Feuer verursacht Millionenschaden bei Hornschuch

Von Oliver Färber

Weißbach 

In der Nacht auf Freitag brach auf dem Gelände der Firma Hornschuch in Weißbach ein Feuer aus. Dabei wurde ein Gebäude stark beschädigt. Laut Polizei gab es keine Verletzten.

 

 

Gegen 22 Uhr am Donnerstag wurden Hilfskräfte zur Firma Hornschuch in die Weißbacher Salinenstraße gerufen. Nach Firmenangaben hatte eine Ölpumpe Feuer gefangen. Verletzt wurde niemand, für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit Gefahr. Obwohl Feuerwehr und Mitarbeiter schnell eingriffen, gibt die Polizei alleine den entstandenen Sachschaden derzeit mit einem noch offenen sechs- bis siebenstelligen Euro-Betrag an.

Es regnet am Donnerstagabend im Kochertal. Das Kesselhaus der Firma Hornschuch ist von Feuerwehrfahrzeugen umstellt, Blaulichter zucken. Die Einsatzstelle ist von grellem Scheinwerferlicht erleuchtet. Von außen sieht das Gebäude jetzt - gegen 22.45 Uhr - wieder eher harmlos aus. Ein Fenster ist zerbrochen, dunkle Ränder, die der Rauch hinterlassen hat, sind zu sehen. Drinnen hat das Feuer gewütet. Von der Drehleiter aus inspizieren Feuerwehrleute den Schaden, nehmen restliche Löscharbeiten vor. Der Brand ist völlig im Griff. Das Firmengelände ist abgeriegelt, nur unbedingt notwendiges Personal darf an die Unglücksstelle.

 

 

„Die Sicherheit ist uns jetzt das wichtigste“, erklärt Jens Kleine, als Manager im Vorstand des kunststoffverarbeitenden Betriebs. Gemeinsam mit seinem Vorstandkollegen Lothar Machule, der für Vertrieb und Strategien verantwortlich ist, steht er vor dem Kesselhaus und informiert sich über das Ausmaß der Schäden. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn meldet, dass es beim Brand zunächst zwar zu einer deutlichen Geruchsbelästigung in der näheren Umgebung gekommen sei, Kleine und die Feuerwehr können nach Untersuchungen aber schnell Entwarnung geben: „Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit Gefahr“, so der Vorstand.

Nach seinen ersten Angaben in der Brandnacht war eine Pumpe Schuld an dem Feuer. Sie befördert heißes Öl, das zum Betrieb der Produktionslinie benötigt wird. „Die Pumpe ist heiß gelaufen und hat sich wohl selbst entzündet“, erklärt Kleine. Die Brandmeldeanlage löste aus, die werkseigene Feuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr Weißbach wurden alarmiert. Da Hornschuch im Moment rund um die Uhr produziert, konnte schnell eingegriffen werden. Mitarbeiter waren schnell aus der Gefahrenzone geschafft, so wurde niemand verletzt.

Spezialschaum 

Neben den beiden örtlichen Wehren sind auch noch die Künzelsauer Stützpunktwehr, deren Öhringer Kollegen und die Führungsgruppe Kochertal im Einsatz. Laut Angaben der Polizei sei so ein Übergreifen der Flammen auf die Produktionshalle sowie auf ein angrenzendes Säurelager verhindert worden. Zum Löschen eines in Brand geratenen Öls sei von der  Feuerwehr, die mit insgesamt 80 Wehrleuten und 3 Löschzügen gekommen sei, ein Spezialschaum eingesetzt worden. Gegen 1 Uhr ist das Feuer ganz aus, gegen 2 Uhr ziehen die Stützpunktwehren ab. Die Weißbacher Mannschaft und die der Werkfeuerwehr teilen sich die Nachtwache.

Neben Bürgermeister Rainer Züfle sind auch Kreisbrandmeister, der Bereichsbrandmeister des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie ein Vertreter der Unteren Wasserbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis vor Ort. „Es sind bislang keine Umweltgefährdungen entstanden und auch nicht zu erwarten, da bereits im Vorfeld entsprechende Vorkehrungen, wie das Errichten einer Ölsperre, getroffen wurden“, heißt es in einer zweiten Pressemitteilung der Polizei von gestern Vormittag. Das Gebäude wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, unter anderem ist eine Zwischendecke zerstört worden. Alleine der Sachschaden wird von der Polizei derzeit auf einen sechs- bis siebenstelligen Eurowert beziffert. Die ermittelnde Kriminalpolizei geht derzeit von einem technischen Defekt aus. Es soll umfangreiche Untersuchungen, auch durch einen Sachverständigen, geben.

Notversorgung 

Doch der Schaden an Gebäude und Technik ist nicht der einzige, den die Firma tragen muss: Ein Teil der Produktion bei Hornschuch steht seit dem Brandausbruch still. Der Betrieb versucht, möglichst schnell eine Notversorgung aufzubauen. Zurzeit ist noch unklar, wie lange an den Maschinen, die für den Betrieb auf das heiße Öl aus dem Kesselhaus angewiesen sind, nicht gearbeitet werden kann – und vor allem auch, welche Schaden der Firma durch den Produktionsausfall entsteht. „Aber da gibt es Lösungen. Wichtig ist, dass niemand etwas passiert ist“, so Kleine.

Zur Mittagsschicht am Freitag läuft ein Großteil der Produktion wieder. „Wie lange der kleinste Teil jetzt noch steht, hängt davon ab, wie schnell wir Ersatzteile bekommen“, erklärt Machule am Freitagmittag. Er rechnet damit, dass die Firma dies am Montag besser einschätzen könne, auch wie groß der entstandene Schaden durch den Produktionsausfall sei. „Schließlich produzieren wir ja jeden Tag etliche Quadratmeter“, fügt er hinzu.

 

Hintergrund: Verheerender Brand

Im Jahr 1968 wurde das Hohenloher Unternehmen Hornschuch Opfer eines Großbrands. Ein gewaltiger schwarzer Rauchpilz, der mehrere hundert Meter hoch über dem Kochertal zu sehen war, zeugte am Samstag den 27. April 1968 von dem Feuer. Zwei Männer waren bei diesem Brand in den Flammen ums Leben gekommen, weil sie versucht hatten, Material aus der brennenden Lagerhalle zu retten. Wie die Hohenloher Zeitung damals berichtete, lag der Schaden bei etwa 100 Millionen D-Mark. tak

Ein Video vom Großbrand gibt es auf Youtube: www.youtube.com/watch?v=TXA2-CqOjgs

 


Feuer auf Betriebsgelände - 9.5.2014 auf einer größeren Karte anzeigen