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Polizei: WM-Einsätze kosten 400.000 Euro
Region Heilbronn - Rund 10.000 Einsatzstunden haben Polizeikräfte bei Public-Viewing-Veranstaltungen und Siegesfeiern während der Fußball-WM im Stadt- und Landkreis Heilbronn geleistet. Vor allem was die Reviere betreffe, „ist die Belastungsgrenze erreicht“, sagte Heilbronns Revierleiter Thomas Nürnberger in einem Pressegespräch. Rund 2000 Beamte waren insgesamt im Einsatz. Die Doppelbelastung mit dem normalen Polizeibetrieb sprach Nürnberger an. Man könne von Glück reden, dass während der WM-Zeit kein größeres anderes Ereignis Kräfte gebunden habe.
Auf rund 90.000 beziffert die Polizei die Zahl der Besucher bei größeren Public-Viewing-Veranstaltungen im Stadt und Landkreis. Einige Platzverweise, 17 Festnahmen, vor allem wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung, sowie 17 In-Gewahrsamnamen stehen in der Polizeistatistik. Einen euphorisierten Fan mit einer großen Deutschlandfahne musste man vor sich selbst schützen, weil er Gefahr lief, mit der Fahne eine Hochspannungsleitung der Stadtbahn zu berühren. 95 Prozent der Fußballfans hätten friedlich gefeiert, zog Nürnberger eine positive Gesamtbilanz. Ein verletzter Fan bei einem Unfall in Heilbronn steht in der Statistik. Von den Polizeibeamten wurde niemand verletzt.
Ein negativer Höhepunkt war das Besetzen der Stadtbahngleise durch Fußballfans. Nach einem Spiel der deutschen Elf wurde ein Stadtbus in Heilbronn von Fans hin- und hergeschaukelt. Weitere Fans warfen Flaschen gegen ein Bankgebäude, andere verbrannten in der Innenstadt eine Ghana-Flagge. Bei den Autokorsos hat sich nach Ansicht der Polizei das Konzept bewährt, klare Grenzen zu setzen. Eine Stunde wurde das Feiern in der Innenstadt erlaubt. Dann wurden die Feiern aufgelöst. Alkohol war aus Sicht des Revierleiters nicht das große Problem. Die Euphorisierung mancher Fans nannte er problematisch, weil die Euphorie „schnell in Aggression“ umschlagen könne.
Autokorsos
Bei den Autokorsos hatte die Polizei Motorradfahrer im Einsatz. Bis zu 20 Fahrzeuge sind aus dem Korso verbannt worden, weil Beifahrer wiederholt stehend oder im Kofferraum mitfuhren. Eine positive Bilanz zog das Jugendschutzdezernat nach intensiven Kontrollen bei Deutschlandspielen. Alkoholkonsum war bis auf ganz wenige Verstöße kein Thema. „Die allermeistern waren besonnen. Da hat sich bei der Hitze die Vernunft durchgesetzt“, sagte Polizeisprecher Harald Schumacher.
Eine Rechnung stellt die Polizei für die Einsätze an niemanden. Nimmt man die Zahl der 10.000 Einsatzstunden, käme man bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 40 Euro für die Region Heilbronn auf eine Summe von 400.000 Euro. Die trägt der Steuerzahler – wie überall in Deutschland.
Bundespolizei: Einsatzkonzept der Deeskalation erfolgreich
22.000 überwiegend jugendliche und heranwachsende deutsche Fans benutzten Stadtbahnen und Züge der Deutschen Bahn AG um die sieben WM-Spiele der Deutschen Nationalmannschaft bei dem Public-Viewing auf der Theresienwiese zu besuchen, teilt die Bundespolizei in Heilbronn mit. Insbesondere bei Deutschlandspiele waren die Bematen im Einsatz. Unstützt wurden sie dabei durch Einsatzkräfte der Bundespolizeiabteilungen Bayreuth, Deggendorf, Bad Bergzabern sowie der Mobilen Kontroll-und Überwachungseinheit aus Stuttgart.
Insgesamt wurden 125 Gefährderansprachen sowie 85 Platzverweise an deutsche Fans ausgesprochen. Mehrere Straftaten wie Sachbeschädigungen, Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, Körperverletzungen, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Sprengstoffgesetz wurden festgestellt und zur Anzeige gebracht.
Einsatzkräfte mussten mehrere Stadtbahnen und Züge aufgrund angetrunkener, aggressiver und provozierender deutscher Fans begleiten. Einzelne Rangeleien unter alkoholisierten Fans mussten die Beamten schlichten.
"Unser Einsatzkonzept der Deeskalation sowie dem konsequenten Einschreiten bei Straftaten und Ordungsstörungen ist aufgegangen" so Dieter Natterer vom Bundespolizeirevier Heilbronn. " Sehr erfreulich war, dass die Masse der teilweise euphorisch feierenden Fans friedlich war." cf/aha/Foto: Hopprich
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