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5:1, aber Deutschland hat viel Mühe
Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger
Eishockey - Das war phasenweise holprig, aber die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat den ersten Schritt auf dem Weg nach Sotschi gemacht. In ihrem Auftaktspiel beim Olympia-Qualifikationsturnier in Bietigheim-Bissingen bezwang sie die Niederlande vor 3780 Zuschauern in der neuen Eis-Arena mit 5:1 (2:0,1:1,2:0). Überragender Mann war Stürmer Alexander Barta, der an allen deutschen Toren beteiligt war.
Bundestrainer Pat Cortina war "nicht zufrieden" mit seinen Spielern. Er konstatierte Nervosität, "und vielleicht haben sie es ein bisschen zu locker genommen".
Weitere Schritte
Mannschaften des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sind bisher immer dabei gewesen, wenn sie sportlich die Chance hatten, an Olympischen Winterspielen teilzunehmen. So soll es auch 2014 im russischen Sotschi sein. Nur der Sieger des Bietigheimer Turniers ist qualifiziert. Dem ersten Schritt vom Donnerstagabend müssen also zwei weitere folgen. Heute gegen Italien (19.30 Uhr/Sport 1), am Sonntag (15.15 Uhr/Sport 1) gegen Österreich.
Pat Cortina verlangt von seinem Team eine klare Steigerung, "hohe Intensität und viel Tempo". Gegen die Niederlande habe man "nicht als kompakte Einheit" gespielt. Ein ausdrückliches Lob hatte der Bundestrainer gestern Abend allerdings für Alexander Barta parat: "Er hat nicht nur fünf Punkte gemacht, er war auch unser härtester Arbeiter." Der Blick zurück macht Mut für die weiteren Partien: Sechs Mal mussten DEB-Teams bislang in Olympia-Qualifikationen, noch nie wurde ein Spiel verloren.
Deutschland war als Weltranglisten-Zehnter mit der klaren Favoritenrolle ins Spiel gegangen. Die Niederlande stehen auf Position 24 des Klassements. Im ersten Drittel dauerte es ein Weilchen, bis der Bann gebrochen war. In der 9. Minute brachte Alexander Barta die DEB-Auswahl mit 1:0 in Führung. In der 12. Minute erhöhte David Wolf auf 2:0. Es lief alles nach Plan.
Doch im Mittelabschnitt fehlte es der deutschen Mannschaft sichtlich an Konzentration. So leicht, wie nun offenbar gedacht, ließen sich die Niederländer nicht bezwingen. Auftrieb bekamen sie zudem durch den Anschlusstreffer. In der 30. Minute traf Marcel Kars in Überzahl. Einen Schuss von Raphael Joly hatte Torwart Rob Zepp vom Körper abprallen lassen − Kars war zur Stelle.
Nun wackelte das DEB-Team. Die Niederländer wurden frecher und selbstbewusster. Tony Demelinne (31.) und Mickey Bastings (39.) vergaben Riesenchancen zum Ausgleich. Erst das deutsche 3:1, das 72 Sekunden vor Drittelende Alexander Barta schoss, beruhigte die Nerven von Bundestrainer Pat Cortina.
Im Schlussdrittel dominierte dann das Gastgeber-Team. In Überzahl erhöhte Michael Wolf auf 4:1 (48.). 63 Sekunden vor Schluss sorgte Moritz Müller mit einem Powerplay-Distanzkracher für den 5:1-Endstand. "Glücklicherweise haben wir im Schlussdrittel unsere Beine gefunden", sagte Bundestrainer Cortina zum schnelleren Spiel in der Endphase.
Eine Rückkehr an den Ort, an dem einst seine Profikarriere begann, war es für den deutschen Mannschaftskapitän. Michael Wolf stürmte von 2001 bis 2004 für die Bietigheim Steelers in der 2. Bundesliga. Gerne erinnert er sich an die Derbys: "Die schönsten Spiele waren die gegen Heilbronn."
Steigerung
Jetzt aber geht es um Olympia. "Das ist einfach das größte Sportereignis", sagt Michael Wolf, "jeder will dorthin." Um das wirklich zu schaffen, müssen sich die deutschen Spieler in den beiden noch folgenden Partien allerdings steigern. Gestern profitierten sie vom Kräfte-Einbruch der Niederlande. "Das Tempo war für uns die größte Herausforderung", sagte Nationaltrainer Barry Smith, "das sind meine Spieler nicht gewohnt."
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