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Den müden Falken tut die Spielpause gut
Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger
Eishockey - Rico Rossi spricht gerne vom "Ritmo". Damit meint er aber nicht die Rostlaube, die Fiat Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger gebaut hat. In der deutsch-englischen Sprachmixtur des Heilbronner Trainers steht Ritmo für Rhythmus. Rossi ist es normalerweise sehr wichtig, dass seine Spieler nicht aus dem Rhythmus kommen. Spielen, trainieren, freie Tage − möglichst in schöner Regelmäßigkeit. Das sei optimal.
Nun aber klagt der Falken-Coach überhaupt nicht darüber, dass seine Mannschaft am kommenden Freitag aussetzen muss, wenn die zwölf Rivalen der 2. Eishockey-Bundesliga den nächsten Spieltag absolvieren. "Die Jungs sind ein bisschen müde", sagte Rico Rossi am Dienstagabend nach der 3:4-Heimniederlage des Tabellenführers gegen die Hannover Indians. "Und wenn man müde ist, macht man Fehler."
Drei Spiele hatten die Falken binnen fünf Tagen absolviert, am Sonntag in Rosenheim mit großer Moral aus einem 1:3-Rückstand noch einen 4:3-Sieg gemacht. Seit Wochen fehlen immer wieder wichtige Spieler. Ohne die beiden Mannheimer Jungadler Marcel Kurth und Alexander Ackermann, die gegen Hannover ausgeholfen haben und prompt für ein Tor sorgten, geht es personell sehr eng zu. "Aber jetzt haben wir ein paar Tage Pause, das können die Jungs sehr gut nutzen", schaute Rossi am Dienstagabend zuversichtlich nach vorne.
Anderthalb trainingsfreie Tage gönnte er seiner Mannschaft zur Regeneration. Heute gibt es nur "eine kurze Einheit", morgen wird dann statt des üblichen Freitagabendspiels voll trainiert.
Ravensburg in Torlaune
Am Sonntag steht den Falken schließlich eine ganz schwere Aufgabe bevor. Die Ravensburg Towerstars, bei denen um 18.30 Uhr gespielt wird, sind zwar nur Tabellenneunter, doch sie haben gerade die zuletzt stark aufgekommenen Bietigheim Steelers mit 7:4 vom Eis gefegt. Fünf Siege gab es in den letzten sieben Spielen. Der vom Verletzungspech verfolgte Meister will unbedingt noch den Sprung in die Playoffs schaffen.
Am Sonntag werden die Falken einen zusätzlichen Fan haben: Christian Künast, den Trainer der Hannover Indians. Sein Team liegt zwei Punkte vor den Towerstars auf Platz acht. Das ist der letzte Playoff-Rang. Künast würde sich sehr freuen, sollten die Falken in Ravensburg gewinnen. Das hat er Rico Rossi am Dienstagabend zum Abschied gesagt.
Der Heilbronner Trainer hatte an der 3:4-Niederlage gegen Hannover, erst der zweiten Pleite in den 15 Spielen des Jahres 2012, nicht übermäßig schwer zu kauen: "Die waren in Kleinigkeiten einfach besser als wir. Vielleicht tut uns die Niederlage gut, weil wir jetzt wieder wissen, dass wir auf jedes Detail achten müssen. Vielleicht war das 3:4 wertvoller als ein Sieg." Der Blick geht ja schon Richtung Playoffs.
Die Falken wollen weit kommen. Die Meisterschaft ist das Ziel.
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