Playdowns: Falken brauchen dauerhaft Aggressivität

Eishockey  Das Heilbronner DEL-2-Team kann heute Abend beim Heimspiel in der Best-of-seven-Serie gegen die Starbulls Rosenheim ausgleichen. Es geht um den Klassenerhalt.

Von Stephan Sonntag

Falken brauchen dauerhaft Aggressivität
Teil vier im Abstiegskrimi der DEL 2 steigt am Dienstagabend in der Kolbenschmidt-Arena.  Foto: Andreas Veigel

Zumindest eine Frage konnte am Montag beantwortet werden. Und zwar die nach der spärlichen Haarpracht von Falken-Trainer Gerhard Unterluggauer. "Die entsteht durch solche Spiele wie am Sonntagabend", sagte der Österreicher. Die zweite Overtime-Niederlage in der Playdown-Serie gegen Rosenheim hatte also nicht nur Nerven gekostet.

Besonders der postwendende Ausgleich zum 2:2 der Rosenheimer nur 52 Sekunden nach der 2:1-Führung der Falken ärgerte Unterluggauer. "Da hat unsere Zuordnung nicht gestimmt. So einen Vorsprung musst du die letzten siebeneinhalb Minuten auch mal über die Zeit bringen. Wir brauchen diesen Killerinstinkt."

Am Dienstag steht das vierte Spiel der Playdown-Serie an

Am besten schon für Dienstagabend (20 Uhr) im vierten Spiel der Serie in der Kolbenschmidt-Arena. 1:2 liegen die Falken zurück, ein 1:3 wäre wohl nur noch schwer aufzuholen. Zumal die Falken nach der 2:3-Niederlage vom Sonntag seit elf Auswärtsspielen ohne Sieg sind.

Noch auf der Heimfahrt nach Heilbronn hatte Unterluggauer mit der Spielanalyse begonnen. Auf dem Laptop schaute er sich die Partie noch einmal an, diskutierte mit seinem Trainerassistenten Marco Schütz die entscheidenden Szenen. "Es ist immer wichtig, eine zweite Sichtweise zu haben", sagt Unterluggauer. Die Aufarbeitung mit der Mannschaft erfolgte am Montag nach einer kurzen Trainingseinheit. "Ich vermeide es, aus der Emotion zu handeln. Wenn ich die wichtigsten Punkte niedergeschrieben habe und mit etwas zeitlichem Abstand gewinne ich einen anderen Blick", erklärt Unterluggauer seine Arbeitsweise.

Unterluggauer: "Haben erst nach dem zweiten Drittel zu unserem Spiel gefunden"

Des Trainers Fazit: Die ersten zwei Drittel seines Teams waren schwach. "Rosenheim war spritziger, wir waren nicht richtig da, haben viele Fehlpässe gespielt, die Kleinigkeiten nicht richtig gemacht." Das Schlussdrittel und die Overtime seien deutlich besser gewesen. "Da haben wir zu unserem Spiel gefunden, sind aggressiver gewesen, sind mehr ins Eislaufen gekommen."

Über die entscheidende und umstrittene Szene, die zum Penaltyshot für die Starbulls führte, wollte Unterluggauer nicht mehr diskutieren. "Das ist eine Tatsachenentscheidung. Ob die jetzt richtig oder falsch war, spielt keine Rolle. Das Spiel ist abgehakt." Entscheidend ist für den Trainer eine anderer Aspekt. "Wir haben nicht gut gespielt und hatten trotzdem die Chance, das Spiel zu gewinnen."

Der zweite positive Aspekt: "Die Mannschaft hat Charakter bewiesen und sich zurück ins Spiel gekämpft." Dazu hat Goalie Andrew Hare einmal mehr bewiesen, dass er sein Team im Spiel halten kann, selbst wenn es wie im Mitteldrittel fast nur in eine Richtung geht. "Beide Torhüter spielen eine starke Serie", sagt Unterluggauer.

Für spielerische Neuerungen fehlt die Zeit

Große Überraschungen für den Gegner lassen sich in dieser Phase nicht mehr generieren. Personell könnte der Falken-Coach zwar noch ein bisschen variieren, aber um "Trickplays einzuüben, fehlt schlicht die nötige Zeit". Letztlich werden Disziplin, Kondition und die mentale Stärke die Serie entscheiden.