Rasen im Frankenstadion Heilbronn gesperrt (09.08.2010)

Heilbronn - Der Rasen im Heilbronner Frankenstadion gleicht nach den Frisbee-Juniorenweltmeisterschaften einem Rübenacker. Durch die Dauerbelastung der vielen Spiele in der vergangenen Woche hat das Spielfeld extrem gelitten.

Von Joachim Friedl und Florian Huber

Heilbronn - Der Rasen im Heilbronner Frankenstadion gleicht nach den Frisbee-Juniorenweltmeisterschaften einem Rübenacker. Durch die Dauerbelastung der vielen Spiele in der vergangenen Woche hat das Spielfeld extrem gelitten. Nach einer Besichtigung mit Vertretern des Schul-, Kultur- und Sportamtes, des Grünflächenamtes und von Sonnenhof Großaspach sperrte die Stadt gestern den Rasen. Somit fällt das erste Regionalliga-Heimspiel der neuen Saison zwischen Großaspach und Darmstadt morgen aus. Wie lange die Sperrung des Platzes aufrecht erhalten bleibt, will die Stadt Anfang der nächsten Woche bekannt geben.

Dauerbelastung

"Ich komme gerade aus dem Frankenstadion. Der Platz ist nicht bespielbar", stellt Rudolf Senghaas nüchtern fest. Der Leiter des Schul-, Kultur und Sportamtes will jedoch nicht die Schuld am schlechten Zustand des Rasens den Frisbeespielern in die Schuhe schieben. "Es gibt verschiedene Gründe. Der gravierendste ist das Wetter: Erst ist der Rasen durch die lange Trockenheit im heißen Juli ausgebrannt, danach kam der große Regen."

"Die Rasentragschicht scheint in Ordnung zu sein", urteilt Hans-Peter Barz. Auch der Leiter des städtischen Grünflächenamtes bestätigt: "Der Rasen hat trotz alledem schwer gelitten." Nicht gut getan habe ihm zudem das Walzen zwischen den Frisbeespielen: "Dadurch ist ein Verdichtungszustand im Boden entstanden, unter dem die Wurzeln gelitten haben." Um sicher zu gehen, wird das Amt einen externen Gutachter einschalten. "Wir wollen nicht einfach nur sanieren, sondern nachhaltige Maßnahmen ergreifen", sagt Barz.

Die Frage, ob letztlich ein Rollrasen verlegt werden muss, damit im Frankenstadion möglichst bald wieder Spiele der SG Sonnenhof Großaspach ausgetragen werden können, beantwortet Barz nicht konkret: "Das wird wohl nicht die Lösung sein." Die Kosten für einen Rollrasen taxiert der Grünexperte auf 100.000 bis 120.000 Euro. Wer diese Summe für die Sanierung des rund 8000 Quadratmeter großen Rasenspielfeldes aufbringt, ist Stand gestern noch nicht klar.

Eine Woche Zeit

Eines ist klar: Sonnenhof Großaspach wird den neuen Rasen nicht bezahlen. Das Heilbronner Rasenchaos stellt den Verein kurzfristig vor große Probleme. Das abgesagte Spiel muss laut Statuten innerhalb einer Woche nachgeholt werden. "Das ist auch sinnvoll so. Wir wollen ja nicht schon im August in großen Verzug kommen", sagt Günter Seith vom Süddeutschen Fußballverband. Bei Spielausfällen im Winter ist der Verband kulanter. "Wir müssen jetzt schnell ein neues Stadion finden und spätestens am 18. August gegen Darmstadt spielen", sagt Thomas Deters, Geschäftsführer in Großaspach.

Mögliche Ausweichspielorte für das Team aus der Nähe von Backnang sind das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim und das Stadion des Drittligisten FC Heidenheim. "Beide Stadien sind uns vom Verband empfohlen worden", sagt Deters. Weitere Alternativen wären Reutlingen, Mannheim und Aalen.

"Die Mehrkosten für den Umzug werden sicherlich nicht wir tragen", sagt Deters: "Wir haben schließlich einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Heilbronn." In den nächsten sechs Wochen stehen insgesamt fünf weitere Heimspiele für Großaspach auf dem Programm. "Eine längere Platzsperre in Heilbronn wäre ein echtes Horrorszenario", sagt Deters. Schließlich habe niemand mit der jetzigen Situation gerechnet. "Wir können nur hoffen, dass wir gemeinsam mit der Stadt eine gute Lösung finden", sagt Deters.

Problem für FC Heilbronn

Auch den Fußball-Landesligisten FC Heilbronn trifft die Platzsperre hart. „Wo sollen wir mit unseren 16 Mannschaften trainieren und spielen?“, fragt Tibor Kis, der zweite Vorsitzende. Auch der Nebenplatz des Frankenstadions hat stark unter den Schraubstollen der Frisbeespieler gelitten. Ende August steht der erste Spieltag in der Fußball-Landesliga auf dem Programm. „Und wir müssen wohl im Sommer auf Kunstrasen antreten, obwohl das niemand möchte“, sagt Kis.