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Willkommen im Leben
Von unserer Redakteurin Nelli Nickel
Neun Monate bereiten sich werdende Eltern auf diesen Zeitpunkt vor, und wenn er schließlich eintritt, fühlen sie sich dennoch überfordert, haben Angst vor dem, was auf sie zukommt. „Eine Geburt ist harte Arbeit.“ Daraus macht Dr. Ulrich Schlembach, Chefarzt der Frauenklinik am Plattenwald, keinen Hehl. 800 Babys kommen im Durchschnitt jährlich im SLK-Klinikum in Bad Friedrichshall zur Welt. Dabei versuchen Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern, den werdenden Eltern so gut es geht zur Seite zu stehen und eine schonende Geburt zu ermöglichen. Aber: „Schonend heißt nicht garantiert schmerzfrei“, betont der Chefarzt. Da die Wahrnehmung von Schmerzen höchst unterschiedlich ist, bietet die Klinik den Frauen verschiedene Möglichkeiten an. Angefangen beim Rückzug ins eigene Wehenzimmer, bis hin zum Entspannungsbad, der Wassergeburt und der freien Wahl der Gebärpositionen.
Dammschnitt
Um die Geburt so schonend wie möglich zu gestalten, verzichten die Ärzte im SLK-Klinikum am Plattenwald weitestgehend auf den Dammschnitt, eine Methode, die jahrzehntelang regelmäßig praktiziert wurde. „Viele Jahre wurde zur Vermeidung von größeren Verletzungen der Dammschnitt ausgeführt“, erklärt Schlembach. Der Hintergrund: Die Mediziner nahmen an, dass es bei einer kontrollierten Verletzung hinterher weniger Komplikationen gibt. Dies hat sich so nicht bestätigt. Im skandinavischen Raum ist man bereits vor 15 Jahren von dieser Theorie abgerückt – und hat damit positive Erfahrungen gemacht. „Vor zehn Jahren haben wir am Plattenwald auch angefangen uns umzuorientieren“, erklärt der Chefarzt. Nur bei rund zehn Prozent der gebärenden Frauen wird der Dammschnitt heute noch ausgeführt. „Das ist noch nicht in allen Krankenhäusern so“, sagt Oberarzt Sven Triebel und betont damit, dass sich die SLK-Kliniken auf Höhe der Zeit befinden.
Damit der Gang ins Krankenhaus nicht noch schwieriger wird, als er ohnehin schon ist, empfehlen der Arzt und auch Hebamme Christine Schwan-Lang, sich schon einige Zeit vor dem errechneten Termin mit der Umgebung vertraut zu machen, zum Beispiel den Kreißsaal zu besichtigen und sich über die angebotenen Möglichkeiten zu informieren. „Das macht es später leichter, sich auf die Situation einzulassen“, erklärt Christine Schwan-Lang.
Eine angenehme Atmosphäre und das Wissen um eine gute medizinische Versorgung, das sind für Chefarzt Schlembach die Kriterien, die es einem Paar ermöglichen, der Geburt möglichst entspannt entgegenzusehen.



