1899 Hoffenheim spielt heute in Bad Friedrichshall

Fußball  Für die TSG Hoffenheim ist es wohl eher eine lästige Pflichtaufgabe ohne sportlichen Wert, für den Friedrichshaller SV dagegen das Spiel des Jahres. Um 17 Uhr empfängt der Unterländer Bezirksligist den Bundesligisten im heimischen Sportpark.

Von Alexander Bertok

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann. Foto: Archiv/dpa

Möglich gemacht wurde dieses Highlight durch die Audi AG, einem der Hauptsponsoren der Hoffenheimer. Auch wenn beim Europa League-Teilnehmer durch Länderspiel-Abstellungen etliche Stars wie Serge Gnabry (Deutschland), Andrej Kramaric (Kroatien), Ermin Bicakic (Bosnien) oder Adam Szalai (Ungarn) fehlen, ist die Vorfreude beim FSV riesengroß.

Für die Gastgeber ist es ein "Ich-wünsch-mir-was-Spiel". Der eine FSV-Kicker träumt davon, ein Tor zu erzielen, der andere hofft auf einen Trikottausch oder wünscht sich eine Niederlage, die nicht allzu deutlich im zweistelligen Bereich ausfällt.

 

  • Das Ich-wünsch-mir-was-Spiel

    Am Sonntag stimmten sich die Spieler des Friedrichshaller SV nach dem ersten Punktspiel auf das "Spiel des Jahres" gegen 1899 Hoffenheim ein.

    Foto: Bertok

     

    Wunsch I: "2000 Zuschauer sind die Zielmarke", sagt Manfred Eckert. "Ich wünsche mir, dass der Sportpark knalle voll wird." Im vergangenen Jahr, als 1899 in Neckargartach gegen den SV Heilbronn spielte, waren es rund 1000 zahlende Besucher. Eckert ist neben seiner Funktion als Pressemitarbeiter der Friedrichshaller Fußballer seit mehr als 25 Jahren auch Stadionsprecher des Vereins. "Ob ich vor 100, 1000 oder mehr Zuschauern meine Ansagen mache, ist mir egal. Da habe ich kein Problem, nervös bin ich nicht. Viele hören ja eh nicht zu, was ich sage."

  • Wunsch II: FSV-Verteidiger Markus Klein hätte gerne gegen den früheren Stuttgarter Serge Gnabry gespielt. Wie vor Jahren in der C-Junioren-Landesstaffel, als er mit dem FV Löchgau auf den VfB Stuttgart und Gnabry traf. "Aber der ist ja bei der Nationalmannschaft", würde sich Klein jetzt auf Sandro Wagner als Gegenspieler freuen. Klein hat aber noch einen anderen Wunsch: "Weniger Gegentore zu bekommen als Heilbronn im letzten Jahr." Der SVH unterlag am 2. September 2016 den Kraichgauern mit 1:13.

  • Wunsch III: "Das ist ein ganz besonders Spiel für mich, meine Spieler und den Friedrichshaller SV. Es ist ein einmaliges Erlebnis für unser persönliches Geschichtsbuch", schwärmt FSV-Trainer Massimo Marrone. Auch der neue Chefcoach der FSV-Kicker hat natürlich einen speziellen Wunsch. "Ich würde mich freuen, wenn ich die Gelegenheit hätte, mit Julian Nagelsmann fünf, sechs Minuten lang reden zu können", erzählt Marrone, dass er so viele Fragen im Kopf hat, um sich eine Stunde oder länger mit dem 1899-Trainer fußballspezifisch unterhalten zu können. "Ich würde mir gerne ein paar Tipps von ihm holen. Ich habe gehört, er hat ein spezielles Bewertungs-System für seine Spieler. Das interessiert mich, da ich so etwas ähnliches bei meinen Jungs auch mache."

  • Wunsch IV: Hendrik Belz war mit seinen Treffern im Saisonendspurt der vergangenen Saison einer der Garanten für den Klassenerhalt des Friedrichshaller SV. Nun ist sein größter Wunsch, ein Mal das Hoffenheimer Netz zappeln zu lassen. "Gegen den Bundesligisten ein Tor zu erzielen, das wäre richtig geil, aber das wird richtig schwer", sagt der Mittelstürmer, der zudem darauf spekuliert, dass es zu einem Trikottausch kommt. "Ich würde mir das von Sandro Wagner schnappen. Aber letztlich wäre es mir egal, Hauptsache irgendein Trikot." Belz hofft zudem, dass er und seine Kameraden "sich nicht zu sehr blamieren. Eine Niederlage unter zehn Toren wäre überragend".

  • Wunsch V: "Nein, die Hoffenheimer bleiben nach dem Spiel nicht zum Essen. Sie fahren nach dem Duschen gleich zurück", sagt FSV-Vereinsvorsitzender Peter Knoche. "Ihr Wunsch war jedoch, dass sie ein Essenspaket mit auf den Heimweg bekommen. Zur Halbzeitpause gibt es in der Kabine frisches Obst."