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Schweinegrippe voll ausgebreitet
Hohenlohe - "Wir zählen nicht mehr, wie viele Fälle es sind", sagt Dr. Antje Haack-Erdmann. Nur so viel sei sicher: Die Schweinegrippe hat sich in Hohenlohe festgesetzt. Pflegeheime, Schulen, Kindergärten, Unternehmen, Privathaushalte: "Alle sind betroffen, quer durch den Kreis."
Die Leiterin des hiesigen Gesundheitsamt bekommt jeden Tag zehn bis zwanzig neue, "sichere" Fälle auf den Tisch. Das sind diejenigen, bei denen Ärzte Abstriche gemacht haben und die im Labor getestet wurden. "Diese Zahl können Sie locker mal zehn nehmen", doch auch damit sei die Dunkelziffer noch nicht komplett ausgeleuchtet. Als die Meldepflicht fiel, zählte das Gesundheitsamt rund hundert "offizielle" Fälle. Seitdem werden quasi alle Krankheiten mit Grippe-Symptomen dem H1N1-Virus zugerechnet, meist wird erst gar nicht mehr getestet.
Trotz des bisher milden Verlaufs appelliert Haack-Erdmann: "Lassen Sie sich impfen!" So gut wie alle Hohenloher Ärzte würden dies inzwischen anbieten, "jetzt ist auch genug Impfstoff vorhanden". Tag für Tag klingelt bei ihr das Telefon. Pausenlos. Das zeigt: Die Krankheit bewegt die Menschen nach wie vor. rei
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Wichtiges in Kürze
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung ("Inkubationszeit") ist von der Art des Influenza-Virus abhängig. Bei den Erregern der saisonalen Influenza beträgt diese ein bis vier Tage, bei den Erregern der aviären Influenza ("Vogelgrippe) hingegen zwei bis fünf Tage. Die Ansteckungsfähigkeit kann bei der saisonalen Influenza bereits kurz (weniger als 24 Stunden) vor Auftreten der klinischen Symptomatik beginnen und besteht danach gewöhnlich für drei bis fünf Tage.
Wie steckt man sich an?
Es ist davon auszugehen, dass das neue Influenzavirus H1N1 so übertragen wird wie eine übliche Influenza: überwiegend durch Tröpfchen, die zum Beispiel beim Sprechen, insbesondere aber beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen gelangen können. Vermutlich kann die Übertragung auch über Oberflächen erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind, wenn sie angefasst werden. Dabei gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase oder Augen.
Was sollte der Einzelne tun?
Die Bewältigung einer Influenzapandemie benötigt die Unterstützung der gesamten Gesellschaft. Bürger sollten sich regelmäßig über die Situation und über Schutzmöglichkeiten informieren. Zu persönlichen Schutzmaßnahmen informiert www.wir-gegen-viren.de. Von einer privaten Bevorratung mit antiviralen Medikamenten wird abgeraten.
Wie gefährlich ist die Neue Grippe?
Häufig verläuft die Krankheit relativ mild, aber es gab in den besonders betroffenen Ländern auch schon schwere Verläufe und Todesfälle. Bei der jährlichen Grippewelle kennt man aber die zirkulierenden Viren gut, die Viren verändern sich stetig in geringem Maße, der Impfstoff wird jährlich angepasst, und es gibt in der Bevölkerung einen gewissen Immunschutz. Bei der Neuen Grippe handelt es sich dagegen um ein neues Influenzavirus, gegen das kein oder kaum ein Immunschutz in der Bevölkerung existiert.
Was ist eine Pandemie?
Eine Pandemie bezeichnet eine weltweite Epidemie. Eine Influenzapandemie wird durch ein neuartiges Influenzavirus verursacht, das in der Lage ist, schwere Erkrankungen hervorzurufen und sich gut von Mensch zu Mensch zu verbreiten. Da dieser neue Erreger zuvor nicht oder sehr lange nicht in der menschlichen Bevölkerung vorgekommen ist, ist das Immunsystem nicht vorbereitet und daher auch nicht geschützt. Die Influenza-Pandemien des vergangenen Jahrhunderts gingen mit Erkrankungs- und Sterberaten einher, die übliche, auch schwere, Influenzawellen übertrafen.
Weitere Fragen und Antworten auf der Seite des Robert-Koch-Instituts




