Diskussion über NSU-Aufklärung

Heilbronn 

Das „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“ und die Beobachtungsplattform „NSU-Watch Baden-Württemberg“ nehmen das absehbare Ende des NSU-Prozesses in München zum Anlass, um sich den ersten Ergebnissen der komplexen Aufarbeitung und den offenen Fragen rund um den „Nationalsozialistischen Untergrund“(NSU) in einer Podiumsdiskussion zu nähern.

Die Veranstaltung startet am Freitag, 16. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der „Zigarre“ in der Heilbronner Weststraße 28. Dort diskutieren die Teilnehmer zu der Frage „Kein Ende in Sicht? Der NSU-Terror und die Grenzen der Aufklärung“.

Auf dem Podium sitzen Antonia von der Behrens, Rechtsanwältin der Nebenklage für die Familie des vom NSU ermordeten Mehmet Kubas?k, Katharina König-Preuss, Obfrau der Linken im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags und Sven Ullenbruch, der als Journalist den NSU-Ausschuss in Stuttgart begleitet und als Sachverständiger des zweiten Bundestagsausschusses das Wirken des NSU in Baden-Württemberg analysierte. Durch die Veranstaltung führt Daniel Stahl, Redakteur der Heilbronner Stimme.

Viele offene Fragen

Zur Fragestellung der Veranstaltung heißt es in der Einladung: "Nach mehr als 360 Verhandlungstagen neigt sich der Mammutprozess in München nun dem Ende zu. Das Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet. Gleichzeitig ringen Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern weiter um Aufklärung. Denn zu vieles ist noch unklar.

Wie groß war das Netzwerk des NSU? Warum verschwanden die Neonazis 13 Jahre lang vom Radar der Ermittler, während vor allem türkische Opferfamilien unter Verdacht gestellt wurden? Welche Rolle spielten deutsche Geheimdienste, deren Spitzel sich im Umfeld der Rechtsterroristen bewegten? Auch der Mord an der Thüringer Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn sorgt zehn Jahre später immer wieder für neue Rätsel und Spekulationen.“

Im Anschluss an die Diskussion auf dem Podium besteht für die Zuhörerinnen und Zuhörer die Möglichkeit, eigene Fragen an die Podiumsgäste zu stellen. Einlass ist ab 19 Uhr, ab 19.30 Uhr beginnt die Diskussion.