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Ex-Falke Edwardson fehlt
Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger
Eishockey - Keiner da. Die Eisfläche ist leer. Eigentlich hatte die italienische Eishockey-Nationalmannschaft am Mittwochmorgen trainieren wollen, schließlich will sie nach Sotschi, zu den Olympischen Winterspielen 2014. Aber Nationaltrainer Tom Pokel hat die Zehn-Uhr-Einheit kurzerhand gestrichen. Er zeigt seinen Spielern lieber Videos im Teamhotel.
In der neuen Arena von Bietigheim-Bissingen, wo von heute an in einem Vier-Nationen-Turnier ein Olympia-Startplatz ausgespielt wird, hat der Eismeister alle Zeit der Welt, die Tore richtig zu fixieren.
Tom Pokel ist wieder da. In Bietigheim war er einst ein Held. Als Trainer der Steelers schaffte er 1999 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Pokel spricht von einem "Gefühl wie daheim", als er nach seinen Emotionen bei der Rückkehr gefragt wird. Er kennt in der Stadt noch einige Leute. "Aber ich habe hier einen Job. Ich habe keine Zeit für Besuche."
Abhaken
Donnerstag Nachmittag (16 Uhr) spielen die Italiener zum Auftakt des Olympia-Qualifikationsturniers gegen Österreich. Der Verlierer kann den Sotschi-Traum abhaken. Morgen (19.30 Uhr) ist Italien dann der Gegner des Turnierfavoriten Deutschland. "Die müssen gewinnen − wir wollen es", sagt Pokel.
In seinem erweiterten Kader hatte er noch einen Spieler dabei, für den das Bietigheimer Turnier auch eine Rückkehr gewesen wäre: Derek Edwardson. Aber er ist nur "riserva a casa", Ersatzmann zu Hause.
Der Stürmer hat von 2007 bis 2009 zwei Spielzeiten lang das Trikot der Heilbronner Falken getragen. Danach wechselte der Italo-Amerikaner nach Italien, wo er immer noch spielt. Bei der Weltmeisterschaft 2012 war Edwardson im italienischen Nationaldress dabei, als das Duell mit Deutschland 0:3 verloren ging. Bei den Falken hat sich Derek Edwardson einst mit einer 28 Spiele andauernden Horrorserie ohne Tor ins Geschichtsbuch eingeschrieben. Zuletzt aber wurde er mit dem HC Bozen italienischer Meister. Sein ehemaliger Heilbronner Trainer Rico Rossi erinnert sich gerne an den Stürmer: "Er macht so viele Kleinigkeiten richtig."
Tom Pokel, der erst seit kurzem Trainer bei den Italienern ist, hat nun aber Bedenken, dass ihm Spieler fehlen, die die großen Dinge richtig machen. Luciano Aquino steht ihm beim Turnier in Bietigheim-Bissingen nicht zur Verfügung, ein Topscorer der österreichischen Liga. Auch Angreifer Daniel Tudin fehlt: "Das tut noch mehr weh."
Pokel hat sich wohl gefühlt, als er am Montagabend zum ersten Mal in die neue Bietigheimer Eis-Arena gekommen ist. "Die Halle ist sehr schön." Gleich nebenan steht noch das alte Eisstadion, in dem der Trainer einst mit den Steelers Erfolge feierte. Die Zweitligamannschaft ist derzeit Tabellenführer in der 2. Liga. "Schön, dass sich das Eishockey hier so entwickelt hat", freut sich Tom Pokel.
Vorgaben umsetzen
Er ist viel herumgekommen. In der vorigen Saison war er Co-Trainer bei der niederländischen Nationalmannschaft. Die ist nun der große Außenseiter beim Bietigheimer Qualifikationsturnier für Sotschi. Aber Pokel, der Kenner, warnt: "Das ist eine junge Mannschaft, die für eine Überraschung sorgen kann."
Donnerstagabend (19.30 Uhr) sind die Niederlande der Auftaktgegner des deutschen Teams. "Ich persönlich habe noch nicht gegen die gespielt", sagt Benedikt Kohl. Der Nationalverteidiger hat 2006 bis 2008 Spiele für die Heilbronner Falken bestritten. Er ist davon überzeugt, dass die Holländer "hochmotiviert" sein werden. "Es wird mit Sicherheit nicht von alleine gehen."
Benedikt Kohl ist aber zuversichtlich, dass sich am Ende Deutschland das begehrte Ticket nach Sotschi sichern wird: "Setzen wir die Vorgaben des Bundestrainers um, wird es schwer sein, uns zu schlagen."
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