Keine weiteren Menschen in abgestürzten Flugzeugen

Von Daniel Stahl

Schwäbisch Hall 

Nach dem Zusammenstoß zweier kleiner Flugzeuge am Sonntagnachmittag bei Schwäbisch Hall gehen die Ermittlungen heute weiter. Inzwischen gibt es auch Anhaltspunkte auf die Identität der beiden verunglückten Piloten. Aber viele Fragen sind noch offen.

Flugzeugabsturz mit Zwei Toten: Flugzeuge krachen bei Landeanflug zusammen und zerschellen auf Feld
In der Nacht waren Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten, THW vor Ort. Foto: www.7aktuell.de/Simon Adomat

Beim Zusammenprall der Kleinflugzeuge waren am Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen.  Die Maschinen seien im Landeanflug gewesen, teilte die Polizei mit. Demnach handelt es sich um ein Sportflugzeug und um ein Ultraleichtflugzeug. Noch in der Nacht wurden zwei Leichen geborgen, eine aus jedem Flugzeug, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen. 

Wie die Ermittler am Montagmittag mitteilten, gibt es inzwischen Anhaltspunkte auf die Identität der beiden Verstorbenen. Demnach saß im Ultraleichtflugzeug ein 76 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Heilbronn und im Sportflugzeug ein 74 Jahre alter Pilot aus dem Raum Stuttgart. Die Identifizierungsmaßnahmen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Der 74-Jährige startete wohl von Stuttgart aus, der 76-Jährige in Regensburg. Beide wollten in Schwäbisch Hall landen, wobei es den ersten Erkenntnissen nach im Landeanflug zum Zusammenstoß kam. Die Ursache hierfür ist noch nicht bekannt und nun zentraler Gegenstand der Ermittlungen.

Polizei vermutet, dass es keine weiteren Toten gab

Flugzeugabsturz mit Zwei Toten: Flugzeuge krachen bei Landeanflug zusammen und zerschellen auf Feld
Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass in beiden Flugzeugen nur eine Person saß. Foto: www.7aktuell.de/Simon Adomat

Am Sonntag konnten die Ermittler das verunglückte Sportflugzeug nicht näher untersuchen, weil von den Sicherungssystemen für Insassen eine Gefahr für die Retter ausging. Deshalb war lange unklar, ob weitere Menschen in dem Flugzeug saßen. Erst spät am Abend hieß es von der Polizei: "In der Maschine befand sich sonst niemand mehr."

Dennoch suchten die Einsatzkräfte weiter: "Es kann natürlich sein, dass jemand herausgeschleudert wurde." Ein Polizeisprecher hielt dies aber für wenig wahrscheinlich. In dem Sportflugzeug können bis zu vier Menschen Platz finden. Das Ultraleichtflugzeug brannte aus und wurde von der Feuerwehr gelöscht.

Ermittler untersuchen am Montag über Hunderte Meter verteilte Trümmer

Die Absturzstelle rund 600 Meter östlich vom Flughafen Adolf Würth wurde weiträumig abgesperrt. Ein Polizeihubschrauber befand sich vor Ort. Das Technische Hilfswerk leuchtete die Unglücksstelle aus. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wurden eingeschaltet. 

Flugzeugabsturz mit Zwei Toten: Flugzeuge krachen bei Landeanflug zusammen und zerschellen auf Feld
Die Bergungsarbeiten bei Schwäbisch Hall wurden in der Nacht abgebrochen, sollen aber am Montag weitergehen. Foto: www.7aktuell.de/Simon Adomat

Am Montag wurden die Bergungsarbeiten fortgesetzt, nachdem diese in der Nacht abgebrochen worden waren. Zunächst steht die Spurensicherung an den beiden Flugzeug-Wracks an. Auch das Trümmerfeld wird untersucht und dokumentiert. Die Trümmer vom Absturz sind laut Polizei über mehrere Hundert Meter verteilt. Die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung hat zusammen mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen an der Unglücksstelle aufgenommen.

Die Schadenshöhe beträgt nach einer ersten groben Schätzung der Polizei mehrere hunderttausend Euro.

Polizei sucht Zeugen des Unfalls

Die Kriminalpolizei Schwäbisch Hall bittet dringend um Zeugenhinweise. Insbesondere sucht die Polizei eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener, die sich zum Unglückszeitpunkt in der Nähe der Absturzstelle befand und sich nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte entfernte.

Außerdem bittet die Polizei Personen, die zufällig Filmaufnahmen gefertigt haben, sich zu melden. Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 0791/400-0 melden.