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Heilbronner Seriensieger gegen Dresdner Krisenteam
Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger
Eishockey - Ernst Rupp sagt es immer wieder: Kein Risiko. Das ist seine oberste Devise. Als Geschäftsführer der Falken-GmbH ist er verantwortlich dafür, dass es keinen finanziellen Kollaps gibt. 2004 waren die Falken nach einigen sportlich sehr erfolgreichen, aber viel zu teuren Jahren pleite, stürzten aus der 2. Liga in die Oberliga ab. Seither hat sich die wirtschaftliche Lage sehr deutlich verbessert. Vor allem, weil durch die Kooperation mit den Adlern Mannheim viel Geld gespart worden ist. Über Jahre hinweg waren die Gehaltskosten bei den Falken dank vieler Förderlizenzspieler deutlich niedriger als bei manchem Zweitligarivalen mit ähnlichen sportlichen Ansprüchen.
Nicht übermäßig teuer
In dieser Saison ist in Heilbronn die beste Mannschaft seit zehn Jahren auf dem Eis, seit jener Ära, in der Oleg Znarok, Ravil Khaidarov oder der damalige Jungstar Michael Hackert die Spiele prägten. Ernst Rupp versichert glaubwürdig, dass die Asse von heute gar nicht mal so teuer seien. Im vergangenen Sommer, als er und Trainer Rico Rossi den Kader zusammenstellten, hätte eigentlich Ex-Stürmer PJ Fenton zurückkommen sollen. Doch Bietigheim bot mehr. Die Falken gingen über ihre selbst festgelegte Gehaltsgrenze nicht hinaus. Kein Risiko. Rupp kann nun gelassen abwarten, ob es die Mannschaft tatsächlich schafft, das Ziel Meisterschaft wahr werden zu lassen.
Anderswo ist von Gelassenheit keine Spur. Bei den Dresdner Eislöwen zum Beispiel, die heute Abend in Heilbronn gegen die Falken spielen. Das Zweitliga-Schlusslicht hat die sportlichen Ziele verfehlt, muss sich auf die Abstiegsrunde einstellen. In den vergangenen drei Jahren gab es immer wieder große finanzielle Probleme. Droht nun der Kollaps? Eis-löwen-Geschäftsführer Matthias Broda hat sich kürzlich genötigt gesehen, auf der Homepage Stellung zu nehmen. Es gab Gerüchte, dass die Spieler nicht bezahlt worden seien. Er könne dies "nur ins Reich der Märchen verabschieden", sagte Broda. "Wir sind als Club unseren vertraglichen Verpflichtungen in voller Höhe nachgekommen. Wir zahlen pünktlich die Gehälter. Ich denke, dass hier kein Spieler Grund hat, gegen das Team zu spielen."
Im Sumpf
Nur einen Sieg gab es in den letzten acht Begegnungen. Es war das 4:3 gegen Bietigheim im Kellerduell. Broda hat klar gemacht: "Es müssen Erfolgserlebnisse her. Wir können uns nur allein wieder aus dem Sumpf ziehen und müssen versuchen, positiv nach vorn zu blicken."
Das Hauptproblem der Dresdner liegt im Angriff. Kein anderes Team hat so wenige Tore geschossen. Broda meint: "Uns fehlt der Killerinstinkt vorm Tor, der Wille direkt abzuschließen. Und ein Powerplay, das seinen Namen auch verdient. Ich denke aber, dass dies Probleme sind, die durch Blockaden in den Köpfen entstanden sind." Die Heilbronner Falken wollen heute keine Hilfestellung beim Überwinden der Blockaden geben. Sie streben ihren neunten Sieg in Folge an.
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