Red Devils vor Standortbestimmung gegen Topfavoriten

Ringen  Die Bundesliga-Ringer des VfL Neckargartach erwarten am Samstag in der Römerhalle den TuS Adelhausen zum Showdown. Der Gegner gilt als einer der Topfavoriten.

Von Alexander Bertok

Red Devils vor Standortbestimmung

Beim Saisonstart war die Römerhalle fast voll besetzt. Auch im zweiten Heimskampf hoffen die Neckargartacher auf viel Unterstützung. "Die Fans sind unser elfter Mann", sagt Trainer Marcus Mackamul.

Foto: Veigel

 

Hatten die Verantwortlichen des Ringer-Bundesligisten VfL Neckargartach im SV Heilbronn beim Saisonstart den Gegner stark geredet? Vor knapp zwei Wochen prophezeiten sie zur Erstliga-Premiere der Red Devils gegen den SV Triberg einen knappen Ausgang? Letztlich waren die Gäste aus dem Schwarzwald bei ihrer 5:23-Pleite jedoch chancenlos.

"Nein wir haben natürlich nicht tiefgestapelt", gab selbst Trainer Marcus Mackamul zu, vom deutlichen Erfolg überrascht worden zu sein, warnt aber davor, das Ergebnis überzubewerten. "Es ist optimal für uns gelaufen. Triberg war nicht in Bestbesetzung angetreten. Die Aufstellung der Gäste hat uns in die Karten gespielt."

Teuflisches Ausrufezeichen

So oder so, die Red Devils haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Gleiches gilt aber auch für den nächsten Gegner, den TuS Adelhausen (Samstag, 19.30 Uhr, Römerhalle), der am vergangenen Wochenende in seinem ersten Wettkampf gegen den ASV Urloffen 23:10 dominierte.

"Ich sehe Mainz und Adelhausen als die aussichtsreichsten Mannschaften in unserer Gruppe, die werden die Plätze eins und zwei unter sich ausmachen", hatte sich Marcus Mackamul schon vor dem Saisonstart festgelegt.

Nun kommt es zum Showdown mit dem ersten dieser beiden Topfavoriten der Bundesliga Gruppe Südwest. Diesmal wartet auf die Heilbronner in der Tat eine echte Standortbestimmung.

Absolute Topbesetzung

Mackamul hat den ersten Kampf der Adelhausener vor Ort verfolgt. Der Trainer war beeindruckt, und ist es immer noch. "Das war der Hammer, wie die aufgestellt haben. Das war die absolute Topbesetzung." Für Mackamul ist klar, dass die Gäste "von Beginn an in der Saison voll durchstarten werden", um sich als Gruppensieger einen vermeintlich leichten Gegner für das Achtelfinale zu sichern.

"Ich gehe davon aus, dass Adelhausen bei uns mit der gleichen starken Aufstellung antreten wird", spekuliert Mackamul, ohne dabei seine eigene Aufstellung zu verraten. Viel Überraschendes wird sich aber im Neckargartacher Aufgebot wohl nicht tun, denn selbst Mackamul sagt: "Never change a winning team. Es wird keinen großen Personalpoker geben, allenfalls eine kleine taktische Veränderung."

Herausforderung für Popp

Auf Seiten der Gäste ringt unter anderem Marco John, in der vergangenen Jahren der nationale Herausforderer von VfL-Eigengewächs Eduard Popp in der griechisch-römischen Klasse bis 130 Kilogramm. Der Olympia-Fünfte und amtierende Unterländer Sportler des Jahres erwartet den EM-Fünften 2017 und U23-EM-Dritten 2016.

Fehlen wird bei den Gastgebern erneut Weltmeister Frank Stäbler. "Nach der erfolgreichen WM braucht er noch eine Regenerationsphase, mental wie körperlich", erzählt Mackamul und lässt offen, wann der Neuzugang erstmals im Neckargartacher Trikot zu sehen sein wird. Vermutlich wird Stäbler ab Mitte Oktober zum Start in die Rückrunde für die Red Devils auf die Matte gehen.

"Das war eine Hammer-Atmosphäre vor fast ausverkauftem Haus", erzählt Ringer-Abteilungleiter Jens Petzold nochmals von der stimmungsvollen Saisonpremiere. "Der Funke der Begeisterung ist von Beginn an auf die Mannschaft übergesprungen." Für Trainer Mackamul waren die Zuschauer "der elfte Mann", ein zusätzlicher Motivationsfaktor. Auf diesen Rückhalt hofft man in der Römerhalle auch am Samstag.

Hauchdünnes Ding

"Das wird ein hauchdünnes Ding", prognostiziert Marcus Mackamul. "Es wäre keine Überraschung, wenn es am Ende ein Unentschieden geben würde." Sollten die Roten Teufel am Ende wieder deutlich triumphieren, müssen sich die Verantwortlichen des VfL Neckargartach wohl mit der Favoritenrolle in der Gruppe Südwest anfreunden. Dann verbietet sich auch jegliche unbewusste Tiefstapelei.