Falken bauen für den Fall der Fälle vor

Von Marco Scheinhof


Selbst zu einem Dementi hat Ernst Rupp keine Lust. „Ich möchte jetzt nicht telefonieren“, sagt er am Freitagnachmittag kurz ins Telefon und legt auf. Dabei hätte der Manager der Heilbronner Falken durchaus interessante Neuigkeiten vermelden können. Er hätte bestätigen können, dass der Zweitliga-Aufsteiger kurz vor Ende der Transferzeit noch einmal personell reagiert hat. Dass die Falken Torhüter Tim Knudsen lizenziert haben, der für den Fall der Fälle bereit steht. Da der Manager aber nichts sagen wollte, brachte erst eine spätere Pressemeldung Klarheit.

Gleichwertig Die Heilbronner wollen sich die gute Saison keinesfalls mehr verderben lassen. Sie wollen für alle Fälle gewappnet sein. Sollten sich die beiden Förderlizenztorhüter Danny aus den Birken (Mannheim) und Christian Rohde (Duisburg) gleichzeitig abwesend melden, muss gerade diese Position annähernd gleichwertig besetzt sein. Dem Eigengewächs Tobias Amon trauen die Verantwortlichen das nicht zu. Also mussten sie handeln. Und sie haben es getan. Noch am Donnerstag haben sie den Deal mit Tim Knudsen klar gemacht.

Sören Sturm hätte künftig schlechte Karten in Heilbronn gehabt. Deshalb wanderte seine Förderlizenz von den Falken zu den Moskitos Essen.Foto: Archiv/Veigel 

Der Kanadier spielte in dieser Saison für die Amstel Tijgers Amsterdam, mit denen er jedoch die Playoff-Teilnahme verpasste. So sahen die Niederländer von einer Weiterbeschäftigung ab, was den Falken die Möglichkeit zur Lizenzierung gab. Knudsen, der in der vergangenen Saison für Freiburg in der Oberliga spielte, trainiert jedoch weiterhin in Amsterdam mit, um sich fit zu halten. „Wir haben zwar seinen Pass bei uns, werden ihn aber nur hierher holen, wenn wir ihn unbedingt brauchen“, sagt Heilbronns Trainer Rico Rossi. Also nur im aller größten Notfall.

Keine Partien mehr für die Heilbronner wird Sören Sturm absolvieren. Die Förderlizenz des Verteidigers ging von Heilbronn nach Essen. „Bei uns hat er kaum mehr eine Chance, spielen zu dürfen. Daher habe ich dafür gesorgt, dass er nach Essen wechseln kann“, erklärte Rossi. Es sei keinesfalls so, dass Sturm im Tausch mit André Schietzold, der erst kürzlich seine Förderlizenz von Essen nach Heilbronn transferierte, ins Ruhrgebiet gegangen sei.

Caudron trifft Sturm war schon am Freitag im Topspiel gegen den Dritten Landshut nicht mehr dabei. Wichtiger war jedoch, dass Jean-Francois Caudron beim 3:2 (1:1,0:0,2:1) gegen die Cannibals seine 700-minütige Torflaute beendete. Er traf zum 1:1 (20.), nachdem Rich Bronilla für die Führung (6.) der Gäste gesorgt hatte, und ließ noch das 3:1 (51.) folgen. Frank Petrozza hatte die Falken mit dem 2:1 (41.) auf die Siegerstraße gebracht. Dietrichs 2:3 (60.) kam zu spät.

Heilbronner Falken

Tor: Aus den Birken, (Amon).

Abwehr: Langwieder, Howells, Baum, Ackermann, Schutte, Kohl, Wartenberg.

Angriff: Petrozza, Caudron, Straube, Filobok, Samendinger, Edwardson, Schlager, Elich, Mauer, Weibler, Strauch, Schietzold.

Tore: 0:1 (6.) Bronilla, 1:1 (20.) Caudron, 2:1 (41.) Petrozza, 3:1 (51.) Caudron, 3:2 (60.) Dietrich.

Zuschauer: 1805; Strafminuten: 19 plus Spieldauer Schietzold/21 plus Spieldauer Quinlan.







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