Suchaktion beendet: Frau und Kind sind wohlauf

Von Steffen Heizereder

Heilbronn 

Großeinsatz der Polizei. Zehn Polizeitaucher suchen im Köpfersee in Heilbronn nach einer jungen Frau und deren Baby. Spürhunde der Rettungshundestaffeln Heilbronn, Heidelberg und Mosbach durchkämmen das umliegende Waldstück in dem Naturschutzgebiet.

Am späten Nachmittag überflog ein Hubschrauber das Gebiet um den Köpfersee. Von der Frau und dem Kleinkind fehlte jede Spur. Dass es den beiden Vermissten gut ging, ahnte zum damaligen Zeitpunkt niemand.

Spaziergänger

Wie die Polizei mitteilt, hat ein Spaziergänger die 21-Jährige am Montagmorgen gegen 10 Uhr zusammen mit ihrem einjährigen Kind und einem blauen Kinderwagen beobachtet. Der Zeuge, der mit seinen vier Hunden in dem Waldstück spazieren war, beobachtete, wie die Frau ihr Kind aus dem Buggy nahm und sich immer wieder auffällig zu ihm umdrehte.

Am nächsten Morgen entdeckte der Zeuge den verwaisten Kinderwagen. Der Spaziergänger wurde misstrauisch. War der Frau etwas zugestoßen? Der Mann informierte die Polizei.

Der Kinderwagen war in gutem Zustand, zu gut, um ihn einfach im Wald zu entsorgen. Auch für die Polizei sprach daher vieles dafür, dass der 21-Jährigen etwas zugestoßen sein könnte. Bereits am Dienstag suchte die Polizei den Grund des Sees mit einem sogenannten Leichenrechen ab. Ohne Erfolg. Gestern ging die Suche dann weiter. Systematisch durchzogen die Taucher den bis zu drei Meter tiefen See. Auch die Rettungshunde und der Hubschrauber konnten keine Spur zu der gesuchten Frau und ihrem Kind finden.

Naturschutz

Neben den Einsatzkräften der Polizei und der Rettungshundestaffel Unterland war auch Wolf-Dieter Riexinger von der Unteren Naturschutzbehörde im Planungs- und Baurechtsamt der Stadt Heilbronn vor Ort. Der Köpfersee liegt im Naturschutzgebiet Köpfertal und ist Laichgrund für Erdkröten und Grasfrösche. Riexinger bat die Polizisten daher, vorsichtig zu sein und das Schilfrohr im flachen Gewässer nicht zu beschädigen. „Die Polizisten haben sich weitestgehend daran gehalten“, sagte Riexinger.

Die Suche geht unvermittelt weiter und zog sich schon mehrere Stunden hin, als sich ein Mann bei der Kriminalpolizei meldete. Durch die Berichte der lokalen Medien ist er auf die Suchaktion der Polizei aufmerksam geworden. Seine Freundin passte auf die Beschreibung der offenbar vermissten Frau. Blondes Haar, Pferdeschwanz, knapp über 20.

Wie sich kurz darauf herausstellte, war die 21-Jährige Freundin des Mannes tatsächlich am Montag mit ihrem einjährigen Kind im Köpfertal spazieren. Zum Frösche suchen. Als ihnen der Spaziergänger mit seinen vier Hunden entgegenkam, bekam die Frau nach Polizeiangaben panische Angst, schnappte sich das Kind und flüchtete. Den Kinderwagen ließ sie zurück.


Polizei sucht Köpfersee ab - 17.04.13 auf einer größeren Karte anzeigen