppingen:

Eine sehr schwer einzuschätzende Gruppe: Mexiko und Schweden sind für mich auf Augenhöhe, die Südkoreaner sind die Unbekannte. Aber Deutschland bleibt natürlich der Favorit. Wichtig wird, mit einem Sieg ins Turnier zu starten, dafür hätte es ein einfacherer Gegner als Mexiko sein dürfen. Die Mexikaner sind defensiv gut. Daher erwarte ich auch keinen so hohen Auftaktsieg der Deutschen wie bei den Turnieren zuvor.

Obwohl Schweden mit Italien in der Qualifikation unseren Angstgegner ausgeschaltet hat, sollte diese Aufgabe kein großes Problem für uns darstellen. Wobei viele Gegner, vor allem die kleinen Nationen, wieder defensiv spielen werden: Das kriegt man in einer kurzen Vorbereitung eben am schnellsten rein. Aber der Titel geht über die großen Nationen, allen voran Deutschland.